Sensationsmadonna in der Basilika Loretto

2016 10 26 SensationsmadonnaBei Renovierungsarbeiten im burgenländischen Loretto wurde eine vermutlich 1683 zerschlagene Madonna gefunden. Landeskurator Peter Adam spricht von einem "Sensationsfund". Wallfahrtsrektor und Superior P. Stefan Vukits von den Oblaten der Jungfrau Maria will sie den Pilgern zugänglich machen.

Im Zuge der Renovierungsarbeiten an der Gnadenkapelle neben der Basilika Loretto wurde ein kunsthistorischer Sensationsfund gemacht: Im Altar lagen Teile einer mehr als 300 Jahre alte Marienstatue verborgen, berichtet der "Standard" am 25. Oktober 2016. Die Heiligenstatue der Mutter Gottes war offenbar bei der zweiten Türkenbelagerung 1683 zerstört und später als Gnadenfigur in den Altar eingebettet worden. Die erhaltene Originalbemalung macht den Fund für Denkmalschützer interessant.

Enthusiastisch zeigte sich im "Standard"-Interview der bundesdenkmalamtliche Landeskurator Peter Adam. "Man kann da schon von einer Sensation sprechen", so Adam. Einzigartig sei vor allem, dass sie über die drei Jahrhunderte große Teile der originalen Bemalung bewahren konnte und die Art der Aufbewahrung. "Da gibt es viel Arbeit für unsere Experten. Die Zusammensetzung der Farben lässt sich rekonstruieren."

Die meisten Steinfiguren aus dieser Zeit standen im Freien. Dass diese barocke Figur so gut erhalten blieb über die lange Zeit, war wohl auch Zufall. "Der Altar war sehr durchfeuchtet, deshalb wurde ja auch Hand angelegt", so Adam. Die Madonna lag allerdings in einem Sandbett, das die Feuchte absorbierte.

Warum man gerade diese Skulptur so sorgsam aufbewahrte, sei ebenfalls kulturgeschichtlich erforschenswert, meinte der Landeskurator. Das zentrale Gnadenbild war die steinerne Muttergottes nicht - das war und ist die aus Ebenholz geschnitzte und damals nach Forchtenstein evakuierte Schwarze Madonna.

Adam hat die exhumierte Madonna in die Denkmalamtswerkstatt evakuiert. Was mit dem Fundstück passiert, ist noch nicht ganz klar. "Unsere Experten werden versuchen, restauratorisch Hand anzulegen." Dann wäre auch eine museale Aufbereitung möglich - oder eine liturgische, etwa um sie gemeinsam mit der Schwarzen Madonna zu den gegebenen Wallfahrtsanlässen zeigt.

Auch der Superior der Gemeinschaft in Loretto, P. Stefan Vukits, spricht sich dafür aus, die Statue der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. "Wir werden sie reinigen und schauen, dass sie auch ein bisschen hergerichtet wird - so weit wie möglich, ohne zu viel von der Originalsubstanz zu zerstören. Und wir werden schauen, dass sie einen würdigen Platz finden. Es ist eine historische Sache, die wir den Wallfahrern nicht entziehen werden", wird Vukits vom ORF-Burgenland zitiert.

Die Kosten für die Restaurierung der Gnadenkapelle werden mit rund 280.000 Euro beziffert. Finanziert wird die Sanierung u.a. über die Vereinigung der Freude der Basilika Maria Loretto. Man suche aber nach weiteren Spendern, heißt es in dem ORF-Bericht. Die Arbeiten sollen im Frühjahr 2017 abgeschlossen sein.

[ms]

 

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