Jakob-Gapp-Preis für Zivilcourage ausgeschrieben
Ein Ordensmann als „Volksverräter“: Namensgeber des Preises ist der Selige Jakob Gapp (1897-1943), der aus seinem christlichen Gewissen heraus Widerstand gegen den Nationalsozialismus leistete und dafür hingerichtet wurde. © Diözese Innsbruck
Der Preis erinnert an den Tiroler Marianisten Jakob Gapp, der in der NS-Zeit unter Einsatz seines Lebens für Menschenwürde, Gerechtigkeit und Wahrheit eintrat. „Zivilcourage heißt, nicht wegzuschauen, wenn andere in ihrer Würde bedroht sind. Mit dem Jakob-Gapp-Preis wollen wir Menschen ermutigen, Verantwortung zu übernehmen – auch dann, wenn es unbequem ist“, wird Bischof Hermann Glettler in einer Aussendung der Diözese Innsbruck zitiert. Gesellschaftliches Engagement brauche Mut und Ausdauer. „Genau dieses Engagement wollen wir mit dem Jakob-Gapp-Preis stärken und sichtbar machen.“
Vielfältige Einreichmöglichkeiten
Eingereicht werden können Projekte, Initiativen oder Aktionen im Gebiet der Diözese Innsbruck, die in den letzten drei Jahren umgesetzt wurden oder aktuell laufen. Grundvoraussetzung ist, dass sie ehrenamtliches Engagement fördern und den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken. Die Projekte können sich etwa mit sozialer Gerechtigkeit, dem Schutz vulnerabler Personen, Integration, Frieden oder Schöpfungsverantwortung auseinandersetzen, gegen Diskriminierung und Gewalt wirken, benachteiligte Menschen unterstützen sowie Tierschutz, Nachhaltigkeit oder Lebensschutz fördern. In der Kategorie „Erinnerungskultur“ wird ein mit 2.000 Euro dotierter Sonderpreis verliehen. Der 1. Preis ist mit 4.000 Euro dotiert, der 2. Preis mit 2.000 Euro und der 3. Preis mit 1.000 Euro.
Die Vergabe erfolgt in Kooperation mit dem Arbeitskreis Jakob Gapp, Einreichungen sind bis zum 20. September möglich.
Glaube und Zivilcourage gehören zusammen
Namensgeber des Preises ist der Selige Jakob Gapp (1897-1943), der aus seinem christlichen Gewissen heraus Widerstand gegen den Nationalsozialismus leistete und dafür hingerichtet wurde. „Jakob Gapp ist ein Beispiel dafür, wie Glaube und Zivilcourage zusammengehören“, betont Glettler. Das Jubiläum seiner Seligsprechung bilde den Anlass, sein Vermächtnis neu ins Heute zu übersetzen. Die Idee entstand in Kooperation mit dem Arbeitskreis Jakob Gapp aus der Pfarre Wattens. „Der Preis macht dieses Vermächtnis im Hier und Jetzt sichtbar und verbindet Erinnerungskultur mit konkretem Engagement“, erklärte Johannes Erler, Vorsitzender des Arbeitskreises.
30-jähriges Jubiläum der Seligsprechung
Die feierliche Preisverleihung findet am 21. November 2026 in Wattens statt und wird in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Jakob Gapp und der Tiroler Tageszeitung durchgeführt. Die Feierlichkeiten stehen im Zeichen des 30-jährigen Jubiläums der Seligsprechung von Jakob Gapp, das im Rahmen des Programms eine besondere Würdigung erfährt. Der Festtag beginnt um 17 Uhr mit einem Gottesdienst mit Bischof Hermann Glettler in der Laurentiuskirche. Im Anschluss folgt um 18 Uhr der offizielle Festakt samt Preisverleihung im Saal des Jakob-Gapp-Jugendhauses.
Quelle: kathpress, Diözese Innsbruck