Hall: Patrozinium und Nachprimiz im Zeichen des heiligen Franziskus

P. Adam Bergmann feierte am 2. August 2026 seine Nachprimiz in der Franziskanerkirche Hall. (c) Cincelli/dibk
Ein Mitbruder habe Hall gar als eine Art „Wiege“ für viele Berufungen im Franziskanerorden bezeichnet. Das verbinde die Franziskanerkirche in Hall unmittelbar mit der Portiuncula in Assisi, der kleinen Kapelle, die für den heiligen Franziskus und den Beginn des Franziskanerordens von besonderer Bedeutung war. „Am heutigen Tag steht die Tür der Portiuncula in Assisi weit offen und Pilger strömen durch sie ein, um für sich, für ihre Anliegen oder für die Verstorbenen um Gottes Barmherzigkeit zu bitten“, sagte P. Adam Bergmann und deutete die offene Tür der Kapelle als Bild für den Zugang zum Leben in der Versöhnung und Vertraulichkeit mit Gott und den Mitmenschen.

P. Adam Bergmann erinnerte in seiner Predigt daran, dass die Franziskanerkirche in Hall „recht häufig Ursprungsort vieler Lebens- und Berufungsgeschichten war“. (c) Cincelli/dibk
Drei Schritte seien dafür notwendig: sich auf den Weg zu machen und die eigene Perspektive zu verändern, an die Tür zu klopfen und sich für Gott zu öffnen, und schließlich: „die Schwelle der offenen Türe überschreiten und in ein neues Haus eintreten. Die Schwelle zu übertreten drückt aus, sich anzuvertrauen, sich in Empfang nehmen zu lassen.“ Gerade im Franziskusjahr 2026, das anlässlich des 800. Todestages des Heiligen weltweit begangen wird, erhielt diese Botschaft zusätzliche Bedeutung.
Nicht Zahlen und Strukturen im Mittelpunkt
P. Adam Bergmann wurde am 4. Juli 2026 im oberösterreichischen Wels von Bischof Manfred Scheuer zum Priester geweiht. In seiner Weihepredigt hatte Scheuer dazu aufgerufen, die Kirche nicht von Zahlen und Strukturen her zu denken, sondern die Gottesfrage und die Sorge um die Menschen in den Mittelpunkt zu stellen. Die franziskanische Berufung bedeute, Armut und Bedürftigkeit wahrzunehmen, Beziehungen zu pflegen und den Segen Gottes in eine oft brüchige Welt hineinzutragen.

Zahlreiche Gläubige und Vertreter:innen von Traditionsvereinen und Verbindungen machten sich auf den Weg in die Franziskanerkirche Hall, um das Patronzinium und die Nachprimiz von P. Adam Bergmann zu feiern. (c) Cincelli/dibk
Diese Grundhaltung prägte auch die Feier in Hall. Zum Abschluss seiner Predigt verband P. Adam Bergmann den Gedanken der offenen Tür mit dem Primizsegen, den er nach dem Gottesdienst spendete. Seine Hoffnung sei, „dass Gott eure Herzen berührt, euch eine wahrhafte Erfahrung von Versöhnung teilhaftig wird, dass ihr wie der heilige Franziskus einen Ort, ein Stückchen Erde findet, an dem ihr ganz unverstellt, frei von jedem Schamgefühl und von Sorgen vor Gott stehen und sagen könnt: ‚Abba, Vater‘!“.
Quelle: Diözese Innsbruck