Franziskaner Manuel Sandesh startet Dance-Challenge

Christlicher „Happy-Song“: Die Tanznummer „Jesus Zumba“ ist ansteckend und wird nicht nur von Kindern wie den Masaka Kids Africana geliebt, die im YouTube-Video gemeinsam mit P. Manuel Sandesh um die Wette tanzen. © Manuel Sandesh
Eine hohe Messlatte haben die Masaka Kids Africana in seinem jüngsten Musik-Video vorgelegt. Die Waisen- und Straßenkinder in Uganda – Social-Media-Stars mit 9,1 Millionen Instagram-Followern – übersetzen genau das, was der Franziskanerpater mit seinem Song vermitteln will, wie er im Gespräch mit der katholischen Presseagentur Kathpress erzählt: „Sie feiern tanzend das Leben und vermitteln Freude, wie es nur Kinder können.“ Die Einnahmen aus ihrer Social-Media-Arbeit finanzieren Bildung, Kunstprojekte und die Versorgung der Kinder.
Zum Mitmachen bei „Jesus Zumba“ soll eine Dance-Challenge animieren, die P. Sandesh gestartet hat. Nötig sind dazu fünf hochgeladene „Shorts“ (kurze Videos) auf YouTube, bei denen unter Benutzung von „Jesus Zumba“ zum Chorus des Lieds getanzt wird. Die Choreografie stammt von Sandesh selbst und ist denkbar einfach zu lernen, „damit wirklich jeder mitmachen kann“. Als kleines „Goodie“ für die Teilnahme versendet der Franziskanermönch eine Baseball-Kappe mit dem Tau-Kreuz – dem Symbol der franziskanischen Familie – an alle Mitmachenden. Dieses ist zum Markenzeichen des rappenden Priesters geworden. Per Mail können die Jesus-Zumba-Tänzer:innen ihre Links und die Zustelladresse mit P. Sandesh unter sandsguitar@yahoo.co.in teilen.
Auf das Positive und Strahlende ausgerichtet
„Es gibt zu wenige christliche 'Happy Songs' im deutschsprachigen Raum, zu denen man auch tanzen kann. Hier herrscht das Konzept: Je trauriger das Lied, desto heiliger ist es“, sagt der aus Indien stammende Priester über die Entstehung des Liedes. Der Kirchenbesuch sei manchmal verbunden „mit einer Körpersprache von schweren Schultern, einem langen Gesicht und der Vorstellung: Ich muss ganz brav und leise sein“. Dabei werde oft vergessen, dass der Glaube nicht nur aus Frömmigkeit besteht, sondern auf die Auferstehung, das Positive und Strahlende ausgerichtet sei.
„Dazu fehlt die Musik in der katholischen Kirche“, betont Sandesh, der mit seinem Lied mehr Menschen erreichen und sie in eine Kirche einladen möchte, die auch tanzt. Denn: „Tanz ist eine schöne Kultur auf der ganzen Welt und bringt die universelle Emotion der Freude hervor. Warum sollten wir das nicht in unserer Kirche nutzen?“ Auch in seinem eigenen Zumba-Kurs im Fitnessstudio habe ihm eine christliche Tanznummer gefehlt, erzählt der Priester mit Humor. „Die Trainerin hat mich nach indischen Songs für die Klasse gefragt, und ich konnte zwar Tanzlieder vorschlagen, aber keines, das christlich ist.“
Ein Priester als Rapper?
Der Song „Jesus Zumba“ sei eine Einladung, „dass die Menschen fröhlich sein und ihre Sorgen und Entbehrungen hinter sich lassen sollen, weil Gott Hoffnung gibt und Gott einen Menschen ganz macht“, heißt es im Liedtext.
Anders als „Jesus Zumba“ seien seine Rap-Songs für Christen und Andersgläubige nicht immer einfach zu verdauen, erzählt der Ordensmann. „Dass ein Priester Social Media macht, rappt, tanzt und humorvolle Videos teilt, ist für einige schwer zu verstehen, weil sie ein anderes Bild von einem Geistlichen haben.“ In Kommentaren erscheinen darum auch Fragen wie: „Bist du ein echter Priester oder AI?", worüber Sandesh schmunzeln muss. Daher liest man in seiner Selbstbeschreibung auf Instagram: „I am an out of the box Franciscan Catholic Priest“. Auf so manchen Hass-Kommentar reagiere er mit einem gelassenen „Bless you“, erzählt er im Interview.
