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15. Januar 2026

Stift Göttweig: Abt Patrick Schöder mit „Messner Medaille“ geehrt

Der Abt des Stifts Göttweig, Patrick Schöder, ist am 14. Jänner 2026 mit der „Johannes Messner Medaille“ geehrt worden. Er erhielt die Medaille zusammen mit Bischof Klaus Küng und dem Gewerkschafter Norbert Schnedl im Rahmen eines Festaktes in den Räumen der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (GÖD) in Wien. Mit der Medaille werden in unregelmäßiger Folge Persönlichkeiten geehrt, die sich um Weiterentwicklung, Forschung und Verwirklichung der Naturrechtslehre von Johannes Messner verdient gemacht oder sich in diesem Sinn für christlichsoziale Anliegen in Gesellschaft, Politik und Wissenschaft engagiert haben.

Abt Patrick Schöder, Bischof Klaus Küng und Norbert Schnedl wurden mit der „Johannes Messner Medaille“ ausgezeichnet.

Abt Patrick Schöder, Bischof Klaus Küng und Norbert Schnedl wurden mit der „Johannes Messner Medaille“ ausgezeichnet. (c) Kathpress/Paul Wuthe

 

Zum Festakt eingeladen hatte die Fraktion Christlicher Gewerkschafter (FCG) in der BMHS-Gewerkschaft gemeinsam mit der Stiftung „Johannes Messner Medaille“. Die Laudatio für Abt Patrick Schöder hielt der Vorsitzende der FCG für die Berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BMHS), Roland Gangl. Er würdigte den 66. Abt des Benediktinerstifts Göttweig für seine Verdienste im Bildungsbereich. Ob als Lehrer, Studentenseelsorger oder Schulgründer – auch nach seiner Wahl zum Abt sei Patrick Schöder „ein Schulmann geblieben“, betonte Gangl in seiner Würdigung. Auch für Messner sei Bildung zentral für die Persönlichkeitsentwicklung und die Schaffung der Lebensgrundlagen gewesen. „Bildung kann und soll zur Lösung der Sozialen Frage beitragen“, sagte Gangl unter Verweis auf Messner und die Verdienste Schöders in diesem Bereich.

 

Medaille als „Ehre und Verpflichtung“

Abt Patrick Schöder ergriff am Ende des Festaktes stellvertretend für die Ausgezeichneten das Wort. Die Medaille mit dem Namen Messners sei „Ehre und Verpflichtung zugleich“, habe doch der Priestergelehrte „mit großer Klarheit gezeigt, dass christlicher Glaube und gesellschaftliche Verantwortung zusammengehören“. Messner habe es verstanden, die Werte der christlichen Lehre „mit Realitätssinn und Hoffnung“ zu begründen und zu vermitteln. „Glaube, Arbeit, Verantwortung und Solidarität gehören zusammen.“ Dies gelte es zu vermitteln und umzusetzen, „zum Wohl der Arbeitenden und zum Wohl der Gesellschaft“ sagte Abt Patrick Schöder.

 

Im Gedenken an Messner wurde 1992 in Schwaz in Tirol die Stiftung der „Johannes Messner Medaille“ errichtet. Im selben Jahr wurde sie erstmals verliehen, und zwar an den damaligen Tiroler Landeshauptmannstellvertreter Fritz Prior. Ausgezeichnet wurden bisher die Politiker Alois Mock (1994), Herbert Schambeck (2000) und Fritz Neugebauer (2017) sowie die Wissenschafter Prof. Akira Mizunami (1995), Prof. Jan Krucina (2003), Prof. Rudolf Weiler (2007) und Prof. Hideshi Yamada (2007).

 

Abt Patrick Schöder bezeichnete die Medaille mit dem Namen Messners als „Ehre und Verpflichtung zugleich“.

