Drei neue Diakone im Stift Heiligenkreuz

Weihbischof Franz Scharl (3.v.l.) weihte am 15. August 2026 P. Melchisedek Langhammer (2.v.l.), P. Clemens Maria Spranger (4.v.l.) und P. Wilhelm Mauser (5.v.l.) im Stift Heiligenkreuz zu Diakonen. (c) Stift Heiligenkreuz/Elisabeth Fürst
In seiner Predigt stellte Weihbischof Franz Scharl das Vorbild Jesu in den Mittelpunkt. Dieser sei gekommen, „zu dienen, sich nicht bedienen zu lassen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele“. Damit sei das Wesentliche über den Auftrag eines Diakons bereits gesagt: Die Weihe bedeute Dienst vor Gott, mit den Menschen und an den Menschen.
Bereitschaftserklärungen im Fokus
Ausführlich ging der Wiener Weihbischof auf die Bereitschaftserklärungen der Weihekandidaten ein. Diakone seien nicht für sich selbst da, sondern sollten gemeinsam mit Bischof und Priestern zum Wohl der Menschen wirken. Der Glaube sei dabei ein Schatz, der treu gehütet werden müsse. Schätze seien jedoch nicht dazu bestimmt, versteckt oder vergraben zu werden. Vielmehr gelte es, diesen Schatz in Menschen zu investieren und sie dadurch aufzubauen.

Weihbischof Franz Scharl gab den drei Zisterziensern in seiner Predigt mit: Menschen dürfen sich durch kirchlichen Dienst nicht „zerquetscht“ fühlen, sondern sollten „ermuntert, aufgebaut und gesammelt werden“. (c) Stift Heiligenkreuz/Elisabeth Fürst
Das Gebet bezeichnete Scharl als unverzichtbare Verbindung zu Gott. Wie ein Oberleitungsbus ständig den Kontakt zur Stromleitung brauche, benötigten auch Diakone einen dauernden „Energieanschluss“. Gerade das Stundengebet helfe ihnen, in den Herausforderungen des Lebens nicht den Halt zu verlieren. Zu den zentralen Aufgaben des Diakons gehöre außerdem, Armen und Kranken beizustehen sowie Heimatlosen und Notleidenden zu helfen. Menschen seien in solchen Situationen besonders verletzlich. Was ihnen an Gutem getan werde, bleibe sowohl bei ihnen als auch vor Gott unvergessen.
Leben nach Bild Christi gestalten
Schließlich rief Scharl die Weihekandidaten dazu auf, ihr Leben nach dem Bild Jesu Christi zu gestalten. Christus mache den Menschen nicht klein, sondern eröffne ihm eine große Weite – bis hin zum Auftrag, sogar die Feinde zu lieben. „Stehen wir einander bei, dass das Stück für Stück Wirklichkeit werden kann – dieser Lebensstil, der auch Gesellschaft und Gemeinschaft verändert und Geduld braucht.“ Auf die Bereitschaftserklärungen antworteten die drei Kandidaten jeweils: „Mit Gottes Hilfe bin ich bereit.“ Darin zeige sich der Realismus der Kirche, sagte Scharl: Der Mensch trage Verantwortung für sein eigenes Leben und für andere, sei dabei aber auf Gottes Hilfe angewiesen. Den entscheidenden Schlusspunkt bilde deshalb die Zusage: „Gott selbst vollende das gute Werk, das er in dir begonnen hat.“

P. Clemens Maria Spranger legte 2025 seine Feierliche Profess ab und wurde nun von Weihbischof Franz Scharl zum Diakon geweiht. (c) Stift Heiligenkreuz/Elisabeth Fürst
Alle drei neugeweihten Diakone hatten 2025 ihre Feierliche Profess auf das Stift Heiligenkreuz abgelegt, an der Hochschule Heiligenkreuz Theologie studiert und sich gemeinsam mit den Kandidaten der Erzdiözese Wien im Rahmen des Praktikantenkurses im Wiener Priesterseminar auf die Diakonenweihe vorbereitet. Zahlreiche Familienangehörige, Freunde und Verwandte sowie viele junge Menschen waren nach Heiligenkreuz gekommen, um an der feierlichen Weihe teilzunehmen.
Die neugeweihten Diakone
P. Wilhelm Mauser ist 26 Jahre alt und stammt aus Heidenheim (Baden-Württemberg). Er begann 2021 sein Noviziat in Heiligenkreuz und legte 2025 die Feierliche Profess ab. Er ist Doktorand in Dogmatik an der Uni Wien, Jugendseelsorger des Stiftes Heiligenkreuz und Verantwortlicher für die Kinder- und Jugendführungen im Stift.

Die drei neugeweihten Diakone aus dem Stift Heiligenkreuz: P. Melchisedek Langhammer, P. Clemens Maria Spranger und P. Wilhelm Mauser (v.l.). (c) Stift Heiligenkreuz/Elisabeth Fürst
P. Melchisedek Langhammer ist 25 Jahre alt und wurde in Freiburg im Breisgau (Baden-Württemberg) geboren. Er begann ebenfalls 2021 sein Noviziat in Heiligenkreuz und legte 2025 die Feierliche Profess ab. Er ist Gastmeister und zweiter Zeremoniär in Heiligenkreuz.
P. Clemens Maria Spranger ist ebenfalls 25 Jahre alt und kommt aus Wien. Auch er begann 2021 sein Noviziat in Heiligenkreuz und legte 2025 die Feierliche Profess ab. Er ist Sakristan und Mitarbeiter in der Öffentlichkeitsarbeit der Hochschule Heiligenkreuz.
Die Diakonenweihe wurde auf dem Youtube-Kanal des Stifts Heiligenkreuz übertragen:
Quellen: Stift Heiligenkreuz; Erzdiözese Wien