Triennalwoche: Junge Benediktiner suchten nach Antworten

Sieben junge Benediktiner trafen sich im Stift Michaelbeuern zur traditionellen Triennalwoche. (c) privat
Die Tage boten den jungen Benediktinern Raum für offene Gespräche, persönliche Erfahrungen und den Blick auf die Herausforderungen, die das Leben in einer klösterlichen Gemeinschaft mit sich bringt. Dabei wurde deutlich: Für ein Leben im Kloster braucht es Beziehungs-, Reflexions- und Kritikfähigkeit. Auch das Leben im Orden kennt Krisen, Wendepunkte und die Notwendigkeit, immer wieder neu nach Orientierung zu suchen.
Der Leiter der Woche, P. Alois Köberl aus dem Stift Melk, stellte unter anderem folgende Fragen: „Was brauche ich zum guten, gelingenden, erfüllten Leben?“, „Wo kippt meine (nicht erfüllte) Sehnsucht vielleicht in ein ungesundes (Konsum-)Verhalten?“ und „Habe ich meine Beziehungen zu mir, zu anderen, zum Besitz gut im Blick?“
Krisen als Momente der Veränderung
Br. Benedikt Hödlmoser aus dem Europakloster Gut Aich widmete sich dem Thema Krisen und Krisenbewältigung im Lebenslauf. Er zeigte auf, dass Krisen nicht nur als schwierige Zeiten, sondern auch als Momente der Veränderung und persönlichen Entwicklung verstanden werden können. Abtpräses Johannes Perkmann aus dem Stift Michaelbeuern näherte sich dem Thema „Klösterlicher Lebenswandel“ schließlich von biblischer und benediktinischer Seite.

Auch eine gemeinsame Wallfahrt nach Arnsdorf stand auf dem Programm der Triennalwoche. (c) privat
In einem eigenen Themenblock lud der Abtpräses schließlich die jungen Ordensmänner dazu ein, sich bereits jetzt aktiv in die Benediktinerkongregation einzubringen. Im Mittelpunkt standen dabei insbesondere die gesellschaftlichen und religiösen Veränderungen, denen sich die Klöster stellen müssen.
Perspektivenwechsel
Die Triennalwoche bot den jungen Benediktinern außerdem einen Perspektivenwechsel. Erstmals standen nicht ausschließlich die Erfahrungen von Mönchen mit ihrer Lebensform und ihrem Lebensweg im Mittelpunkt. Auch ein Ehepaar berichtete aus seinem gemeinsamen christlichen Eheleben – von Höhen und Tiefen, von Herausforderungen und von dem, was eine Beziehung über viele Jahre trägt.

Im Rahmen der Triennalwoche bekamen die jungen Benediktiner auch einen Perspektivenwechsel: ein Ehepaar berichtete aus seinem gemeinsamen chrsitlichen Leben. (c) privat
Dieser Blick über die Grenzen der eigenen Lebensform hinaus eröffnete den Ordensmännern neue Perspektiven. Klosterleben und Ehe unterscheiden sich grundlegend, und doch verbindet beide die Frage, wie Beziehungen gestaltet, Krisen bewältigt und Entscheidungen aus dem Glauben heraus getragen werden können.
Auch die Zeit für Austausch kam auf der Triennalwoche nicht zu kurz. (c) privat
Abwechslung durch begleitendes Programm
Neben den inhaltlichen Gesprächen kam auch die Gemeinschaft nicht zu kurz. Das begleitende Programm sorgte für Abwechslung und bot Gelegenheit, die Beziehungen untereinander weiter zu vertiefen. Eine Wallfahrt nach Arnsdorf, gemeinsames Kochen und ein Besuch in Mülln in Salzburg gehörten ebenso dazu wie die vielen persönlichen Begegnungen während der Woche. Die Woche wurde zu einer gemeinsamen Zeit des Austauschs, des Innehaltens und der Suche nach Antworten auf die Frage, was ein „beziehung(s).voll(es).Leben“ heute ausmacht – im Kloster, in der Kirche und mitten in einer sich verändernden Gesellschaft.
Quelle: Fr. Benedikt Moser (Erzabtei St. Peter) und P. Alois Köberl (Stift Melk)