Sein neues Lied und die Dance-Challenge hat Sandesh in Social-Media-Manier am vergangenen Wochenende in einem Live-Video auf Instagram vorgestellt, zu dem sich Follower aus Indien, Malaysia, Indonesien, Holland, England und den USA zugeschaltet haben. „Das neue Lied ist ansteckend, und Kinder lieben es“, freut sich der Franziskanermönch.

Als kleines „Goodie“ für die Teilnahme an der Dance-Challenge versendet der Franziskanermönch eine Baseball-Kappe mit dem Tau-Kreuz – dem Symbol der franziskanischen Familie – an alle Mitmachenden. Für ihn ist diese Kappe inzwischen zum Markenzeichen geworden. © ÖOK/emw
Hasskommentare als Frustventil
„Zu Beginn haben mich solche Hate-Kommentare sehr betroffen gemacht. Langsam habe ich gelernt, nicht alle davon zu lesen und dass Menschen oft ihre Frustration – auch über die Kirche – bei mir ablassen wollen. Aber Hass ist ein Gefühl, das nur an dich herankommt, wenn du es zulässt. Ich begegne ihnen mit Frieden“, sagt Sandesh und erzählt, dass er auf so manchen Hass-Kommentar mit einem gelassenen „Bless you“ reagiert.
Zudem machten die Hass-Kommentare vielleicht zwei Prozent aller Rückmeldungen aus, während der Großteil der Nachrichten positiv sei. „Viele haben mir geschrieben, wegen meiner Videos wieder in die Kirche eingetreten zu sein, ihren Glauben und Freude am Leben wiedergefunden zu haben.“ Auch viele Gebetsanliegen erreichen den Priester – ein „Service“, das er auf Social Media anbietet.
Interessant sei auch, dass gerade auf TikTok viele Andersgläubige auf seine Videos reagierten, darunter viele muslimische User, „die mir sagen, dass sie vorher nicht wussten, wie es in der Kirche aussieht, was gebetet wird und dankbar für den Einblick sind“. Innerhalb eines halben Jahres hat Sandesh auf der Plattform über 33.000 Follower gewonnen. Auf Instagram folgen ihm bereits 685.000 Menschen, 57.200 sind es auf YouTube.
Digitale Medien als moderne Kanzel
Pater Sandesh Manuel wurde in Indien geboren und lebt seit 2013 in Wien. Mit 17 Jahren in den Franziskanerorden eingetreten, sieht er sich als Priester, Musiker, Maler und YouTuber, dessen größtes Glück es ist, Menschen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Als studierter Musiker begnügt er sich nicht damit, das Wort Gottes online zu predigen, sondern verpackt seine Botschaft in Raps, die die Glaubensbotschaft niederschwellig transportieren.
Unterstützung für neue Projekte
Die große Resonanz bestärkt den Franziskanermönch, weiterzumachen, doch Anlass zur Sorge gibt ihm die Finanzierung seiner Projekte. „Jesus Zumba war das größte Projekt meines Lebens, für das ich lange gespart habe“, sagt Sandesh. Flugkosten und die Mitnahme eines Kameramanns sowie die Gagen für Grafiker, Musik- und Videoproduzenten würden viel Geld verschlingen. Pro 1.000 Aufrufe liegt der Verdienst für YouTube-Videos im Durchschnitt bei 1 bis 5 Euro. Bei kurzen Videos (Shorts) ist der Verdienst deutlich geringer. Hier liegen die Einnahmen meist nur bei 0,04 bis 0,08 Euro pro 1.000 Aufrufen.
Unterstützt werden kann Sandesh durch ein Follow, das Ansehen und Teilen seiner YouTube-Videos sowie das Abonnieren seines Kanals. Darüber hinaus sind Spenden über PayPal, Patreon und per Überweisung möglich (Paypal: https://www.paypal.com/paypalme/sandeshmanuel, Patreon: https://www.patreon.com/sandeshmanuel; Konto: IBAN AT71 3600 0000 0095 3364).
Quelle: kathpress