150 Jahre Bildung im franziskanischen Geist

150 Jahre Klosterschule und Kindergarten: Generaloberin Sr. Franziska Bruckner und Bischof Alois Schwarz (Bildmitte) mit langjährigen Wegbegleiterinnen und Wegbegleitern der Bildungseinrichtungen. (c) Kirche bunt/Wolfgang Zarl
Im „Freiluftdom“ – dem von großen schattigen Bäumen umgebenen Schulpark – feierten 650 Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit den Amstettner Franziskanerinnen mit einer Festmesse das 150-jährige Bestehen ihrer Bildungseinrichtungen. Generaloberin Sr. Franziska Bruckner freute sich, Bischof Alois Schwarz als Zelebranten zu begrüßen. Dieser hoffte, dass von den Schulen „eine Wellenbewegung des Guten“ ausgehe.

Bischof Alois Schwarz stand der Messe vor. (c) Kirche bunt/Wolfgang Zarl
Die Wurzeln der Amstettner Franziskanerinnen reichen bis ins Jahr 1855 zurück, als Bischof Ignaz Feigerle die Gründung der Franziskanerinnen-Gemeinschaft in Judenau maßgeblich vorantrieb. 1876 gab Bischof Matthäus Binder seine Zustimmung, als der Orden in Amstetten eine Zweigstelle – sprich ein Kloster mit Schule, Kindergarten und Internat – eröffnete, wie Sr. Franziska Bruckner berichtete.
Bauer und Kaiserin halfen
Der Bauer Johann Datzberger und Kaiserin Karolina Augusta sorgten für den Bau und die Dotation, also die finanzielle Absicherung der Schwestern. Engagierte Mitbürger aus Amstetten halfen tatkräftig mit, sodass am Osterdienstag 1876 die ersten vier Schwestern mit ihrer Oberin Sr. Maria Rosa Denne einziehen konnten. Im Herbst kamen drei weitere Schwestern dazu.

Seit vergangenem Jahr unterrichtet keine Franziskanerin mehr an der Schule, aber die Schule wird in ihrem Geist weitergeführt. (c) Kirche bunt/Wolfgang Zarl
17 Jahre später eröffneten die Schwestern eine Bürgerschule, die heutige Mittelschule. 1923 folgte die Bildungsanstalt für Kindergärtnerinnen, die bis heute eine Ausbildung der Elementarpädagoginnen und -pädagogen ermöglicht. Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen 1948 die Wirtschaftsschulen hinzu.

Der festliche Gottesdienst wurde von den Schulen und dem Kindergarten mitgestaltet und vorbereitet. (c) Kirche bunt/Wolfgang Zarl
„Es sind bewegte Jahrzehnte mit unterschiedlichen Zweigen und Ausbildungsschwerpunkten, sodass wir uns heute über eine große Schulgemeinschaft freuen“, so Sr. Bruckner. Die Amstettner Franziskanerinnen ermöglichten gerade auch Kindern aus einkommensschwächeren Familien – vor allem Mädchen – den Zugang zu Schul- und Berufsausbildung.

Es wurde allen gedankt, die gemeinsam mit den Schwestern in den Schulen, für die Schulen unterwegs sind. (c) Kirche bunt/Wolfgang Zarl
Bildungsstandort mit langer Tradition
Heute umfassen die Klosterschulen in Amstetten eine Volksschule, eine Mittelschule, die Bildungsanstalt für Elementarpädagogik sowie Wirtschaftsschulen, u. a. mit den Schwerpunkten Kommunikation und Mediendesign. Der 1876 gegründete Kindergarten im Klosterareal ist seit den 1920er Jahren ein Landeskindergarten.
Die Schulen werden seit 2019 vom Verein für Franziskanische Bildung geführt. Seit vergangenem Jahr unterrichtet keine Franziskanerin mehr an den Schulen in Amstetten, aber der franziskanische Geist und die Vermittlung christlicher Werte werden langfristig bleiben. Die Schulen sind geprägt vom christlichen Menschenbild, vom Engagement für die ihnen anvertrauten jungen Menschen, deren Bildung und persönliche Entwicklung.
Neben der guten Ausbildung sind den Franziskanerinnen und den Schulverantwortlichen Werte wie Hinwendung zur Schöpfung und Nachhaltigkeit wichtig – Werte, die Ordensgründer Franz von Assisi mitgegeben hat. Die franziskanische Ordensfamilie steht heuer im 800-Jahr-Jubiläum, da der Heilige vor 800 Jahren gestorben ist.

Diözesanbischof Dr. Alois Schwarz ermutigte die jungen Menschen auf ihr Herz zu hören und in den vielen Begegnungen zu spüren, dass Gott bei ihnen und mit ihnen ist. (c) Kirche bunt/Wolfgang Zarl
Quelle: Kirche bunt/Wolfgang Zarl, Sr. Franziska Bruckner