Franziskanerinnen von Amstetten feierten 150-Jahr-Jubiläum

Die Franziskanerinnen von Amstetten feierten am 11. Oktober 2026 ihr 150-jähriges Wirken in Amstetten. (c) Wolfgang Zarl
Zum Festgottesdienst in der bis auf den letzten Platz gefüllten Klosterkirche, dem der Amstettener Pfarrer Peter Bösendorfer vorstand, waren zahlreiche Mitschwestern, Priester, Wegbegleiter:innen und Stadtvertreter:innen, darunter Bürgermeister Christian Haberhauer, gekommen. In seiner Predigt hob Bösendorfer hervor, dass die Schwestern vor allem Mädchen aus armen Verhältnissen Zugang zu Bildung schenkten und junge Menschen stets in die Mitte stellten. Auch wenn heute keine Ordensfrauen mehr aktiv an den Schulen wirken, zeige die Geschichte, dass die Gemeinschaft stets neue, zukunftsorientierte Wege finde. Er dankte ihnen mit dem Leitspruch: „Du bist begabt, Du bist gesegnet, Du hast Zukunft“.

Der Festgottesdienst in der Klosterkirche war gut besucht, auch einige Priester feierten mit. (c) Wolfgang Zarl
Auch Bürgermeister Haberhauer würdigte das Wirken der Franziskanerinnen als beeindruckende Erfolgsgeschichte, die die Stadt nachhaltig prägte. Heute vereint der zentrale Campus bis zu 700 Kinder und Jugendliche, die vom Praxis-Kindergarten über Volks- und Mittelschule bis hin zu Wirtschaftsschulen und der BAfEP unterrichtet werden. Seit dem Schuljahr 2022/23 wird das operative Bildungsnetzwerk vom Verein für Franziskanische Bildung (VfFB) geleitet, wodurch franziskanische Werte lebendig bleiben.

Die Klosterkirche der Franziskanerinnen von Amstetten war anlässlich der Jubiläumsfeierlichkeiten bis auf den letzten Patz gefüllt. (c) Wolfgang Zarl
Unterrichtsbeginn 1876
Die Ordensgemeinschaft der Franziskanerinnen von Amstetten wurde im Jahr 1855 in Judenau bei Tulln durch die Schwesterngemeinschaft aus Hallein in Salzburg gegründet. Ziel war es, den Menschen in einer Zeit sozialer Not mit Bildung, Pflege und gelebtem Glauben zur Seite zu stehen. 1876 kamen die ersten vier Schwestern aus dem ursprünglichen Mutterhaus Judenau nach Amstetten. Am 21. September 1876 wurde das neu erbaute Kloster feierlich eingeweiht, am 1. Oktober desselben Jahres begannen der Unterricht in der Volksschule für Mädchen und die Betreuung der Kinder in der sogenannten „Kinderbewahranstalt“. Nach der Enteignung im Jahr 1938 wurde das Kloster in Amstetten zum Mutterhaus der Franziskanerinnen von Amstetten.
Quellen: Wolfgang Zarl; Franziskanerinnen von Amstetten