„Tag des Denkmals“: Ordensgemeinschaften bieten Einblicke

Einige Ordensgemeinschaften beteiligen sich 2026 am „Tag des Denkmals“. (c) siehe Angaben direkt im Bild
Bei freiem Eintritt sollen dabei die Vielfalt und Unterschiedlichkeit des kulturellen Erbes in Österreich gezeigt werden. Der „Tag des Denkmals“, der traditionell am letzten Sonntag im September stattfindet und vom Bundesdenkmalamt organisiert wird, soll 2026 laut Christoph Bazil, dem Präsidenten des Bundesdenkmalamtes, den „vielfältigen Mehrwert von Denkmalschutz und Denkmalpflege“ in den Mittelpunkt stellen. Das Motto „Denkmale: Wert für alle.“ soll dabei verdeutlichen, dass Denkmalschutz und Denkmalpflege zeitgemäße, lebendige und zukunftsorientierte Aufgaben sind, die für die gesamte Gesellschaft relevant und im Alltag vorhanden sind.
„Wurzeln lebendig halten“
„Das kulturelle Erbe der Ordensgemeinschaften verbindet Geschichte, Kunst und gelebte Spiritualität. Es zu bewahren, bedeutet, unsere Wurzeln lebendig zu halten“, betont Karin Mayer, Konservatorin und Leiterin des Bereichs Kultur und Dokumentation der Österreichischen Ordenskonferenz. „Gerade darin liegt sein Wert für die Zukunft: Was wir kennen und bewahren, kann auch kommenden Generationen Orientierung und Zugang zu ihrer Geschichte geben.“
Bereits seit mehr als 100 Jahren ist der Denkmalschutz in der österreichischen Gesetzgebung verankert: Am 25. September 1923 wurde das österreichische Denkmalschutzgesetz vom Nationalrat beschlossen und in den vergangenen Jahrzehnten mehrfach novelliert, zuletzt 2024. Das Bundesdenkmalamt hat den gesetzlichen Auftrag, das öffentliche Interesse an der Erhaltung des österreichischen kulturellen Erbes durchzusetzen.
Einige Orden mit dabei
Insgesamt werden am „Tag des Denkmals“ in ganz Österreich rund 300 Programmpunkte angeboten, auch einige Ordenseinrichtungen beteiligen sich. Hier finden Sie eine Auswahl:
Benediktinerstift Lambach
Das Stift Lambach kann am „Tag des Denkmals“ im Rahmen von Führungen erkundet werden. Einerseits werden allgemeine Stiftsführungen durch die Prunkräume des Klosters angeboten. Andererseits bietet Abt Maximilian Neulinger auch die Führung „Einer für Alle“ mit Fokus auf die Kreuze im Kloster an. Damit möchte das Stift, in Anlehnung an das Motto „Denkmale: Wert für alle.“, auf Jesus Christus, der sein Leben für alle Menschen hingab, verweisen.

Das Stift Lambach kann am „Tag des Denkmals“ im Rahmen von Führungen erkundet werden. (c) Walter Weber
Öffnungszeiten: 10.00 bis 16.00 Uhr
Stiftsführungen: 10.00 und 14.00 Uhr
Führung „Einer für Alle“: 15.00 Uhr (Anmeldung erforderlich)
Anmeldung und Rückfragen unter: + 43 7245 21 710 oder per E-Mail
Augustiner-Chorherrenstift St. Florian
Das Stift St. Florian legt am „Tag des Denkmals“ den Schwerpunkt des Programms auf Jakob Prandtauer, dessen Todestag sich 2026 zum 300. Mal jährt. Im oberösterreichischen Augustiner-Chorherrenstift ist seine Kunst im Stiegenhaus und im Marmorsaal zu sehen. Die Besucher:innen können Prandtauers Blickführung, die barocke Pracht und das Zusammenspiel von Stufen, Säulen und Fresken am „Tag des Denkmals“ neu entdecken und erleben. Der Treffpunkt dafür ist beim Adlerbrunnen im Stiftshof.

Das Stift St. Florian legt den Schwerpunkt des Programms auf Jakob Prandtauer. Hier zu sehen: Ein Detail der Kaiserstiege. (c) www.pedagrafie.de
Öffnungszeiten: 15.00 bis 16.00 Uhr
Ursulinenkirche Linz
Die Ursulinenkirche Linz war bis 1968 die Klosterkirche der Ursulinen. Heute ist sie ein Ort für Musik, bildende Kunst und Citypastoral der Diözese Linz. Bei einem besonderen Rundgang werden dort am „Tag des Denkmals“ verborgene Schätze und sonst unzugängliche Orte erlebbar. Er bietet Einblicke in die Geschichte des Ursulinenordens und in die Baugeschichte der barocken Kirche. Der Blick in die Gruft zeigt außerdem die Biografien der dort beerdigten Ursulinen auf.

