Piaristen: Europäische Provinzleiter und Generaloberer tagten in Wien

Von 17. bis 19. September 2025 trafen sich in Wien die Leiter der Piaristenprovinzen Europas. Neben Österreichs Provinzial P. Zsolt Labancz (vorne, 1.v.r.) nahm auch der neue Generalobere des Ordens, P. Carles Gil i Saguer (vorne, 2.v.r.), am Treffen teil. (c) Piaristen/Ringhofer
Auch der neue Generalassistent für Europa, P. Jacek Tomasz Wolan, sowie die Leiter der Provinzen Ungarn, Slowakei, Polen, Italien, und der spanischen Ordensprovinzen Betanien, Emaus und Katalonien waren in der österreichischen Ordenszentrale Maria Treu zu Gast. Das Treffen in Wien war eine Fortsetzung der Europatage in Barcelona im Februar. Ein Fokus der gemeinsamen Beratungen lag unter anderem auf der Stärkung der Laienmitarbeiterinnen und -mitarbeiter in piaristischen Bildungseinrichtungen. „Ohne Menschen können wir nichts tun. Wir brauchen qualifizierte, kompetente und engagierte Menschen. Sie sind der Schlüssel, der alles verändert“, zeigte sich P. Carles Gil i Saguer überzeugt.
Der Generalobere des Ordens wies aber auch auf die großen pastoralen Unterschiede der einzelnen Kontinente hin: „Im Senegal haben wir an einem Wochenende 5.000 Hostien in den Sonntagsmessen verteilt, in einer einzigen Pfarre. In einer normalen Messe hatten wir 800 Menschen, bei der Kindermesse jeden Sonntag 1.000. Auf den Philippinen haben wir 12 Messen an einem Sonntag. Aber der spirituelle Durst ist auch in Europa da. Die Jugendlichen sind durstig nach einer guten Antwort.“
Hoffnung für Europa
Positive Perspektiven erkannte er in Frankreich, Spanien, Italien und der Slowakei, wo es wieder Berufungen, Ordenseintritte und Priesterweihen gäbe. Neben der Bildungsarbeit und Seelsorge gehe es zunehmend um die Schaffung einer piaristischen Gemeinschaft von Ordensleuten und Familien, eines spirituellen Ökosystems, in dem Berufungen wachsen können, meinte P. Carles Gil i Saguer.

P. Carles Gil i Saguer (r.) ist seit Juni 2025 Generaloberer der Piaristen, hier im Bild mit Österreichs Provinzial P. Zsolt Labancz. (c) Piaristen/Ringhofer
Einen eigenen Plan für die Entwicklung der europäischen Provinzen gebe es nicht, sagte der neue Generalobere. „Wir haben einen akkordierten Fahrplan für die Welt, dessen Programm und Zielen wir hier im Rhythmus Europas folgen.“ Für ihn sei „Hoffnung“ das Schlüsselwort für Europa. Dazu müsse man als Orden bedeutungsvoll für die Menschen sein und daran glauben, dass ein Morgen möglich ist, und seine Berufung mit Freude leben.
Die Piaristen
Der weltweit tätige Männerorden der Piaristen wurde 1617 vom Heiligen Josef Calasanz gegründet und setzt sich vor allem für die Bildung von benachteiligten Kindern und Jugendlichen ein. In Österreich gibt es seit 1657 eine Niederlassung in Horn, seit 1697 in Wien – Maria Treu (1080) und St. Thekla (1040) – und seit 1776 auch in Krems. In Wien sind die Piaristen Träger eines privaten Kindergartens, dreier Kindergruppen und zweier Volksschulen mit Hort für insgesamt rund 700 Kinder. Aufgrund ihres vierten Gelübdes, sich für die Erziehung der Kinder und Jugendlichen einzusetzen, sind Piaristen nicht nur Priester und Ordensmänner, sondern stets auch Pädagogen.
P. Carles Gil i Saguer, bisheriger Generalassistent für Europa, war nach der Bischofsweihe seines Vorgängers, P. Pedro Aguado SP, im Juni 2025 zum Pater General des Ordens ernannt worden. Dieses Amt übt er bis zum nächsten Generalkapitel 2027 aus. P. Carles war zuvor als Generalökonom des Ordens und seit 2021 Generalassistent für Europa tätig. In dieser Aufgabe folgte ihm im Juni 2025 P. Jacek Tomasz Wolan nach. Der 43-jährige Pole war davor Provinzassistent in seiner Heimat, unterrichtet an Piaristenschulen und ist besonders in der Jugendarbeit und im Kinderschutz engagiert.
Quellen: kathpress, Piaristen