Barmherzige Brüder: Einfache Profess und Noviziatsaufnahme

Tag der Freude: Gemeinsam mit zwei Brüdern aus der portugiesischen Ordensprovinz gelobte Till Pfandl die vier Tugenden der Barmherzigen Brüder – Armut, Keuschheit, Gehorsam und Hospitalität. © Barmherzige Brüder
Die Feierlichkeiten fanden in der Kirche Sant'Orsola der Barmherzigen Brüder statt, die unmittelbar neben dem Noviziat im italienischen Brescia liegt. Hier leben junge Männer aus verschiedenen europäischen Ordensprovinzen, um sich mit ihrer Berufung auseinanderzusetzen und das Leben in Gemeinschaft kennenzulernen. Besonders prägend ist im zweiten Noviziatsjahr die Mitarbeit in einer Einrichtung für obdachlose und kranke Menschen.
Mit seiner ersten Profess, die er gemeinsam mit zwei Brüdern aus der portugiesischen Ordensprovinz ablegte, gelobte der 24-jährige Pfandl die vier Tugenden der Barmherzigen Brüder: Armut, Keuschheit, Gehorsam und – besonders charakteristisch – Hospitalität, den besonderen Einsatz für kranke und hilfsbedürftige Menschen. Die einfache Profess wird zunächst für ein Jahr abgelegt. Auf dem Weg zur feierlichen Profess folgt für Pfandl nun eine vertiefende geistliche und fachliche Ausbildung im interprovinziellen Scholastikat in München. Dort wird er zum Teil auch im Krankenhaus mitarbeiten.
Berufung am Sterbebett
Pfandls Berufungsweg begann mit einer sehr persönlichen Erfahrung im Alter von 17 Jahren. Als seine Urgroßmutter in einem Krankenhaus der Barmherzigen Brüder im Sterben lag, musste er miterleben, dass aufgrund des personellen Mangels kein Ordensbruder bei ihr sein konnte. Die Antwort, es gebe zu wenige Brüder, ließ ihn nicht mehr los: „Da habe ich begonnen, darüber nachzudenken, selbst Barmherziger Bruder zu werden.“
Von Brescia nach München: Nach der Ablegung der Einfachen Profess folgt für Till Pfandl nun eine vertiefende geistliche und fachliche Ausbildung im interprovinziellen Scholastikat in München. © Barmherzige Brüder
Seine Suche nach der eigenen Berufung führte ihn zunächst zu verschiedenen Ordensgemeinschaften. Schließlich lebte er einige Zeit im Konvent der Barmherzigen Brüder in Graz mit und arbeitete im dortigen Krankenhaus. Besonders die Gemeinschaft unter den Brüdern beeindruckte ihn. Als der leibliche Bruder eines Mitbruders starb und die Gemeinschaft gemeinsam zum Begräbnis fuhr, wurde für ihn etwas sichtbar, das über den Arbeitsalltag hinausging: „Mich hat bewegt, wie eng diese Gemeinschaft ist.“
Vom IT-Techniker zum Dienst an kranken Menschen
Für Maro Barjak beginnt mit der Aufnahme in Brescia nun das zweijährige Noviziat. In dieser Zeit wird er sich der Spiritualität widmen, aber auch erste Erfahrungen in der Arbeit mit Obdachlosen sammeln. Der 37-Jährige war zunächst im Bereich Informationstechnologie tätig, orientierte sich dann aber um und engagierte sich später in der Begleitung kranker, obdachloser, behinderter und palliativ betreuter Menschen. Der Wunsch, sein Leben besonders kranken und leidenden Menschen zu widmen, führte ihn schließlich zu den Barmherzigen Brüdern.
Gemeinsame Nachfolge im Geiste des hl. Johannes von Gott: Novize Maroš Barjak mit Provinzial Rudolf Knopp. © Barmherzige Brüder
„Ich habe auf meinem bisherigen Weg immer deutlicher erfahren, dass ich mein Leben in den Dienst kranker und hilfsbedürftiger Menschen stellen möchte. Mit der Aufnahme in das Noviziat beginnt für mich eine neue und intensive Zeit des Lernens, des Gebets und des Lebens in Gemeinschaft. Ich freue mich darauf, das Charisma der Hospitalität noch tiefer kennenzulernen und zu prüfen, wohin Gott mich auf diesem Weg führen möchte.“
Nach dem Erreichen ihrer „Etappenziele“ führen die Berufungswege von Till Pfandl und Maroš Barjak nun in unterschiedliche Richtungen – und zugleich weiter auf dasselbe Ziel hin: ein Leben in Gemeinschaft, im Glauben und im Dienst an Menschen nach dem Vorbild des heiligen Johannes von Gott.

Etappenziel auf dem Berufungsweg: Am 26. September legte Till Pfandl die Einfache Profess in die Hände von Provinzial Rudolf Knopp ab. © Barmherzige Brüder
Quellen: Barmherzige Brüder, kathpress