Zusatztafel würdigt den Mut von P. Titus Helde

P. Titus Helde machte seinem Namen alle Ehre: Er schützte mehrere Frauen vor Gewalt und Übergriffen und bezahlte diesen heldenhaften Einsatz mit seinem Leben. (c) Salvatorianer
Erinnerung an ein mutiges Lebenszeugnis
Der Stadtrat der niederösterreichischen Stadtgemeinde Mistelbach hat einstimmig beschlossen, unter der bestehenden Straßenbezeichnung „Pater Helde-Straße“ eine Informationstafel anzubringen. Sie soll Passantinnen und Passanten über Leben und Wirken des Salvatorianers informieren und an seinen mutigen Einsatz in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs erinnern.

Die „Pater Helde-Straße“ in Mistelbach erhält bald ein Zusatzschild mit Infos über den mutigen Einsatz des Salvatorianerpaters. (c) Google Maps
Die „Pater Helde-Straße“ trägt seinen Namen bereits seit mehreren Jahren. Mit der neuen Zusatztafel wird das Gedenken nun vertieft und sein Lebenszeugnis als bleibendes Vorbild für Zivilcourage und christliche Nächstenliebe sichtbar gemacht.
Märtyrer P. Helde
Am 21. April 1945 entdeckten sowjetische Soldaten eine Gruppe Frauen und Mädchen, die im Mistelbacher Barnabitenkolleg Zuflucht gesucht hatten. Pater Titus Helde versteckte sie, um sie vor Übergriffen zu schützen. Als die Soldaten trotzdem ins Kloster eindrangen, stellte er sich ihnen entgegen. Als einer der Männer eine Frau mit ihrem Kind verfolgte, ging der junge Kaplan dazwischen – und wurde erschossen. Die Frauen waren gerettet. Er starb in den frühen Morgenstunden des 22. April 1945. Bereits kurz nach seinem Tod wurde der Salvatorianer als Märtyrer verehrt.

Ein Bild der Zusatztafel. (c) Salvatorianer
Derzeit bereitet die Erzdiözese Wien ein Seligsprechungsverfahren für P. Titus Helde vor. Ende des vergangenen Jahres hatte der österreichische Provinzial der Salvatorianer, P. Márton Gál SDS, darum ersucht. Erzbischof Josef Grünwidl gab diesem Ansuchen nach einstimmigem Votum des Bischofsrates am 9. Februar statt.
Zur Person
P. Titus Helde, mit bürgerlichem Namen Josef Helde, wurde am 5. Mai 1905 in Radolfzell am Bodensee geboren. Nach einer Tätigkeit als Bankangestellter trat er 1926 in Steinfeld in die Gemeinschaft der Salvatorianer ein. Die Priesterweihe empfing er am 29. Juni 1938. Während seiner Ausbildungs- und Wirkungszeit lebte er unter anderem in Lochau, Heinzendorf, Passau, Hamberg, Graz, Wien und Mistelbach.
Quelle: Salvatorianer