Redemptoristen: P. Martin Leitgöb zu Besuch in Simbabwe

P. Martin Leitgöb war von 25. Juli bis 3. August 2026 bei den Redemptoristen in Simbabwe zu Gast. Auf dem Foto ist er im Gespräch mit assoziierten Laien zu sehen. (c) Redemptoristen
Die Redemptoristen kamen im Vergleich zu anderen Ordensgemeinschaften erst relativ spät, nämlich 1960, über das benachbarte Südafrika nach Simbabwe. Heute hat die Ordensgemeinschaft drei Niederlassungen in und rund um die Hauptstadt Harare und betreut sechs Kirchen. Zudem entsteht etwas außerhalb der Hauptstadt ein neuer Marienwallfahrtsort. Organisatorisch gehört die Region derzeit noch zur Londoner Provinz, ist mittlerweile aber weitgehend selbstständig. Ab August 2027 soll Simbabwe gemeinsam mit Kenia und Südafrika eine neue Provinz bilden.

P. Martin Leitgöb (r.) traf in Simbabwe gemeinsam mit dem Regionaloberen P. Kenneth Macharaga (l.) Bischof Raymond Tapiwa Mupandasekwa (Mitte), der aus der Redemptoristengemeinschaft in Simbabwe stammt. (c) Redemptoristen
35 Redemptoristen gehören derzeit zur Gemeinschaft in Simbabwe – alle sind mittlerweile einheimisch. Viele von ihnen sind jung: Das Durchschnittsalter liegt bei Mitte 30, der älteste Mitbruder ist 54 Jahre alt. Jährlich schließen sich etwa vier bis fünf junge Männer der Ordensgemeinschaft an. Auch der Bischof von Masvingo im Südosten von Simbabwe, Raymond Tapiwa Mupandasekwa, stammt aus der Gemeinschaft. „Ihm durfte ich, ebenso wie dem Erzbischof von Harare, Robert Christopher Ndlovu, begegnen. Beide haben sie ihre Dankbarkeit für die Unterstützung aus den deutschsprachigen Ländern zum Ausdruck gebracht“, berichtete P. Martin Leitgöb.
Breites Tätigkeitsfeld
Das Tätigkeitsfeld der Ordensgemeinschaft ist breit: Pfarr- und Wallfahrtsseelsorge gehören ebenso dazu wie Jugendarbeit, Berufungspastoral, Volksmissionen und Medienarbeit. Besonders beeindruckt zeigte sich P. Martin Leitgöb von der Zusammenarbeit mit Laien. Rund 250 Frauen und Männer sind inzwischen mit der Gemeinschaft verbunden. Sie teilen das redemptoristische Charisma und die pastoralen bzw. missionarischen Tätigkeiten. Neben ihrer Aus- und Weiterbildung unterstützen sie ehrenamtlich nicht nur die Pfarrpastoral, sondern auch die missionarische Seelsorge und die Sozialpastoral.

P. Martin Leitgöb im Gespräch mit einem Mitbruder in Ausbildungsverantwortung. (c) Redemptoristen
Die Sozialpastoral hat für die Redemptoristen in Simbabwe eine besondere Bedeutung. In einem Land, das von großer Armut geprägt ist, haben die Redemptoristen zwei Organisationen gegründet: „Mavamba Orphan Care“ und die „Redemptorist Development Organisation“. Mit finanzieller Unterstützung aus dem In- und Ausland werden Lebensmittel bereitgestellt, Beiträge zur Gesundheitsversorgung geleistet und außerschulische Bildungsmöglichkeiten angeboten. „Auch wenn wir dringend Geld für die Verbesserung unserer eigenen Strukturen bräuchten, so haben die Armen immer den Vorrang, wenn es um die Verteilung von Mitteln geht“, betonte der Regionalobere P. Kenneth Macharaga gegenüber P. Martin Leitgöb.
Zwischen Dynamik und Compassion
Seine Eindrücke fasst P. Martin mit zwei Begriffen zusammen: Dynamik und Compassion (Mitgefühl). Sowohl die vielen jungen Mitglieder als auch die Tatsache, dass sich auch nach 60 Jahren noch keine allzu starren Strukturen gebildet haben, sorge für eine dynamische Gemeinschaft, die offen für Veränderungen und neue pastorale Initiativen ist. Gleichzeitig richte sie ihren Blick bewusst auf die gesellschaftliche Not und versuche in Form von Empowerment die Menschen so zu stärken, dass sie selbstbestimmt ihren Weg in die Zukunft finden. Mindestens drei der von den Redemptoristen betreuten Kirchen liegen in ausdrücklichen Armutsgegenden an der Peripherie von Harare.

Das erste Haus der Redemptoristen in Tafara am Stadtrand von Harare. (c) Redemptoristen
Dabei sind die politischen Rahmenbedingungen schwierig. Die Hoffnungen auf eine umfassende Demokratisierung und einen wirtschaftlichen Aufschwung nach dem 2017 erfolgten Sturz des Mugabe-Regimes erfüllten sich nicht. Dennoch sieht P. Martin bei den Redemptoristen keinen Grund zur Resignation. Ihr Weg gehe weiter – selbstbewusst, engagiert und ohne Überheblichkeit.
„Von Afrika geht ein Segen aus“
„In den Exerzitien sprach ich davon, dass Menschen, die den Fußspuren Jesu folgen, Ikonen des Erlösers in dieser Welt sein können/sollen. So habe ich die Mitbrüder erlebt – nicht nur als Einzelne, sondern auch in ihrem Zusammenleben und in ihrer religiösen, missionarischen, pastoralen und sozialen Praxis. Afrika zeigt uns Europäern in besonderer Weise Christus. Oder anders formuliert: Von Afrika geht ein Segen aus. Das ist meine Erfahrung nach dieser Simbabwe-Reise“, fasste P. Martin Leitgöb zusammen.
Quelle: P. Martin Leitgöb