27. Oktober 2026

„Ich bin jetzt für dich da“: Podcast mit Provinzial Frater Rudolf Knopp

Frater Rudolf Knopp, Provinzial der Ordensprovinz Europa Mitte der Barmherzigen Brüder, spricht in der neuesten Folge des Religionspodcasts „Wer glaubt, wird selig“ darüber, was ein Ordenskrankenhaus ausmacht, wie Barmherzigkeit spürbar wird und wie ein gutes Miteinander in der neuen mitteleuropäischen Großprovinz Vorbildwirkung haben kann.

Frater Rudolf Knopp, Provinzial der Ordensprovinz Europa Mitte der Barmherzigen Brüder

Gedanken mit Weitblick: Im Podcast spricht Frater Rudolf Knopp über Menschen am Rand der Gesellschaft, Gemeinschaft über Grenzen hinweg und seinen persönlichen Glaubensweg. © Ludwig Schedl, ludwigschedl@gmail.com

 

Einen verstärkten Blick auf jene Menschen, die durch die Netze im Gesundheitssystem fallen, wünscht sich der neue Provinzial der Barmherzigen Brüder, Frater Rudolf Knopp, in der rund 60-minütigen Folge des Religionspodcasts „Wer glaubt, wird selig“. Gerade hier sieht der 68-jährige Ordensmann auch künftig einen zentralen Aufgabenbereich für die Barmherzigen Brüder – zum Beispiel in Österreich mit der Ambulanz für Nichtversicherte im Ordenskrankenhaus in Wien oder den Gehörlosenambulanzen in Wien, Graz, Klagenfurt und Linz. In München gebe es darüber hinaus eine mobile medizinische Versorgung von obdachlosen Menschen. So erreiche man Menschen, die niemals von selbst in eine Praxis gehen würden, erläutert der Provinzial und meint: „Barmherzigkeit ist das Gespür für den leisen Unterschied.“

 

Was die Debatten rund um notwendige Reformen des Gesundheitssystems betrifft, kommt Knopp zu dem Schluss, dass die Situation zwar in jedem Land anders sei, grundsätzlich aber überall aufgrund der knapper werdenden Ressourcen Reformen notwendig sind. Für die meisten Menschen werde es wohl auch künftig eine gute Versorgung geben, aber eben nicht für alle.
 

„Du bist wichtig“ als zentrale Botschaft

Was ein Ordenskrankenhaus auszeichnet, solle für Patient:innen unmittelbar erlebbar sein. Zur professionellen Medizin und Pflege gehört für den Provinzial eine Haltung, die vermittelt: „Du bist wichtig und ich bin jetzt für dich da!“ Nachsatz: „Das muss der Patient spüren.“ Wie lässt sich dieser Anspruch im Alltag verwirklichen? Und wie können die zahlreichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Spiritualität des Ordens mittragen? Auch diesen Fragen widmet sich das Gespräch.

 

5 Länder, 24.000 Mitarbeitende, 49 Brüder

Frater Rudolf Knopp wurde am 22. Jänner 2026 zum ersten Provinzial der neu gegründeten Ordensprovinz Europa Mitte gewählt. Mit der Zusammenlegung der Österreichischen und der Bayerischen Provinz entstand mit Sitz in Wien eine neue Struktur, die über Ländergrenzen hinweg arbeitet. In der neuen Ordensprovinz mit Standorten in Bayern, Österreich, Tschechien, Ungarn und der Slowakei betreiben die Barmherzigen Brüder Spitäler sowie zahlreiche weitere Sozial- und Gesundheitseinrichtungen wie Alten- und Pflegeheime, Lebenswelten für Menschen mit Behinderungen, eine Therapiestation für Drogenkranke, Hospize sowie Kur- und Wellnesseinrichtungen.

In diesen Einrichtungen gibt es fast 6.000 Krankenhausbetten und über 800 Betreuungsplätze für ältere Menschen. Weiters werden fast 4.000 Menschen mit Behinderungen betreut und annähernd 900 Menschen in Berufen des Sozial- und Gesundheitswesens ausgebildet. Die neue Provinz zählt mehr als 24.100 Mitarbeitende, denen 49 Ordensbrüder gegenüberstehen. Umso größer sei die Herausforderung, die Mitarbeitenden auch in gewisser Weise in der Spiritualität des Ordens zu schulen.

 

Gelingendes Miteinander unter Ordensbrüdern

Die Vereinigung als neue Provinz bezieht sich vor allem auf die Verwaltung des brüderlichen Bereichs und die Leitungsgremien des Ordens. Die einzelnen Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen, Krankenhäuser, Hospize und viele andere Werke des Gesundheits- und Sozialsystems sowie die Konvente sind in ihrem Tun und Handeln nicht direkt betroffen. An ihren Namen oder ihrer Rechtspersönlichkeit gibt es keine Änderungen.

Die menschlichen Herausforderungen der Zusammenlegung seien jedoch nicht unwesentlich, räumt der Provinzial ein. So gelte es, Ängste der kleineren östlichen Staaten auszuräumen und durch eine wertschätzende Kommunikation Vertrauen aufzubauen. Man sei jedenfalls auf einem guten Weg, befindet Frater Rudolf. Nicht zuletzt könnten die Barmherzigen Brüder angesichts der politischen Entwicklungen in viel zu vielen Ländern Europas auch ein Beispiel dafür geben, „dass ein Miteinander gelingen kann“.

Ein kleiner Baustein für ein gutes Miteinander über Grenzen und Sprachen hinweg sei auch das neue Magazin „Misericordia“, das erstmals im Sommer 2025 erschienen ist. Neben einer deutschen Ausgabe gibt es auch inhaltlich gleiche Versionen in ungarischer und tschechischer Sprache. Das Mitarbeiter-Magazin der Barmherzigen Brüder erscheint vier Mal im Jahr und will dazu beitragen, das Zusammengehörigkeitsgefühl in der Provinz zu stärken.

 

Persönliche Einblicke

Der Podcast eröffnet auch einen persönlichen Blick auf den Provinzial: Warum entschied er sich für ein Leben im Orden – und warum gerade für die Barmherzigen Brüder? Frater Rudolf Knopp erzählt von seinem Eintritt im Jahr 1979, seinem Glauben und von den vielen verschiedenen Stationen und Aufgaben, die ihn bis in die Ordensleitung nach Rom führten.

 


Jederzeit hörbereit

Der von der ökumenischen Radioagentur Studio Omega produzierte Religionspodcast „Wer glaubt, wird selig“ ist auf der Website der katholischen Kirche in Österreich (www.katholisch.at), auf https://studio-omega-der-podcast.simplecast.com sowie allen gängigen Podcast-Plattformen abrufbar. Die aktuelle Folge trägt den Titel „Frater Rudolf Knopp: Ordensmann, Gesundheitsmanager und Brückenbauer“ und dauert rund 61 Minuten.


 

Quellen: Barmherzige Brüder / kathpress