Die ehemalige Klosterkirche der Ursulinen in Linz bietet unter anderem Einblicke in die Geschichte der Ordensgemeinschaft. (c) Diözese Linz/Anne Piatkowiak
Öffnungszeiten: 11.00 bis 18.30 Uhr
Rundgänge: 11.00 und 16.00 Uhr
Erzabtei St. Peter Salzburg
In der Erzabtei St. Peter liegt der Fokus am „Tag des Denkmals“ auf der neuen Hauptorgel der Stiftskirche. Die Hans-Gröber-Orgel wurde 2025 fertiggestellt. Sie entstand im historischen Barockgehäuse von 1620 und ist an barocken Klangidealen orientiert.
Die Führung bietet den Besucher:innen einen Blick ins Innere des Instruments, Erläuterungen zu Aufbau, Spielweise und Klang sowie musikalische Hörbeispiele.

Die neue Hauptorgel der Stiftskirche St. Peter wurde 2025 fertiggestellt und steht am „Tag des Denkmals“ im Mittelpunkt. (c) Erzdiözese Salzburg (eds)/Hiva Naghshi
Führung: 11.45 bis 12.30 Uhr
Kolleg St. Josef der Missionare vom Kostbaren Blut in Salzburg
Das Kolleg St. Josef gilt als Schlüsselbau der österreichischen Nachkriegsmoderne. Das Ordenshaus der Missionare vom Kostbaren Blut wurde 1964 errichtet – seine klare, konzentrierte Architektur war ein mutiges Zeichen des Aufbruchs. Kloster, Kapelle und Gemeinschaftsräume wurden hier neu gedacht: offen, modern und zugleich von großer innerer Ruhe. Die Missionare vom Kostbaren Blut laden am „Tag des Denkmals“ zu einem Gottesdienst mit anschließender Führung durch das Kolleg St. Josef ein. Dabei öffnen sich seltene Einblicke in Architektur, Geschichte und geistliches Leben des Hauses.

Das Kolleg St. Josef der Missionare vom Kostbaren Blut gilt als Schlüsselbau der österreichischen Nachkriegsmoderne. (c) Missionare vom Kostbaren Blut
Gottesdienst mit anschließender Führung: 9.00 bis 10.30 Uhr
Nur am „Tag des Denkmals“ geöffnet
Herz-Jesu-Kloster Hall
Die Herz-Jesu-Basilika in Hall in Tirol gilt als eines der ersten frühbarocken Sakralbauwerke Tirols. Nach profanen Nutzungen zog 1912 die Kongregation der Töchter des Herzens Jesu in das ehemalige Haller Damenstift ein. Am „Tag des Denkmals“ können die Besucher:innen im Rahmen von Führungen einen Blick hinter die Kulissen werfen. In der Sakristei werden dabei Exponate aus der Zeit des Damenstifts (Stiftskleidung, Hausvaterli) zu sehen sein, auch in die Gruft wird ein Blick geworfen.
Seit 1912 lebt die Kongregation der Töchter des Herzens Jesu im ehemaligen Haller Damenstift. (c) Wikipedia/Haneburger
Öffnungszeiten: 10.00 bis 14.30 Uhr
Führungen: 10.00, 10.45, 11.30, 12.15, 13.00 und 13.45 Uhr (Anmeldung erforderlich)
Anmeldung: Link zur Anmeldung
Nur am „Tag des Denkmals“ geöffnet
Karlskirche Wien
Die von den Kreuzherren mit dem Roten Stern betreute Karlskirche in Wien bietet am „Tag des Denkmals“ Einblicke in die Restaurierungsarbeiten. Derzeit wird die östliche Triumphsäule restauriert, da die Natursteinsubstanz erhebliche Schäden aufweist. Im Rahmen von Führungen können die Kirche inklusive Triumphsäulen, die Panoramaterrasse, die Orgelempore und das Kaiseroratorium besichtigt werden.

Die Wiener Karlskirche gibt am „Tag des Denkmals“ Einblicke in die Restaurierungsarbeiten. (c) Pixabay/Leonhard Niederwimmer
Führungen: 12.00 und 13.00 Uhr
Nur am „Tag des Denkmals“ geöffnet
Quelle: Tag des Denkmals