Ordensgemeinschaften starten nach Erdbeben in Venezuela Nothilfe

Mehrere Einrichtungen der Salesianer Don Boscos wurden beim Erdbeben in Venezuela schwer beschädigt, darunter auch die Kirche von Sarria in Caracas. (c) Don Bosco Mission Austria
Besonders schwer getroffene Einrichtungen der Salesianer Don Boscos sind die Schule und die Kirche von Sarria in Caracas. Auch Schulen der Jesuiten in Caracas sind von den Zerstörungen betroffen.
„Derzeit liegen uns keine Meldungen über verletzte oder getötete Salesianer vor. Die Kommunikationsverbindungen sind jedoch weiterhin eingeschränkt, viele Gebiete sind ohne Stromversorgung, und das Ausmaß der Schäden ist noch nicht vollständig absehbar“, berichtet Ronny Rodriguez, Koordinator der Salesianer Don Boscos in Caracas.
Neben Sarria wurden auch Don Bosco-Einrichtungen in Altamira, La Dolorida, Mariches sowie die Schule San José beschädigt. Landesweit berichten Medien über eingestürzte Gebäude, zahlreiche Verletzte sowie Vermisste.
Ordensgemeinschaften bereiten Hilfsmaßnahmen vor
Das internationale Don-Bosco-Netzwerk sowie Don Bosco Mission Austria bereiten gemeinsam erste Hilfsmaßnahmen vor. „Wir stehen in engem Kontakt mit den betroffenen Einrichtungen um gemeinsam mit den Mitarbeitern gezielte Unterstützung zu leisten. Die Salesianer sind vor Ort und können dadurch rasch Soforthilfe leisten“, erklärt Bruder Günter Mayer, Geschäftsführer von Don Bosco Mission Austria.
Auch die jesuitischen Partner in Venezuela bereiten sich aktuell darauf vor, Menschen in Not zu unterstützen. „Mit P. Alfredo Infante SJ, dem Provinzial der Jesuiten in Venezuela, bin ich seit heute Früh in ständigem Kontakt. Die Jesuiten sind derzeit dabei, die Lage zu evaluieren und zu prüfen, wie konkret geholfen werden kann. Die Schulen der Jesuiten in Caracas sind von Zerstörungen betroffen. Auch die Schule Jesús Obrero in einem Armenviertel von Caracas, neben der ich selbst einige Jahre gelebt und in der Jugendarbeit mitgewirkt habe, wurde beschädigt“, sagt Katrin Morales, Geschäftsführerin von jesuitenweltweit Österreich.
Update von jesuitenweltweit Österreich
Am Wochenende fanden nun mehrere Krisensitzungen mit Vertreter:innen der venezolanischen Jesuitenprovinz, des Jesuit Refugee Service (JRS) und von Fe y Alegría statt. Ziel ist es, die Hilfsmaßnahmen der verschiedenen Werke eng aufeinander abzustimmen und vorhandene Ressourcen bestmöglich einzusetzen. Eine zentrale Rolle spielt dabei Fe y Alegría, das allein im besonders betroffenen Bundesstaat La Guaira 39 Schulen mit rund 21.000 Schüler:innen sowie etwa 3.000 Lehrer:innen und Mitarbeitenden betreibt. Durch dieses dichte Netzwerk können Bedarfe schnell erhoben und Hilfsgüter unmittelbar in die betroffenen Gemeinden gebracht werden.
Auch der Jesuit Refugee Service bringt seine langjährige Erfahrung in der humanitären Nothilfe ein. Das Länderbüro in Caracas arbeitet eng mit den Teams in Táchira und Zulia sowie mit den internationalen JRS-Büros zusammen. Weitere Mitarbeitende aus der Region stehen bereit, um die Hilfsmaßnahmen bei Bedarf personell zu verstärken.
Dringender Bedarf vor Ort
Der Bedarf vor Ort ist weiterhin enorm. Besonders dringend benötigt werden derzeit Trinkwasser, Babynahrung und haltbare Lebensmittel. Ebenso fehlen Hygieneartikel wie Seife, Windeln und Desinfektionsmittel. Für die Bergungsarbeiten werden Schaufeln, Spaten, Hämmer und Bohrgeräte benötigt, um Verschüttete unter den Trümmern erreichen zu können. Darüber hinaus werden Powerbanks, Schlafsäcke, aufblasbare Matratzen, Thermodecken und wetterfeste Kleidung gebraucht, um Menschen zu versorgen, die ihre Häuser verlassen mussten.
Der Generalobere der Jesuiten, P. Arturo Sosa, dankt für die weltweite Solidarität: „Innerhalb und außerhalb Venezuelas tragen so viele Menschen, Gemeinschaften und Gruppen unser Leid in ihren Gebeten mit und suchen Wege, uns durch ihre Solidarität zu helfen. Wir brauchen diese Unterstützung und sind zutiefst dankbar für jede Hilfe – ob groß oder klein –, die uns aus aller Welt erreicht.“
Spendenmöglichkeit jesuitenweltweit
Quellen: Don Bosco Mission Austria, jesuitenweltweit