Schulschwestern Pfaffenhofen: Abschied von indischer Ordensfrau

Sr. Snehal Marcus D’Souza (2.v.l.) promovierte in Innsbruck. Sie blickt dankbar auf ihre gemeinsame Zeit mit den Schulschwestern in Pfaffenhofen – Sr. Judit, Sr. Agnes und Sr. Teresa (v.l.) – zurück. (c) SSND
„Mein Weg nach Österreich und die Jahre meines Doktoratsstudiums sind eng mit der großen Herzlichkeit, Offenheit und Gastfreundschaft verbunden, die ich bei den Schwestern in Pfaffenhofen erfahren durfte“, meint Sr. Snehal. Eine ganz besondere Rolle habe dabei Oberin Sr. M. Judit Nötstaller gespielt. Sie habe Sr. Snehal als Mitschwester und Studentin aufgenommen und „öffnete mir damit nicht nur die Tür zur Gemeinschaft, sondern auch den Raum, in dem ich mich über die Jahre wirklich zuhause fühlen durfte“.
Ihre Zeit bei den Schulschwestern in Pfaffenhofen sei eine sehr wertvolle und prägende Zeit gewesen. „Von Anfang an wurde ich nicht einfach als Gast gesehen, sondern als eine von ihnen. Die Schwestern sorgten sich liebevoll um mich, begleiteten mich mit großer Aufmerksamkeit und ließen mich ihre Gemeinschaft als eine zweite Heimat erfahren“, berichtet Sr. Snehal und meint weiter: „Gerade, weil ich so weit von meiner eigenen Heimat und meiner Ordensgemeinschaft entfernt war, bedeuteten ihre Liebe, ihre Fürsorge und ihre selbstverständliche Annahme sehr viel für mich.“
Oberin Sr. Judit Nötstaller (r.) spielte für Sr. Snehal (l.) in Pfaffenhofen eine ganz besondere Rolle. (c) ÖOK/tb
Studium abgeschlossen
So konnte sie vor kurzem ihr Doktoratsstudium an der Universität Innsbruck abschließen. Im Mittelpunkt ihrer Dissertation stand die Dynamik der Gottes-Mensch-Beziehung in Psalm 22. „Meine zentrale These war, dass sich unter der schmerzvollen Frage nach dem Verlassensein – ‚Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?‘ – ein tiefer Glaube und eine ungebrochene Beziehung zu Gott verbergen. Der Schrei des Psalmisten ist nicht das Ende seiner Beziehung zu Gott, sondern gerade Ausdruck ihrer Tiefe. Psalm 22 gibt keine einfache Antwort auf die Frage nach dem Leiden. Er zeigt vielmehr einen Weg, sich auch in Situationen, die sich wie Tod, Verlassenheit und völlige Dunkelheit anfühlen, weiterhin an Gott zu wenden.“
Im Rückblick werde ihr bewusst, wie sehr ihr persönlicher Weg in Pfaffenhofen und ihr wissenschaftlicher Weg miteinander verbunden waren. „Die Erfahrung, angenommen, begleitet und getragen zu sein, hat auch meinen Weg durch die Herausforderungen des Studiums geprägt. Ich bin Sr. Judit und der ganzen Gemeinschaft in Pfaffenhofen von Herzen dankbar“, sagt Sr. Snehal. Die Gemeinschaft habe ihr nicht nur ein Zuhause gegeben, sondern sie auf einem wichtigen Abschnitt ihres Lebens begleitet und ihr ermöglicht, ihre Promotion zu vollenden. „Pfaffenhofen wird für mich deshalb immer mehr als nur ein Ort bleiben – es ist zu einer zweiten Heimat geworden“, ist die indische Ordensfrau dankbar.
„Für uns Schulschwestern war Sr. Snehal eine große Bereicherung und wir konnten trotz unseres Alters unseren Auftrag ‚Bildung für Frauen‘ ermöglichen, erfüllen. Wir bleiben Sr. Snehal vom Herzen verbunden“, ergänzt Sr. Judit.
Quelle: Schulschwestern Pfaffenhofen