Jesuiten: Seligsprechungsverfahren für P. Alfred Delp wird eröffnet

Am 2. Februar 2026 wird das Seligsprechungsverfahren für den Widerstandkämpfer und Jesuiten P. Alfred Delp eröffnet. (c) ECE-Provinz SJ
Die Seligsprechung in der katholischen Kirche ist eine feierliche Erklärung über einen Verstorbenen und dessen Nähe zu Gott. Ihr geht ein kirchlicher Prozess über mehrere Instanzen voraus. Selige dürfen regional, Heilige weltweit verehrt werden.
P. Alfred Delp wurde 1907 in Mannheim als Sohn eines protestantischen Vaters und einer katholischen Mutter geboren und trat 1926 dem Jesuitenorden bei. Bis zu deren Verbot durch die Nationalsozialisten 1941 war er Redakteur bei der bis heute existierenden Ordenszeitschrift „Stimmen der Zeit“. Im Frühjahr 1942 nahm er Kontakt zur Widerstandsgruppe Kreisauer Kreis um Helmuth James Graf von Moltke auf. Diese Gruppe von Intellektuellen und Politikern stellte sich gegen das Regime und beschäftigte sich mit den Fragen einer künftigen Gesellschaftsordnung in Deutschland und einer Neuordnung Europas. P. Alfred Delp brachte bei den Beratungen kirchliche Impulse und Forderungen für soziale Gerechtigkeit ein.
Wegen Hochverrats angeklagt
Nach dem gescheiterten Stauffenberg-Attentat auf Adolf Hitler am 20. Juli 1944 wurde der Jesuit als Mitverschwörer verhaftet und wegen Hochverrats angeklagt. „Mein Verbrechen ist, dass ich an Deutschland glaubte auch über eine mögliche Not- und Nachtstunde hinaus“, schrieb P. Alfred Delp unmittelbar nach seiner Verurteilung durch den Volksgerichtshof und fügte hinzu, dass er dies „als katholischer Christ und als Jesuit“ tue. Am Nachmittag des 2. Februar 1945 wurde er in der Hinrichtungsstätte Berlin-Plötzensee gehängt, seine Asche auf den Berliner Rieselfeldern zerstreut.
„Für die Nationalsozialisten war Alfred Delps christliche Überzeugung von der Freiheit und Würde aller Menschen eine solche Bedrohung, dass sie ihn gefangengenommen, gedemütigt und schließlich hingerichtet haben“, erklärte Kardinal Marx anlässlich der Ankündigung der Verfahrenseröffnung. „Wir beginnen sein Seligsprechungsverfahren in dem Bewusstsein, dass auch heute die Stimmen wieder lauter werden, die in der Unterdrückung anderer Menschen ein Zeichen von Stärke sehen. Ihnen stellen wir uns entgegen: Nicht Gewalt, Hass und Nationalismus machen eine Gesellschaft stark, sondern Menschlichkeit, Gerechtigkeit und Freiheit.“
Quelle: kathpress