13. Oktober 2026

Stift Melk als Treffpunkt benediktinischer Schulen weltweit

Welche Aufgaben und welche Verantwortung tragen Schulen des Benediktinerordens heute? Wie kann gegenseitiges Lernen und Austausch über Länder- und Kontinentsgrenzen hinweg heute und in der Zukunft gelingen? – Um derartige Fragen ging es von 6. bis 10. Oktober 2026 im Stift Melk bei der World Conference of Benedictine Educators (BENET 2026).

150 Schul- und Bildungsverantwortliche aus 25 Ländern trafen sich im Stift Melk zur World Conference of Benedictine Educators (BENET 2026).

150 Schul- und Bildungsverantwortliche aus 25 Ländern trafen sich im Stift Melk zur World Conference of Benedictine Educators (BENET 2026). (c) Stift Melk_Schöberl

 

150 Schul- und Bildungsverantwortliche aus 25 Ländern und allen Kontinenten trafen sich zum Erfahrungsaustausch, zur Vertiefung internationaler Kontakte und zum gemeinsamen Nachdenken über den eigenen Auftrag. „Bildung war immer integraler Bestandteil der benediktinischen Tradition und ist bis heute ein zentraler Teil unseres benediktinischen Lebens geblieben“, erklärte der Melker Subprior P. Alois Köberl, der das internationale Treffen koordinierte, in einer Mitteilung des Stifts.

 

Organisiert von der International Commission on Benedictine Education (ICBE), die mehr als 180 Schulen in benediktinischer Tradition miteinander verbindet, fand die Konferenz nach Austragungsorten wie Manila, Rom, Santiago de Chile, Sydney und zuletzt Rio de Janeiro zum zehnten Mal statt. Diesmal stand sie unter dem Thema „Learning to live – stability and hospitality – an invitation“ („Leben lernen – Stabilität und Gastfreundschaft – eine Einladung“).

 

Am Programm des Treffens standen auch Erfahrungsaustausch und die Vertiefung internationaler Kontakte.

Am Programm des Treffens standen auch Erfahrungsaustausch und die Vertiefung internationaler Kontakte. (c) Stift Melk_Schöberl

 

Orte der Stabilität und Orientierung

Benediktinischen Schulen und Klöstern komme gerade in Zeiten von Unsicherheit und Umbrüchen die Aufgabe zu, Orte der Stabilität und der Orientierung zu sein – „Orte, an denen junge Menschen Wurzeln schlagen, ihrem Fundament nachspüren und wachsen können“, heißt es in der Mitteilung. Schließlich sei die Stabilität (stabilitas loci) ein wesentlicher Bestandteil benediktinischer Spiritualität. Zugleich stünden sie für Gastfreundschaft und gelebte Gemeinschaft: als „Orte, an denen Fremdheit nicht ausgegrenzt, die Würde des Einzelnen geachtet wird und voneinander Lernen zu einem guten Leben verhilft“.

 

Das Programm der fünftägigen Treffens umfasste Vorträge und Keynotes – unter anderem vom Melker Prior P. Jakob Deibl – sowie Vertiefungsgruppen, Diskussionen und auch gemeinsames Gebet und das Feiern von Gottesdiensten, dazu gab es ein kulturelles Rahmenprogramm. Durch Stipendien des ICBE-Netzwerks und von Stift Melk konnten auch Vertreter:innen aus Schulen teilnehmen, für die die teils aufwändige und lange Reise nach Melk mit zu hohen finanziellen Belastungen verbunden gewesen wäre.

 

Zum Rahmenprogramm der Konferenz gehörten auch gemeinsame Gottesdienste in der Melker Stiftskirche.

Zum Rahmenprogramm der Konferenz gehörten auch gemeinsame Gottesdienste in der Melker Stiftskirche. (c) Stift Melk_Schöberl

 

Reihe von benediktinischen Schulen

In Österreich gibt es eine ganze Reihe von benediktinischen Schulen, darunter in Wien das Schottengymnasium, sowie Stiftsgymnasien und sonstige Schulen in Melk, Seckau, Admont, Seitenstetten, Kremsmünster, Lambach, St. Paul und Michaelbeuern. Abseits der Weltkonferenz, sind Bildungseinrichtungen des Benediktinerordens auch auf andere Weise vernetzt. So gibt es etwa im deutschsprachigen Raum regelmäßige BENET-Treffen und Möglichkeiten zur Teilnahme an internationalen Jugendkongressen für Schülerinnen und Schüler.

 

Quellen: kathpress; Stift Melk