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15. Januar 2026

Stift Reichersberg: H. Roman Foissner mit 101 Jahren verstorben

H. Roman Foissner, Augustiner Chorherr des Stiftes Reichersberg, langjähriger Rentmeister und Regenschori des Stiftes, ist am 12. Jänner 2026 im 102. Lebensjahr und im 75. Jahr seines Priestertums verstorben. Er war der derzeit älteste Chorherr Österreichs und der älteste Priester in der Diözese Linz.

H. Roman Foissner aus dem Stift Reichersberg ist am 12. Jänner 2026 im 102. Lebensjahr verstorben.

H. Roman Foissner aus dem Stift Reichersberg ist am 12. Jänner 2026 im 102. Lebensjahr verstorben. (c) pedagrafie.de/Canva

 

H. Roman Foissner wurde am 5. November 1924 in Hohenfurth im Böhmerwald geboren und auf den Namen Johann getauft. Nach dem Besuch der Volks- und Bürgerschule folgte er seinem um ein Jahr älteren Bruder Otto ans Jesuitenseminar Maria Schein in Nordböhmen. Nach der Schließung des dortigen Gymnasiums 1938, kehrten sie in ihre Heimat zurück und besuchten das Gymnasium in Krumau; in dieser Zeit erlebten sie auch die Aufhebung des Zisterzienserstiftes Hohenfurth.

 

Der Zweite Weltkrieg wurde für ihn nach der Kriegsmatura bestimmend für seinen weiteren Weg: vormilitärische Ausbildung in Karlsbad, danach Arbeitsdienst, Militärdienst in Krumau, ferner in Agram (Zagreb) und anderen Kriegsschauplätzen im ehemaligen Jugoslawien, schließlich an der russischen Front. Da er sich weigerte, die Offiziersausbildung zu absolvieren, wurde er immer wieder an die vorderste Front gestellt und erlebte viele gefährliche Situationen. Im Juli 1944 wurde er in den Pripjet-Sümpfen schwer verwundet und überlebte wohl nur, weil ein Kamerad ihn in Sicherheit brachte; der rechte Unterschenkel musste ihm amputiert werden. Damit war der Krieg für ihn zu Ende. Es folgten Aufenthalte in verschiedenen Lazaretten in Norddeutschland, Ende 1945 kam er nach Hause.

 

Schmerzhaftes Ereignis: Verlassen der Heimat

Im September 1946 mussten H. Roman, seine Eltern und sein Bruder ihre Heimat in Richtung Österreich verlassen – die diesbezügliche Aufforderung gehörte zu seinen wohlgehüteten Dokumenten. Dieses schmerzhafte Ereignis blieb zeitlebens eine Wunde und er schrieb einmal: „Die Vergangenheit holt mich gedanklich immer wieder ein.“

 

Nach mehreren erfolglosen Versuchen, Aufnahme in einem österreichischen Kloster zu finden, kamen er und sein Bruder auf Anraten eines Innviertler Priesters schließlich nach Reichersberg und wurden als Konrad und Roman ins Noviziat aufgenommen. Die theologischen Studien absolvierten sie an der Hauslehranstalt in St. Florian. Am 28. Juni 1951 wurden beide von Bischof Fließer zu Priestern geweiht – wegen einer Blinddarmentzündung von H. Roman, die mit Komplikationen verbunden war, in der Privatkapelle des Bischofs.

 

Musikalisches Talent

Schon als Jugendlicher hatte H. Roman Klavier und Orgel gespielt; diese Begabungen wurden erkannt, man ermöglichte ihm eine Ausbildung am Brucknerkonservatorium, und bereits 1954 übernahm er die Leitung der Liedertafel und des Reichersberger Kirchenchores, den er schließlich zu großen Erfolgen im In- und Ausland führte.

 

Bis 1957 wirkte H. Roman dann als Stiftskaplan, im Jahr 1958 wurde ihm das Amt des Rentmeisters übertragen – eine schwierige Aufgabe, litt das Stift doch an drückenden Schulden. Nach schwierigem Beginn ging es aber aufwärts: defizitäre Betriebe wurden geschlossen, neue Möglichkeiten erschlossen: Erneuerung der Weinkellerei, Förderung des Fremdenverkehrs, vor allem aus dem Bäderdreieck, Pflege der Kirchenmusik, Reichersberger Sommer, zwei große Landesausstellungen (1974 und 1984), 1969 Errichtung des Bildungshauses im Nord- und Südtrakt, Errichtung einer neuen Stiftsorgel. Nicht zuletzt war er auch ein Förderer der Kunst und selbst ein guter Fotograf. Um die Bilder besser bearbeiten zu können, schaffte er sich im Alter von 75 Jahren seinen ersten Computer an.

 

Zahlreiche Auszeichnungen

Für seine Verdienste wurde er mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt: Goldenes Verdienstzeichen des Landes OÖ, Kulturmedaille des Landes OÖ, Konsulent der Oö. Landesregierung, Ehrenringträger und Ehrenbürger der Marktgemeinde Reichersberg u.a.

Solange es ging, leistete er auch im hohen Alter noch gerne Seelsorgsaushilfen, z. B. im Kurhaus Schärding. Ein Oberschenkelbruch nach einem Sturz Ende November leitete seine letzte irdische Lebensphase ein.

 

Am 21. Jänner 2026 wird um 19 Uhr in der Stiftskirche Reichersberg für den Verstorbenen gebetet. Der Begräbnisgottesdienst findet am 22. Jänner um 10 Uhr statt, anschließend wird er am Ortsfriedhof beigesetzt.

 

Quelle: Diözese Linz

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Weiterlesen:

Die Parte zum Download

Website des Stifts Reichersberg

Stift Reichersberg (Ordens-Wiki)

 

[teresa bruckner]


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