Salesianer Don Boscos trauern um früheren Provinzial P. Josef Keler

Der frühere Provinzial der Salesianer Don Boscos, P. Josef Keler, verstarb am 13. Oktober 2026 im 88. Lebensjahr. (c) Salesianer Don Boscos
P. Josef Keler wurde 1939 in Mitterndorf im steirischen Mürztal geboren und trat 1959 in den Orden der Salesianer Don Boscos ein. Nach seinem Theologiestudium in Benediktbeuern wurde er 1969 zum Priester geweiht. Zu seinen ersten Wirkungsstätten gehörten das Schülerheim in Landeck und das Don-Bosco-Gymnasium Unterwaltersdorf. Später war er als Seelsorger und Pfarrer unter anderem in Klagenfurt und Wien-Stadlau tätig. 1984 promovierte er im Fach Pädagogik zum Doktor der Philosophie.
Im selben Jahr wurde P. Josef Keler zum Provinzial der österreichischen Salesianerprovinz ernannt. Dieses Leitungsamt übte er bis 1996 aus. Anschließend übernahm er die Leitung des Canisiusheims in Horn. Von 2002 bis 2013 war er Pfarrer und Direktor der Salesianergemeinschaft in Graz-Don Bosco. Zuletzt lebte er im Wiener Salesianum und wirkte als Seelsorger bei den Herz-Jesu-Schwestern.
Drei Jahrzehnte im Dienst der Mission
Neben seinen Aufgaben innerhalb des Ordens engagierte sich der Salesianer Don Boscos über Jahrzehnte für die weltweite Missionsarbeit. Als Missionsprokurator der österreichischen Salesianer und rund 30 Jahre lang als Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Missionierenden Orden setzte er sich für die Unterstützung kirchlicher Projekte und der Menschen vor Ort ein. Dabei ging es ihm sowohl um die Förderung der Arbeit von Ordensgemeinschaften in den Ländern des Südens als auch um die Unterstützung der Kirche in den Staaten des ehemaligen Ostblocks.
Seine Reisen führten ihn unter anderem nach Ghana, in den Kongo, nach Brasilien, Argentinien und Osttimor. Auch in Ländern hinter dem Eisernen Vorhang engagierte er sich für die dortigen kirchlichen Gemeinschaften, teilweise unter schwierigen politischen Bedingungen. In seiner Funktion als Missionsverantwortlicher der Orden begegnete er unter anderem Papst Johannes Paul II. und Mutter Teresa.
Einsatz für Anliegen der Missionare
Sein Interesse an der Mission erwuchs auch aus persönlichen Kontakten zu österreichischen Salesianermissionaren. Als Pfarrer in Wien-Stadlau stand P. Josef Keler in engem Austausch mit Kongo-Missionar P. Johann Kiesling (1934-2024), besuchte ihn und später auch andere Mitbrüder in ihren Einsatzgebieten. Die unmittelbaren Begegnungen mit den Menschen und den Herausforderungen der Missionsarbeit bestärkten ihn darin, sich auch in Österreich für die Anliegen der Missionare einzusetzen.
1997 unterstützte er maßgeblich die Gründung der Hilfsorganisation Jugend Eine Welt. Über viele Jahre stand er deren Vorstand vor und begleitete die Entwicklung der Organisation zu einem international tätigen Träger von Bildungs- und Hilfsprojekten. Darüber hinaus setzte er sich für die Förderung von Fachhochschulstudiengängen im Bildungs- und Sozialbereich ein.
Gottvertrauen, Tatkraft und Humor
P. Peter Rinderer, Provinzial der österreichischen Salesianer Don Boscos, würdigte seinen verstorbenen Mitbruder gegenüber Kathpress als eine wichtige Persönlichkeit für den Orden. Vielen werde er durch sein „markantes Lachen“, seine Tatkraft und sein tiefes Gottvertrauen in Erinnerung bleiben. P. Josef Keler habe andere begeistern und ermutigen können, „mit Kraft voranzugehen“ und den Weg im Sinne Don Boscos zu gehen, betonte P. Peter Rinderer. Besonders hob er den Einsatz des Verstorbenen für Menschen in Not hervor, darunter die Unterstützung von Missionsprojekten in Westafrika und in den Ländern des ehemaligen Ostblocks. „Er hat geholfen, was er helfen konnte“, sagte der Provinzial.
Heinz Hödl, ehemaliger Geschäftsführer der Koordinierungsstelle der Österreichischen Bischofskonferenz für Entwicklung und Mission (KOO), bezeichnete P. Josef Keler als geschätzten Gesprächs- und Kooperationspartner. Die Zusammenarbeit habe sich unter anderem bei der Fachtagung Weltkirche bewährt, die gemeinsam mit den missionierenden Ordensgemeinschaften veranstaltet wurde. Bereits während Hödls Tätigkeit als Geschäftsführer der Dreikönigsaktion sei die Kooperation mit den Salesianern und dessen Missionsprokurator „positiv und fruchtbar“ gewesen.
Reinhard Heiserer, Geschäftsführer von Jugend Eine Welt, erinnerte an Kelers maßgebliche Unterstützung bei der Gründung der Organisation 1997 und dessen langjährige Tätigkeit als Vorstandsvorsitzender. Trotz zunehmender gesundheitlicher Beschwerden habe sich P. Josef Keler bis zuletzt für die weltweiten Don-Bosco-Projekte interessiert. Heiserer hob dessen Glauben, Wissen, Humor und wertvollen Rat hervor. Als Leitspruch des früheren Salesianerprovinzials zitierte er: „Jede Hilfe ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein, aber wenn der Tropfen trifft, bedeutet er Leben.“
Mehrere Auszeichnungen
Für seine Verdienste erhielt P. Josef Keler mehrere kirchliche und staatliche Auszeichnungen. 1994 wurde er zum Geistlichen Rat, 1997 zum Konsistorialrat ernannt. Am 3. Mai 2016 verlieh ihm die Republik Österreich das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich.
Quellen: kathpress, Salesianer Don Boscos