Wiener Hartmannspital: Gedenken an Redemptoristen P. Janauschek

Im Gedenken verbunden: Am 1. Juli 2026 fand in der Kapelle der Hartmannschwestern der Gedenkgottesdienst für den vor 100 Jahren verstorbenen Redemptoristen P. Wilhelm Janauschek statt. © Franziskanerinnen/Klemens-Komitee
Dem Gottesdienst in der Klosterkirche stand der Eisenstädter Bischofsvikar und Redemptorist P. Lorenz Voith vor. Nach der Messfeier führte eine Prozession zur Janauschek-Kapelle im Spital, die sich im Sterbezimmer von Pater Janauschek befindet. Anschließend waren die Teilnehmer:innen zu einer Agape eingeladen. Mit den Hartmannschwestern, Mitgliedern des St. Klemens Hofbauer-Komitees sowie weiteren Gästen nahmen zahlreiche Gläubige an der Gedenkfeier teil.
Ordensmann mit besonderem Charisma
P. Lorenz Voith erinnerte in der Predigt an die besondere Gestalt des P. Janauschek, der schon zu Lebzeiten als „Heiliger“ angesehen wurde und sich durch pastoralen Elan, Weitsicht und große Verfügbarkeit auszeichnete. Er dankte auch den Franziskanerinnen für ihre tiefe Verbundenheit mit P. Janauschek und den Redemptoristen: „Die Weite seines Wirkens, wie auch die große Nähe zu den Menschen, machten ihn zu einem besonderen Seelsorger. Viele Gebetserhörungen wurden bisher gesammelt; insbesondere bei Krebskrankheiten. Möge er bald zu den Seligen gezählt werden.“
Volksmissionar, Seelsorger und Beichtvater
Wilhelm Janauschek wurde am 19. Oktober 1859 in Wien als Kind einer aus Mähren zugewanderten Kaufmannsfamilie geboren. Nach dem Besuch des Schottengymnasiums trat er in die Kongregation der Redemptoristen ein, die er durch die tschechischen Gottesdienste in Maria am Gestade kennengelernt hatte. Nach seiner Priesterweihe im Jahre 1882 war er in der Jugendseelsorge, als Volksmissionar sowie als gesuchter Seelsorger und Beichtvater in mehreren österreichischen Redemptoristenkollegien sowie im Redemptoristenkollegium Budweis tätig.
Ordensmann mit Freundlichkeit und Humor: P. Wilhelm Janauschek war eine der prägendsten Priestergestalten der ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts in Wien. © Redemptoristen
In den Jahren von 1890 bis 1901 hatte er zudem die Funktion des Novizenmeisters inne. Danach wurde er seitens der Generalleitung der Kongregation zum Provinzial der österreichischen Redemptoristenprovinz bestimmt und war in dieser Funktion in den Jahren 1901 bis 1907 tätig. P. Janauschek war auch Gründungsobmann des seit 1917 bestehenden Klemens-Hofbauer-Komitees, das bis heute für pastorale und soziale Projekte weltweit tätig ist und Wallfahrten bzw. Pilgerreisen organisiert. Aktueller Obmann ist P. Voith.
Der allseits beliebte Seelsorger verstarb als eine der bekanntesten Wiener Priesterpersönlichkeiten seiner Zeit nach einer Krebserkrankung am 30. Juni 1926 im Wiener Hartmannspital.
„Ehrwürdiger Diener Gottes“
Der Seligsprechungsprozess für P. Janauschek wurde 1934 in Wien begonnen, im selben Jahr wurden seine sterblichen Überreste vom Zentralfriedhof in die Redemptoristenkirche Maria am Gestade (Passauerplatz, 1010 Wien) überführt. Seit 1955 ist der Seligsprechungsprozess bei der römischen Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungen anhängig und fand am 15. April 2014 seinen vorläufigen Abschluss, als Papst Franziskus dem Redemptoristenpater den „heroischen Tugendgrad“ zuerkannte und die Bezeichnung „Ehrwürdiger Diener Gottes“ erlaubte. Für den endgültigen Abschluss braucht es allerdings noch eine offiziell anerkannte Wunderheilung.
Quellen: Redemptoristen, kathpress