23. September 2026

Sonntagsallianz: 25 Jahre Engagement für die Sonntagsruhe

Seit 25 Jahren setzt sich die „Allianz für den freien Sonntag Österreich“ (Sonntagsallianz), der über fünfzig Organisationen aus Kirche, Gewerkschaft und Zivilgesellschaft angehören, für den arbeitsfreien Sonntag ein. Aus diesem Anlass findet am 1. Oktober ein Festakt mit Vortrag und Podiumsdiskussion im Wiener Rathaus statt.

Sonntag - Zeit, um die Füße hochzulegen

Zeit, um die Füße hochzulegen: Als Tag, an dem möglichst viele gleichzeitig frei haben, ermöglicht es der Sonntag, seine Zeit mit Familie, Freunden und Gott zu verbringen. © Melanie Zils/pfarrbriefservice.de

 

Im Rahmen der Jubiläumsveranstaltung hält zunächst die Politikwissenschaftlerin Sieglinde Rosenberger einen Vortrag zum Thema „Demokratie braucht einen freien Sonntag“. Anschließend diskutieren Vertreter von Arbeiterkammer, Kirchen, Gewerkschaften und Zivilgesellschaft über den gesellschaftlichen Wert von Freizeit sowie die Herausforderungen einer zunehmend flexibilisierten Arbeitswelt.

 

Schulterschluss mit Wirkung

Gerade in von „überbordender Rasanz“ geprägten Zeiten mit ständiger Erreichbarkeit und Getriebenheit sei „die Bedeutung des freien Sonntags aktueller denn je“, erklärte der Sprecher der Allianz, Bischof Wilhelm Krautwaschl, in einer Pressemitteilung. Hubert Gratzer, Vorsitzender der Katholischen Arbeitnehmer:innen Bewegung Österreich, betonte darin die Erfolge, die durch die breite Zusammenarbeit von über fünfzig kirchlichen und gesellschaftlichen Organisationen möglich wurden: „Die Notwendigkeit der Allianz zeigt sich auch immer wieder bei Versuchen am arbeitsfreien Sonntag mit irgendwelchen Argumenten Sonntagsarbeit zu fordern. Einer allein könnte da nicht standhalten. Eine so große Allianz hat da schon sehr viel erreicht und auch verhindert.“

 

Laut Sonntagsallianz ist der freie Sonntag weit mehr als ein arbeitsfreier Tag. Viel mehr ermögliche er Zeit für Freunde und Familie sowie ehrenamtliches Engagement. Ihr gewerkschaftlicher Sprecher, Philipp Kuhlmann, wies auf die Notwendigkeit hin, dass zu einem bestimmten Zeitpunkt „möglichst viele gleichzeitig frei haben und keine anderen Verpflichtungen bestehen“. Dies treffe auch in Zeiten von Onlinehandel und Automatisierung in Geschäften noch zu.

 

Sr. Anneliese Herzig

Sr. Anneliese Herzig, Bereichsleiterin für Mission und Soziales der Österreichischen Ordenskonferenz: „Als kirchlicher Organisation liegt uns der freie Sonntag als Zeit für Gott und dem gemeinsamen liturgischen Feiern besonders am Herzen.“ © ÖOK/emw

 

Sonntag: Zeit für Gott

Als Mitglied der Allianz für den freien Sonntag setzt sich auch die Österreichische Ordenskonferenz aktiv für den Erhalt des freien Sonntags ein. Sr. Anneliese Herzig, Bereichsleiterin für Mission und Soziales, schätzt das Zusammenspiel von unterschiedlichen gesellschaftlichen Akteuren, die sich für den Erhalt des freien Sonntags als gemeinsamem Tag einsetzen, und betont gleichzeitig den religiösen Wert dieses besonderen Wochentags: „Als kirchlicher Organisation liegt uns der freie Sonntag als Zeit für Gott und dem gemeinsamen liturgischen Feiern besonders am Herzen. Viele von uns setzen sich in der Seelsorge dafür ein, dass dies vielen Menschen ermöglicht wird.“ Gleichzeitig hat sie auch all jene „dankbar im Blick, die durch Arbeit, die auch am Sonntag notwendig ist, zum Leben anderer beitragen.“

 

Quellen: Allianz für den freien Sonntag Österreich, kathpress