Van der Bellen besucht Benediktinerinnenabtei Nonnberg

Äbtissin Veronika Kronlachner begrüßte das Präsidentenpaar vor der Kirche. (c) Präsidentschaftskanzlei/Peter Lechner
Bundespräsident Alexander Van der Bellen hat im Rahmen seines Salzburg-Aufenthalts die Benediktinerinnenabtei Nonnberg besucht und das älteste durchgehend bestehende Frauenkloster im deutschen Sprachraum als Ort der Gastfreundschaft, der Stille und des gesellschaftlichen Miteinanders gewürdigt. In einem anschließend auf Social Media veröffentlichten Beitrag dankte er Äbtissin Veronika Kronlachner und den Schwestern für ihre Gastfreundschaft.
Die Abtei sei „ein Ort des Miteinanders, des gemeinsamen Schaffens und ein Ort der Stille und des Zu-sich-Kommens“, schrieb das Staatsoberhaupt in seinem Posting, und weiter: „Heimat lebt von Orten mit Geschichte und von Menschen, die sie mit Hingabe gestalten.“ Gerade in einer hektischen Zeit schätzen viele Menschen Räume, die Ruhe schenkten und neue Kraft geben. Das tägliche Wirken der Schwestern, geprägt von Glauben, Gastfreundschaft und Achtsamkeit, ist „ein wertvoller Beitrag für unsere Gesellschaft“, so Van der Bellen.

Ein gemeinsames Foto zur Erinnerung. Es war dies der erste Besuch von Van der Bellen in Nonnberg. (c) Präsidentschaftskanzlei/Peter Lechner
Erster Besuch für Van der Bellen
Auch für die Ordensgemeinschaft war der Besuch ein besonderes Ereignis. Zwar hätten bereits viele Bundespräsidenten, darunter Rudolf Kirchschläger und Heinz Fischer, die Abtei besucht, für Van der Bellen sei es jedoch die erste Visite gewesen, berichtete Äbtissin Kronlachner am Dienstag im Telefonat mit Kathpress. Zustande gekommen sei die Begegnung über einen früheren Kontakt mit Doris Schmidauer.
Empfangen wurde das Präsidentenpaar in der Stiftskirche, anschließend führte die Äbtissin durch Kreuzgang und Kreuzgarten. Auf der Statio hielt Van der Bellen im Gästebuch fest: „Wir sind erst am Anfang der Führung, aber ich bin schon sehr, sehr begeistert.“ Danach begegnete er dem Konvent in der Chorkapelle, wo die Schwestern ihm für sein Wirken dankten und ihm das von Nonnberger Schwestern verfasste „Erentrudis-Lied“ vorsangen, das seit dem Jubiläum im Jahr 2018 alljährlich auch am Salzburger Glockenspiel erklingt.

Äbtissin Veronika Kronlachner, Doris Schmidauer und Alexander Van der Bellen. (c) Präsidentschaftskanzlei/Peter Lechner
Kontemplativer Ort der Stille
Die im Jahr 714 vom heiligen Rupert gegründete Abtei versteht sich bis heute als kontemplativer Ort der Stille und des Gebets. Kirche und Friedhof stehen Besuchern offen, zudem gibt es ein kleines Gästehaus für Frauen, die Tage der Stille oder geistliche Einkehr suchen. Viele Menschen nützen auch die Möglichkeit, morgens und abends bei der Heiligen Messe bzw. Vesper den Gregorianischen Gesängen zu lauschen. „Es ist ein Ort, an dem für viele Menschen die Gegenwart Gottes spürbar wird“, sagt Äbtissin Kronlachner. Im Gästebuch habe sich erst vor wenigen Tagen ein Besucher mit den Worten eingetragen: „Ich bin Atheist, aber an dieser Stätte finde ich Ruhe.“
Trotz ihrer Abgeschiedenheit verfolgen die Schwestern auf dem Nonnberg auch das politische Geschehen und beziehen es in ihr Gebet ein. Schwester Eva-Maria Saurugg bezeichnete Van der Bellen als „ruhenden Pol“, der in aufgeheizten politischen Debatten Respekt und einen angemessenen Stil einmahne. Beeindruckt habe die Gemeinschaft vor allem, dass sich der Bundespräsident im Kloster nicht als Repräsentant, sondern „einfach als Gast“ bewegt habe. Dieses natürliche Miteinander habe den Besuch für die Schwestern besonders wertvoll gemacht.
Quelle: Kathpress