Konvivenz ist Thema beim SDS-Begegnungstag in Linz

 Jäggle 120Der 28. Begegnungstag der Salvatorianerinnen fand am 21. September 2013 erstmals in Linz statt. Mehr als 120 sind gekommen. Prof. Martin Jäggle von der Universität Wien erörterte das Thema "Der Reiz des ganz Anderen - Fremde im anderen Land". Seine Grundthese lautet "Konvivenz": Nicht füreinander sondern miteinander.

 

"Wer Politik mit Angst macht, hat jede Berechtigung zur Wahl verloren, wiel Angst das Miteinander zerstört", setzt der Theologe Jäggle in der Vorwahlzeit gleich an dern Beginn seiner Ausführungen: "Es braucht Konvivenz statt Pro-Existenz. Es geht darum, nicht füreinander da zu sein, sondern miteinander." Jäggle sieht eine Entwicklung und eine neue Wahrnehmung: "Gelernt haben wir das Füreinander, aber die Zukunft wird das Miteinander brauchen." Am Beispiel der alttestamentlichen Erzählung von Rut und Noomi macht Jäggle klar, "dass die Fremde nicht assismiliert oder integriert wird, sondern Rut als Fremde in der Vielfalt des Gottesvolkes lebt. So wird die Fremde zur Stammmutter von David und Jesus."

 Salvatorianerinnen Linz 450

(vlnr: Martin Jäggle, Sr. Maria Schlackl, P. Erhard Rauch, Sr. Martina Winklehner, Provinzoberin Sr. Brigitte Thalhammerm, Laiensalvatorianer Christian Patzl)

Den Alltag auf Augenhöhe miteinander gestalten

Die Basis für ein Gelingen dieses Miteinanders in Vielfalt sieht Jäggle in der Begegnung auf Augenhöhe im Alltag: "Wer sich auf Konvivenz einlässt, lässt sich auf den Alltag und das Gewöhnliche ein. Basis ist nicht das Außerordentliche, sondern das tägliche Leben. Durch Erzählungen dieses Miteinanders werden Normen, Vorurteile und Gewohnheiten der Ausgrenzung außer Kraft gesetzt." Jäggle ermutigt, mit Offenheit aufeinander zuzugehen und sich gegenseitig zuzuhören: "Wer sich selber einschließ übersieht, dass er oder sie sich ausschließt. Der Mensch sieht heute sein eigenes Gefängnis nicht mehr." Wichtig findet Jäggle, der selber "im Lichte der Synagoge und im Schatten des Stephansdomes" aufgewachsen ist, Erlebnisse und persönliche Haltungen anzusprechen und auszutauschen, auf Augenhöhe.

1 Ankommen

 

Start für die 125-Jahr-Feier

Sr. Brigitte Thalhammer stellte als Provinzoberin an den Anfang des Begegnungstages: "Vom Gründer P. Jorden ist uns die Universalität mit allen Menschen als Auftrag in die Wiege gelegt." Thalhammer hob hervor, dass das Lieblingswort des Gründers das Wort "und" war. er hat in allem das Verbindende in den Vordergrund gestellt. Die Vielfalt und Unterschiedlichkeit in Österreich ist Tatsache und "dem wollen wir uns mit diesem Tag besonders stellen". Thalhammer sieht den SDS-Begegnungstag in Linz als "Auftakt" für die am 8. November 2013 in Wien stattfindenden 125-Jahr-Feiern unter dem Titel "balanceakt". Die Salvatorianierinnen gibt es weltweit seit 125 Jahren.

Begrüßung Maria

Salvatorianerinnen in Österreich

Salvatorianer in Österreich

LaiensalvatorianerInnen in Österreich 

[fk]