10. Juli 2026

Salzburg: Sr. Brigitta Raith neue Vorsitzende der Diözesankommission für Weltkirche

Mehr als drei Jahrzehnte lebte und wirkte Sr. Brigitta Raith, Missionarin Christi aus der Oststeiermark, in der Demokratischen Republik Kongo. Sie erlebte Krisen, Krieg und Not, aber auch die nie versiegende Lebenskraft der Menschen. Jetzt ist sie zurück in der Erzdiözese Salzburg und wird neue Vorsitzende der Diözesankommission für Weltkirche.

Sr. Brigitta Raith ist aus dem Kongo zurückgekehrt und wird neue Vorsitzende der Diözesankommission für Weltkirche in der Erzdiözese Salzburg.

Sr. Brigitta Raith ist aus dem Kongo zurückgekehrt und wird neue Vorsitzende der Diözesankommission für Weltkirche in der Erzdiözese Salzburg. (c) Sr. Brigitta Raith

 

Sie wollte heiraten und eine Familie gründen, sagte Sr. Brigitta Raith dem Salzburger Rupertusblatt. Dass sie über drei Jahrzehnte im Kongo leben würde, sei nicht geplant gewesen. Mit 25 Jahren spürte die Lehrerin aber, dass Gott sie auf einen anderen Weg ruft. 1987 begann sie ihr Noviziat bei den Missionarinnen Christi in München. Afrika war damals noch kein Thema – bis ein Film über Salzburgs Partnerdiözese Bokungu Ikela sie „so tief berührte, dass ich wusste: Dort möchte ich hin.“

 

Am 1. Oktober 1992, ihrem Geburtstag, reiste sie aus. In der Pfarre St. Paul in Ikela arbeitet sie in der Pastoral, begleitet Jugendgruppen, baut Frauengruppen auf und stärkt Katechisten. „Die Pfarren sind riesig. Ohne die Katechisten würde das kirchliche Leben zusammenbrechen.“

 

Kirche als Hoffnungsträgerin

Die Kirche sei im Kongo unverzichtbar: „Sie ist Hoffnungsträgerin, moralische Kraft und ihre Schulen, Krankenhäuser sind oft die einzigen, die funktionieren.“ In einem Land, das seit Jahrzehnten von Konflikten erschüttert wird, fördere sie Frieden: durch Bildung, Gesundheitsversorgung und eine mutige Stimme gegen Ungerechtigkeit.

 

Mit dem Krieg 1996/97 veränderte sich alles. Drei Wellen bewaffneter Gruppen zogen durch die Diözese. „Ich bin sicher: Wären unsere Schwestern nicht geflohen, sie wären umgebracht worden“, erinnert sich die Missionarin Christi an diese schwierige Zeit.

 

„Hauptsache, wir leben“

Bis heute komme das Land nicht zur Ruhe: „Die Gewaltbereitschaft nimmt zu. Es braucht nur einen kleinen Funken.“ Frieden beginne deshalb nicht erst in der Politik, sondern „im Dorf, in der Familie, am Arbeitsplatz – überall dort, wo Menschen lernen, Konflikte ohne Gewalt auszutragen“. Gleichzeitig erlebte Sr. Brigitta Raith eine enorme Resilienz: „Die Lebensfreude ist ein Ventil.“ Während in Europa die Illusion von Planbarkeit wachse, sei im Kongo die Zukunft offen und damit die Fähigkeit zu hoffen größer. „Hauptsache, wir leben“, hörte sie oft.

 

Für die Ordensfrau liegt in Afrika ein Schatz, den Europa oft übersieht: „Die Menschen leben im Vertrauen, dass Gott mitgeht.“ Auch die Fähigkeit, trotz Not zu feiern, zu tanzen, dankbar zu sein, beeindruckt sie: „Die Freude an Gott ist ihre Stärke.“
Nach Jahrzehnten im Kongo übergaben die noch verbliebenen europäischen Missionarinnen Christi die Verantwortung ganz den afrikanischen Schwestern. Der Abschied war nicht leicht. Doch neue Aufgaben warten: Schwester Brigitta kehrt nach Salzburg Liefering zurück, wo sie vor ihrer Ausreise in den Kongo schon im Bondeko, einer Einrichtung der Herz-Jesu-Missionare, die der Begegnung von Religionen und Kulturen dient, gearbeitet hat.

 

Neue Vorsitzende der Diözesankommission für Weltkirche

Heute ist Sr. Brigitta Raith selbstständig in der Erwachsenenbildung tätig und bringt ihre Erfahrung als neue Vorsitzende in die Diözesankommission für Weltkirche (DKW) der Erzdiözese Salzburg ein. „Ich möchte Brücken bauen. Ich kenne zwei Kulturen von innen, diesen Reichtum möchte ich fruchtbar machen.“ Für sie bleibt Mission ein Weg des Friedens: „Mission heißt, das Leben der Menschen zu teilen – ihre Freude und ihr Leid. Und Hoffnung zu säen, wo sie verloren gegangen ist.“

 

Quelle: Erzdiözese Salzburg