Die neue ON 3/26 ist da

Die neue Ausgabe 3/2026 der OrdensNachrichten (ON) ist erschienen. (Bild erstellt mit Canva)
Ordensgemeinschaften haben die Bildungslandschaft Europas über Jahrhunderte geprägt. Ihre Schulen, Kindergärten und Ausbildungsstätten entstanden nie um ihrer selbst willen, sondern weil jemand eine Not gesehen hat und etwas dagegen tun wollte. Wie dieser Auftrag heute weiterlebt und sich dabei verändert, zeigt das neue ON.
Bildung als „Resonanzraum der Menschlichkeit“
Marie-Theres Igrec leitet den Bereich Bildung und Ordensschulen der Österreichischen Ordenskonferenz. Ordensschulen und Ordenskindergärten sind für sie Lebensräume. Natürlich geht es dort um Wissen und Qualifikation, aber eben nicht nur: Es geht um Beziehungen, um Gemeinschaft und um den Raum, sich Fragen nach Sinn, Verantwortung und Hoffnung zu stellen. Bildung, wie Igrec sie versteht, reduziert Menschen nicht auf ihre Leistung, sondern lässt sie in ihrer ganzen Würde wachsen.
Bildung beginnt im Kindergarten
Lange vor dem ersten Schultag ist schon viel passiert. Das macht Maria Habersack, Vorstandsvorsitzende der Vereinigung Katholischer Kindertagesheime, deutlich. Elementarpädagogik fördert Kinder kognitiv, sprachlich, sozial, emotional und motorisch. Habersack redet aber auch nichts schön: Personalmangel, große Gruppen und steigende Anforderungen gehören zum Alltag. Umso wichtiger ist ihr das besondere Erbe der Ordenskindergärten. Schon im 19. Jahrhundert schufen vor allem Frauenorden Bildungsräume für benachteiligte Kinder. Dieses Charisma, sagt Habersack, lässt sich auch ohne Ordenskleid weitertragen.
Wenn Loslassen Zukunft ermöglicht
Was passiert mit ordensgeprägter Bildung, wenn die Gemeinschaften kleiner werden? Das Porträt von Sr. Petronilla Herl gibt eine Antwort. Die Franziskanerin hat über Jahrzehnte Bildungseinrichtungen mitgestaltet und musste schließlich auch deren Übergabe in andere Hände mittragen. 2025 gingen die Bildungseinrichtungen ihrer Gemeinschaft an die Vereinigung von Ordensschulen. Was ihr dabei am Herzen liegt: dass die franziskanische Spiritualität an den Standorten lebendig bleibt, auch wenn dort künftig keine Schwester mehr Verantwortung trägt.
Zwischen Bruchzahlen und Berufung
Ordensleben und moderner Schulalltag schließen einander nicht aus. Sr. Sabine Grangl beweist das jeden Tag. Die Franziskanerin unterrichtet Mathematik, Religion und Musikerziehung an der Privaten Mittelschule in Graz-Eggenberg. Logik und Glaube gehören für sie ganz selbstverständlich zusammen. In Mathematik sucht sie mit ihren Schülerinnen und Schülern nach Lösungen, in Religion freut sie sich über Fragen, die offen bleiben dürfen. Beides läuft für sie auf dasselbe hinaus: junge Menschen beim Wachsen zu begleiten.
Wo Schule auf Gottsuche trifft
Einen ganz anderen Weg geht der Augustiner P. Nikolaus Schachtner. Seit 28 Jahren unterrichtet er an der Berufsschule der SPAR AG in Wien, seit 16 Jahren ist er dort pädagogischer Leiter. Eine katholische Schule ist das nicht. Und doch prägen Ordensleben, Priestertum und seine persönliche Gottsuche, wie er unterrichtet. Im Fach „Kulturpflege“ treffen Jugendliche unterschiedlicher Religionen und Weltanschauungen aufeinander und lernen, einen eigenen Standpunkt zu finden und zu vertreten.
Bildung braucht Menschen, die etwas ermöglichen
Auch für den Benediktiner P. Jakob Deibl steht der Mensch am Anfang. Bildung beginnt für den Professor an der Universität Wien nicht mit Lehrplänen und Prüfungen, sondern damit, dass jemand einem anderen etwas zutraut und ihm Freiräume öffnet. Seine eigene Schulzeit im Stiftsgymnasium Melk hat dieses Verständnis geformt, und es trägt bis heute. Je digitaler die Welt wird, desto mehr Gewicht bekommt für ihn die unmittelbare Begegnung von Mensch zu Mensch.
Eine Schule, die es nur einmal gibt
Mit der HLUW Yspertal stellt die Ausgabe außerdem eine Ordensschule vor, die aus dem Rahmen fällt. Fachwissen ist dort wichtig, aber genauso eine Haltung: ausprobieren, auch einmal scheitern, weitermachen. Selbst Künstliche Intelligenz wird nicht vor der Schultür abgestellt, sondern bewusst in den Schulalltag geholt. Und in der Ausbildung für Wasser- und Kommunalwirtschaft ist die Schule laut ON österreichweit die einzige Adresse.
Und außerdem im neuen ON
Abseits des Schwerpunkts porträtiert die Ausgabe Generaloberin Sr. Mirjam Schmedler von den Vorauer Marienschwestern. Dazu kommen Statements zur Frage „Worauf es ankommt“, die Kolumne von Otto Friedrich, ein Wordrap mit Clara Kollmann, Neuigkeiten zum Preis der Orden und zu den Ordenstagungen 2026 sowie die aktuellen Personalia.
Das neue ON 3/26 blickt so aus ungewöhnlich vielen Richtungen auf Bildung: vom Kindergarten über Ordensschulen und Berufsschule bis zur Universität. Im Mittelpunkt stehen Menschen, die Wissen weitergeben, Räume öffnen, Orientierung bieten und andere ermutigen, ihren eigenen Weg zu gehen.
Viel Freude beim Lesen!