VOSÖ startet „mental health“-Programm

Psychologin Karin Alt, VOSÖ-Geschäftsführerin Martha Mikulka, Klassensprecherin Elen Cetinkaya, Direktorin Andrea Murtinger und Elternvereinsobmann Matthias Witzemann (v.l.) präsentierten am 8. Oktober 2026 am Clara Fey Campus Maria Regina das neue „VOSÖ-Care-Programm“. (c) ÖOK/Elisabeth Mayr-Wimmer
Das Unterstützungsprogramm hilft Kindern von drei bis 19 Jahren, sowie Eltern wie Pädagoginnen und Pädagogen durch ausgebildetes Personal wie Mediator:innen, Schulpsycholog:innen, Sozialarbeiter:innen und Seelsorger:innen. Einsamkeit, Druck und Zukunftsängste nähmen zu, speziell Mädchen seien mehr belastet als Burschen, erklärte VOSÖ-Geschäftsführerin Martha Mikulka. Sie meinte weiter: „Wir wollen nicht erst reagieren, wenn etwas auftritt, sondern hinschauen, was die Kinder und Jugendlichen brauchen.“
Schon jetzt seien 95 Pädagog:innen sowie Schulleitungen geschult worden. Rund 700 Kinder der ersten Klassen an elf Volksschulen in Niederösterreich und Wien hätten bereits an einem „Emotionsregulierungs-Training“ teilgenommen, berichtete die VOSÖ-Geschäftsführerin, die das Care-Programm als ein interdisziplinäres Netzwerk beschreibt, das die insgesamt 85 Standorte der Ordensbildungseinrichtungen begleiten und unterstützen soll.
„Geht um eine Haltung“
Das VOSÖ-Care-Programm besteht aus Bausteinen und kann je nach Standort angepasst werden. Mittels der VOSÖ-Akademie werden die Pädagoginnen und Pädagogen geschult und begleitet. Neu ist, dass nun auch Eltern an der Akademie Schulungen in Anspruch nehmen können; rund 9.700 Erziehungsberechtigte wurden zur VOSÖ-Akademie eingeladen. „Es geht um eine Haltung: Kein Kind und kein junger Mensch soll mit seinen Sorgen allein bleiben“, erklärte Mikulka.
Das Care-Programm wolle jedes Kind in seiner Gesamtheit sehen. „Kinder und Jugendliche mit gesundem Körper und Geist“ könnten auch in der Schule Leistung erbringen, meinte dazu Andrea Murtinger, AHS-Direktorin und Standortkoordinatorin am Wiener Campus Maria Regina. Mittels gezielter Hilfe und Prävention wolle man neben geistiger Bildung und Herzensbildung auch die psychosoziale Gesundheit stärken und die Kinder und Jugendlichen in ihrer Entwicklung unterstützen.
Unterstützung vonseiten der Eltern
8.800 Schülerinnen und Schüler an 31 Schulen nahmen bereits an den „Mental Health Days“ teil. Ferner werden Workshops sowie Peer-Mediation angeboten. „Letztlich geht es um eine Umgebung, in der Kinder und Jugendliche Vertrauen, Sicherheit und Wertschätzung erfahren“, erklärte Murtinger. Die Finanzierung des VOSÖ-Care-Programms erfolgt großteils durch die VOSÖ als Schulerhalter und wird durch einen monatlichen Beitrag von fünf Euro vonseiten der Eltern unterstützt, der gemeinsam mit dem Schulgeld verrechnet wird. „Wir merken als Eltern, dass der Druck auf Jugendliche aus den unterschiedlichsten Richtungen immer größer wird und halten die Einführung vom VOSÖ-Care-Programm für einen richtigen und wichtigen Schritt“, erklärte Elternvereinsobmann Matthias Witzemann.
Laut Karin Alt, klinische Psychologin und Teil des VOSÖ-Care-Teams, nehmen Druck, psychische Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen zu, was auch in der Schule erkennbar sei. „Das Programm steht für die Gesamtheit des Menschen. In einem stabilen Umfeld, in einem gesunden Körper kann Lernen funktionieren“, sagte Alt, die die interdisziplinäre Zusammenarbeit von unterschiedlichsten Berufsgruppen innerhalb des Care-Programms herausstrich.
„Wenn man schon merkt, dass der Druck zu groß wird und er sich zu sehr auf das eigene Leben auswirkt, ist es wichtig, Hilfe zu bekommen, um damit richtig umzugehen“, erklärte Elen Cetinkaya, Klassensprecherin der 8c am Gymnasium Maria Regina. Zwar könne es helfen, mit Freund:innen oder anderen vertrauten Personen über Probleme zu sprechen, wichtig sei aber auch professionelle Unterstützung. „Dafür muss man aber zuerst aufgeklärt werden, dass man Hilfe holen kann und sollte, wo es diese Hilfe gibt und dass es nichts ist, wofür man sich schämen muss“, erklärte die Klassensprecherin.
VOSÖ in Zahlen und Fakten
Die Vereinigung von Ordensschulen Österreichs wurde im Jahr 1993 auf Initiative der Ordensgemeinschaften Österreich gegründet und ist heute der größte private Schulträger Österreichs. Gründungsgedanke der VOSÖ war es, ein Angebot für die Orden zu sein, die ihre Bildungswerke nicht mehr in die Zukunft führen können.
Zur VOSÖ gehören heute 24 Bildungsstandorte mit 85 Einrichtungen von 16 Orden in acht Bundesländern (Vorarlberg, Tirol, Salzburg, Oberösterreich, Niederösterreich, Wien, Burgenland, Steiermark). Rund 14.000 Kinder und Jugendliche besuchen Bildungseinrichtungen der VOSÖ.
Quellen: kathpress, VOSÖ