15. Oktober 2026

Tiroler Ordenskonferenz setzte sich mit Identität und Image auseinander

Am 14. Oktober 2026 traf sich die Ordenskonferenz der Diözese Innsbruck. Als Referent war diesmal Maximilian Markschläger, Leiter Marketing, Werbung und Sponsoring der Wiener Städtischen Versicherung in Tirol und Gesellschafter-Geschäftsführer der URBAN AGENCY GmbH, zu Gast. Er sprach über die Schnittstelle von Theologie, Markenführung und Wirtschaft und darüber, warum Sichtbarkeit erst nach der Sendung kommt.

Die Ordenskonferenz der Diözese Innsbruck kam am 14. Oktober 2026 zusammen.

Die Ordenskonferenz der Diözese Innsbruck kam am 14. Oktober 2026 zusammen. (c) URBAN AGENCY

 

Den Kern von Markschlägers Vortrag unter dem Titel „Wo wir uns kreuzen, entsteht Zukunft.“ bildete die Unterscheidung von Identität und Image. „Für wen halten mich die Menschen?“ sei die Frage nach dem Image, „Ihr aber, für wen haltet ihr mich?“ die Frage nach der Identität. Markenführung beginne deshalb nicht beim Logo oder bei Instagram, sondern bei drei Fragen: Wer bin ich? Wozu bin ich da? Woran erkennt man das? Identität, Sendung, Verhalten und Zeichen könne eine Gemeinschaft gestalten, das Image entstehe beim Gegenüber.

 

Aus der Wirtschaft brachte Markschläger, der selbst zwar kein Ordensmann ist, aber seit seiner Kindheit mit verschiedenen Ordensgemeinschaften verbunden ist, Begriffe wie Purpose, Mission und KPIs mit – und spiegelte sie an biblischen Texten. „Wer nicht weiß, wozu er gesandt ist, verwaltet irgendwann nur noch Prozesse.“ Reichweite sei nicht dasselbe wie Wirkung, Zustimmung kein KPI des Evangeliums.

 

Maximilian Markschläger sprach über die Schnittstelle von Theologie, Markenführung und Wirtschaft und darüber, warum Sichtbarkeit erst nach der Sendung kommt.

Maximilian Markschläger sprach über die Schnittstelle von Theologie, Markenführung und Wirtschaft und darüber, warum Sichtbarkeit erst nach der Sendung kommt. (c) privat

 

Zukunftsbild: Vier Verschiebungen

Der Referent präsentierte den Ordensleuten außerdem sein Zukunftsbild für die Orden in Tirol. Er beschrieb es mit vier Verschiebungen: weniger Institution, mehr Konzentration; weniger Fläche, mehr Tiefe; weniger Veranstaltungen, mehr Begegnung; weniger Selbstdarstellung, mehr Zeugnis. Statt großer Häuser brauche es spirituelle Zentren – einen Raum, einen Tisch, eine Kapelle, einen Menschen, der zuhört.

 

Im Hinblick auf die Zusammenarbeit der Gemeinschaften plädierte er dafür, die Charismen getrennt zu halten und Strukturen zu teilen: Verwaltung, Kommunikation, Räume oder Bildungsangebote müsse nicht jede Gemeinschaft alleine tragen. Es brauche keine gemeinsame Identität, sondern eine gemeinsame Schnittmenge. Am Ende gab er den Ordensleuten eine Frage mit: Wenn wir heute neu gegründet würden – mit unserem Charisma, aber ohne unsere Gebäude, Strukturen und Gewohnheiten –, was würden wir aufbauen?

 

Im Zuge des Vortrags hatten die Ordensleute auch Zeit für Austausch untereinander.

Im Zuge des Vortrags hatten die Ordensleute auch Zeit für Austausch untereinander. (c) URBAN AGENCY

 

Ordensgemeinschaften in der Diözese Innsbruck

In der Diözese Innsbruck leben derzeit 446 Ordensangehörige in 26 Ordensgemeinschaften. Davon leben 168 Männer in elf Ordensgemeinschaften und 278 Frauen in 15 Ordensgemeinschaften (Stand 2025).

 

Quelle: URBAN AGENCY