Abt Patrick Schöder bezeichnete die Medaille mit dem Namen Messners als „Ehre und Verpflichtung zugleich“. (c) Kathpress/Paul Wuthe

 

Priester, Gelehrter, Berater

Johannes Messner war Professor für Ethik und Sozialwissenschaft an der Universität Wien. Er galt als Doyen des christlichen Naturrechts und Gründer der „Wiener Schule der Naturrechtsethik“. In der Zwischenkriegszeit war er ein wichtiger Berater sowohl des katholischen Episkopates als auch führender christlich-sozialer Politiker in Österreich.

 

Messner wurde 1891 in Schwaz (Tirol) als Sohn eines Bergmanns und einer Fabrikarbeiterin geboren. Nach der Volksschule in Schwaz besuchte er das humanistische Gymnasium in Brixen, wo er nach der Matura von 1910 bis 1914 an der Katholisch-theologischen Hochschule studierte und am 29. Juni 1914 zum Priester geweiht wurde. Es folgten mehrere Jahre Seelsorgetätigkeit in Tiroler Pfarren sowie Rechts- und Wirtschaftsstudien in Innsbruck und München. Messner war bei verschiedenen Zeitschriften, die sich mit den sozialen und politischen Problemen der Zeit auseinandersetzten, tätig. 1926 verfasste er den Entwurf eines sozialen Hirtenschreibens.

 

1927 hatte er sich mit einer Studie zur Grundlegung einer systematischen Wirtschaftsethik an der Salzburger Theologischen Fakultät habilitiert, wo er anschließend mehrere Jahre als Privatdozent lehrte. 1935 berief ihn die Universität Wien als Außerordentlichen Professor für Ethik und Sozialwissenschaften. Mittlerweile war Messner durch sein erstes großes Werk, „Die Soziale Frage“, bekannt geworden. Er entwickelte darin eine umfassende Sozialkritik, zeigte dabei das Scheitern von Kapitalismus und Sozialismus auf und betonte die Bedeutung einer christlichen Sozialreform für die Lösung der Sozialen Frage.

 

Die Ausgezeichneten und ihre Laudatoren: Helmut Skala, Roland Gangl, Abt Patrick Schöder, Bischof Klaus Küng, Maria Raphaela Hölscher, Norbert Schnedl und Eckehard Quin (v.l.).

Die Ausgezeichneten und ihre Laudator:innen: Helmut Skala, Roland Gangl, Abt Patrick Schöder, Bischof Klaus Küng, Maria Raphaela Hölscher, Norbert Schnedl und Eckehard Quin (v.l.). (c) Kathpress/Paul Wuthe

 

Flucht nach England

Durch den „Anschluss“ verlor er seine Professur, angesichts der drohenden Verhaftung floh er über die Schweiz nach England, wo er im von Kardinal Newman gegründeten Oratorium in Birmingham Aufnahme fand. 1949 erschien, zunächst in Englisch, Messners Hauptwerk „Social Ethics“. Der Titel der bald folgenden deutschen Ausgabe lautete „Das Naturrecht“. Ab 1949 nahm Messner auch wieder seine Lehrtätigkeit in Wien auf. 1962 wurde er emeritiert. Er starb am 12. Februar 1984 in Wien.

 

Am 31. Oktober 2002 wurde das diözesane Seligsprechungsverfahren für Messner eröffnet. Seit 2015 wird das Verfahren aber nicht weiterverfolgt. Kardinal Christoph Schönborn hat als Erzbischof von Wien das Seligsprechungsverfahren sistiert. Das entsprechende Dekret wurde im Wiener Diözesanblatt veröffentlicht. In dem Dekret wird festgehalten, dass durch das Verfahren und die Erhebungen „das vorbildliche sowie verdienstvolle priesterliche und wissenschaftliche Wirken des Dieners Gottes Johannes Messner“ in Erinnerung gerufen wurde. Weil jedoch „eine umfangreiche, kontinuierliche und anhaltende Verehrung des Dieners Gottes in der Erzdiözese Wien fehlt“, werde von der Weiterführung des Verfahrens zur Seligsprechung abgesehen.

 

Quelle: kathpress

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Weiterlesen:

Website des Stifts Göttweig

Stift Göttweig (Ordens-Wiki)

 

[teresa bruckner]


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