Wr. Neustadt: Dompropst Thomas Renner offiziell ins Amt eingeführt

Der frühere Abt von Stift Altenburg, Thomas Renner, ist am 27. September 2026 in sein Amt als neuer Dompropst von Wiener Neustadt eingeführt worden. Zahlreiche Persönlichkeiten aus Staat, Kirche und Orden nahmen teil. (c) kathbild.at/Franz Josef Rupprecht
Am Festakt nahmen Persönlichkeiten aus Staat, Kirche und Orden teil, u.a. der aus Wiener Neustadt stammende Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP), der St. Pöltner Diözesanbischof Alois Schwarz, die Vorsitzende der Österreichischen Ordenskonferenz, Sr. Franziska Madl, der Abt des Stifts Göttweig, Patrick Schöder, der ehemalige Administrator des Stiftes Klosterneuburg, Maximilian Fürnsinn sowie Richard Tatzreiter, Regens der Priesterseminare von Wien, Eisenstadt und St. Pölten.
Für seine neue Aufgabe kündigte Abt em. Thomas Renner zunächst eine Phase des Kennenlernens an. Er wolle sich ein Jahr Zeit nehmen, um die Menschen und Strukturen der Domgemeinde mit ihren Teilgemeinden kennenzulernen, sagte er den „Niederösterreichischen Nachrichten“ (NÖN). „Vorerst einmal keine großen Veränderungen, sondern einfach einmal mitleben“, beschrieb Abt em. Thomas Renner seinen Zugang.

Der Wiener Erzbischof Josef Grünwidl führte Dompropst Thomas Renner in sein neues Amt ein. (c) kathbild.at/Franz Josef Rupprecht
Die Menschen in den Blick nehmen
Sein Amt und sich selbst sieht er dabei als verbindendes Element innerhalb der Domgemeinde. „Ich glaube, ich bin die große Klammer zwischen den Teilgemeinden und den Kuraten“, erklärte der neue Dompropst. Weiters bezeichnete er sich im „NÖN“-Interview als „Troubleshooter“ und Letztverantwortlichen, der „fördern, stützen, helfen und im Notfall dann auch Probleme lösen“ soll. Schon im Vorfeld seiner Amtseinführung hatte Altabt Thomas Renner im Wochenblatt der Propsteipfarre angekündigt, in seinem Dienst „die Menschen in den Blick“ nehmen zu wollen. Wo Veränderungen notwendig seien, wolle er diese „in Einheit mit der Kirche und ihrer Lehre“ umsetzen.
Zu den längerfristigen Vorhaben zählt die Vorbereitung auf das 750-Jahr-Jubiläum der Domweihe im Jahr 2029. Zudem stehen laut dem neuen Dompropst eine Generalüberholung der Domorgel und eine Sanierung der „Silbersakristei“ im Raum.
Von Stift Altenburg nach Wiener Neustadt
Abt em. Thomas Renner wurde 1971 in Wien geboren und trat 1993 ins Benediktinerstift Altenburg ein. Nach der Feierlichen Profess 1997 und dem Abschluss seines Theologiestudiums an der Philosophisch-theologischen Hochschule St. Pölten 1998 wurde er am 11. Juni 1999 von Kardinal Franz König in der Stiftskirche Altenburg zum Priester geweiht. Er war Religionsprofessor am Gymnasium Horn und als Seelsorger und Pfarrer in verschiedenen Pfarren tätig, die zum Stift Altenburg gehören. 2011 wurde er Prior und 2014 wurde er zum Abt gewählt. Sein Nachfolger (als Administrator) des Stifts ist seit März 2026 P. Albert Groiß.

Abt em. Thomas Renner ist seit 1. September 2026 Dompropst von Wiener Neustadt. (c) kathbild.at/Franz Josef Rupprecht
In der Wiener Erzdiözese gibt es in den drei Vikariaten je eine Propsteipfarre, deren Seelsorger einst nur auf Vorschlag des Monarchen ernannt werden konnte. Es handelt sich dabei um Wiener Neustadt (Südvikariat), Votivkirche (Stadtvikariat) und Staatz (Nordvikariat).
Die Propsteipfarre Wiener Neustadt
Wiener Neustadt war von 1469 bis 1785 eine eigene Diözese. Diese wurde durch Kaiser Joseph II. und Papst Pius VI. aufgehoben und an ihrer Stelle in St. Pölten eine Diözese für die beiden westlichen Landesviertel Niederösterreichs errichtet. Sitz wurde das aufgehobene Augustiner-Chorherrenstift St. Pölten. Der letzte Propst („Vorsteher“) dieses Stiftes, Ildefons Schmidbauer, wurde im Gegenzug Pfarrer der bisherigen Dompfarre Wiener Neustadt. Natürlich wurde er weiter als „Propst“ angesprochen. Pfarrer Schmidbauer starb 1791. Anlässlich der Wiederbesetzung der Pfarre verlieh Kaiser Leopold II. – er war als Landesfürst nun der Patron der Dompfarre Wiener Neustadt – 1792 der Pfarre die Propsteiwürde, wohl auch ein wenig als Ausgleich für den verlorenen Bischofssitz. Seither heißt sie „Propstei- und Hauptpfarre“.
Quelle: kathpress