Zwettl feierte Klosterlandschaft und europäisches Kulturerbe

Festgäste, Cisterscapes-Projektpartner und Ehrengäste feierten die Eröffnung des erneuerten Abteihofes im Stift Zwettl. (c) Franz Bretterbauer
Zahlreiche Besucher:innen trotzten den hochsommerlichen Temperaturen. Auch Gäste aus der tschechischen Partnerregion Žďár nad Sázavou, Vertreter des Zisterzienserklosters Vyšší Brod und des ehemaligen Zisterzienserklosters Ebrach sowie Repräsentant:innen des europäischen Cisterscapes-Netzwerks nahmen an den Feierlichkeiten teil und unterstrichen den grenzüberschreitenden Charakter des Projekts.
Bereits am Samstag konnten Interessierte die Zwettler Klosterlandschaft bei einer geführten Wanderung entlang des Bernhardiweges entdecken. Im Lindenhof luden Mitmach-Stationen dazu ein, mehr über den Stiftswald, den Kräutergarten, den Karpfenteich und das Leben der Zisterzienser zu erfahren. Kinderführungen, Musik und regionale Kulinarik rundeten das Programm ab.
Einige Eröffnungen
Eröffnet wurden außerdem die Sonderausstellung „Der Santini-Skandal“, die das Wirken des Barockarchitekten Giovanni Battista Santini beleuchtet, sowie der revitalisierte Englische Garten, der künftig als Ort der Ruhe und Besinnung dienen soll. Mit der Segnung des ersten neu errichteten Bildstocks am Bernhardiweg wurde zudem die erste von insgesamt zehn künstlerisch gestalteten Wegestationen ihrer Bestimmung übergeben.
Den Höhepunkt bildete am Sonntag die Festmesse zum 70. Geburtstag von Abt Johannes Maria Szypulski. Im Anschluss erhielt er mehrere Auszeichnungen für sein langjähriges Wirken. Bürgermeister Franz Mold überreichte ihm die Goldene Ehrennadel der Stadtgemeinde Zwettl und würdigte ihn als Brückenbauer zwischen Kirche und Gesellschaft: „Es ist dir stets gelungen, Brücken zu bauen: Zwischen der Kirche und der Gesellschaft, der Tradition und Moderne, zwischen Menschen.“ Auch seine Mitbrüder aus dem Lazarus-Orden gratulierten ihm und zeichneten den Jubilar mit dem sogenannten Kaiser-Karl-Kreuz aus.
Festakt im Zeichen der europäischen Zusammenarbeit
Der wegen der Hitze kurzfristig in die Stiftskirche verlegte Festakt stand ganz im Zeichen der europäischen Zusammenarbeit. Andreas Gamerith (Archivar), Alexandra Bayer (Cisterscapes Bamberg) sowie Abt Johannes Maria Szypulski betonten dabei die Bedeutung des Projekts für die Bewahrung und Vermittlung der zisterziensischen Kulturlandschaften. Gleichzeitig wurde das aktuelle Interreg-Projekt vorgestellt, das gemeinsam mit den tschechischen Partnern umgesetzt wird und historische Orte aufwerten, neue Angebote schaffen und die gemeinsame Geschichte für Einheimische und Gäste erlebbar machen soll.
Zum Abschluss wurden der neu gestaltete Abteihof und der Kreuzgarten feierlich eröffnet und gesegnet. Beide Projekte tragen dazu bei, das historische Stiftsareal weiter aufzuwerten und für Besucher:innen noch besser erlebbar zu machen.
Cisterscapes
Cisterscapes ist ein europäisches Netzwerk von 17 historischen Klosterlandschaften in fünf Ländern. Gemeinsam machen sie sichtbar, wie die Zisterzienser seit dem Mittelalter Landschaften gestaltet und bis heute nachhaltig geprägt haben – von Teichanlagen und Wäldern über Landwirtschaft bis hin zu Wegen und Bauwerken. Die Zwettler Klosterlandschaft trägt seit 2024 offiziell das Europäische Kulturerbe-Siegel (European Heritage Label) und ist damit Teil eines europaweit bedeutenden Kulturerbes.
Quelle: Stift Zwettl