Seitenbereiche:
  • zum Inhalt [Alt+0]
  • zum Hauptmenü [Alt+1]

Hauptmenü schließen
  • News
  • Über uns
    • Ordenskonferenz
      • Vorstand
      • Generalsekretariat
      • Diözesane Ordenskonferenzen
      • Büro
    • Institut Österreichischer Orden
    • präsent.relevant.wirksam
    • Ordenstagungen
    • Preis der Orden
      • preis_der_orden_einreichen
    • Ordensentwicklung
    • Gesprächsinsel
  • Ordensgemeinschaften
    • Ordens-Wiki
    • Ordens-ABC
    • Ordenskürzel
    • Ordenskleidung
    • Zahlen | Daten | Fakten
    • Wimmelbild
  • Ordens-Wiki
  • Wirkungsfelder
    • Bildung
    • Gesundheit
    • Kultur
    • Begegnung
    • Spiritualität
    • Soziales
    • Mission
    • Seelsorge
    • Schöpfungsverantwortung
  • Mitmachen
    • Freiwilliges Ordensjahr
    • Berufungsg'schichten
    • Eintritt in einen Orden
    • Exerzitien
    • Gast im Kloster
    • Internationale Freiwilligendienste

  • Personalia
  • Termine
  • Presse
  • Mediathek
  • Kontakt
  • Intranet
  • Datenschutz
  • Impressum
Login

Instagram
Youtube
Facebook
hoher Kontrast
Instagram
Youtube
Facebook
  • Personalia
  • Termine
  • Presse
  • Mediathek
  • Kontakt
  • Intranet
  • Login
Orden finden
von Besuchen über
Exerzitien bis zum Kloster auf Zeit
Kennenlernen
& Mitmachen
Hauptmenü:
  • News
  • Über uns
    • Ordenskonferenz
      • Vorstand
      • Generalsekretariat
      • Diözesane Ordenskonferenzen
      • Büro
    • Institut Österreichischer Orden
    • präsent.relevant.wirksam
    • Ordenstagungen
    • Preis der Orden
      • preis_der_orden_einreichen
    • Ordensentwicklung
    • Gesprächsinsel
  • Ordensgemeinschaften
    • Ordens-Wiki
    • Ordens-ABC
    • Ordenskürzel
    • Ordenskleidung
    • Zahlen | Daten | Fakten
    • Wimmelbild
  • Ordens-Wiki
  • Wirkungsfelder
    • Bildung
    • Gesundheit
    • Kultur
    • Begegnung
    • Spiritualität
    • Soziales
    • Mission
    • Seelsorge
    • Schöpfungsverantwortung
  • Mitmachen
    • Freiwilliges Ordensjahr
    • Berufungsg'schichten
    • Eintritt in einen Orden
    • Exerzitien
    • Gast im Kloster
    • Internationale Freiwilligendienste

hoher Kontrast
Hauptmenü anzeigen
Inhalt:
zurück
19. Juni 2026

Von Parallelwelten und Privilegien: Sommerfest widmete sich sozialer Ungleichheit

Am 12. Juni öffneten die Jesuiten in Wien wieder ihren Arkadenhof für das traditionelle Sommerfest von ausserordentlich und den Internationalen Freiwilligeneinsätze (IFE). Rund 60 Gäste kamen zusammen, um sich mit einem Thema auseinanderzusetzen, das oft unsichtbar bleibt, aber das Leben vieler Menschen prägt: soziale Ungleichheit.

Julia Hoffmann von der Arbeiterkammer brachte viele Daten und Fakten zur sozialen Ungleichheit. (c) ÖOK/emw

 

Julia Hoffmann: Österreich ist keine Insel der Seligen

Julia Hoffmann, Referentin für soziale Ungleichheit bei der Arbeiterkammer Wien, näherte sich dem Thema zunächst empirisch. Anhand zahlreicher Studien, Beispiele und Statistiken zeigte sie, dass Österreich zwar im internationalen Vergleich gut dasteht, soziale Ungleichheit aber auch hierzulande spürbare Auswirkungen hat.

 

Ein Problem sei, dass Ungleichheit oft nicht sichtbar ist. „Wir bewegen uns alle in unserer eigenen Lebensrealität und haben oft kaum Berührungen zu anderen“, sagt Hoffmann. Dadurch entstehen gesellschaftliche Parallelwelten. Auch der oft gehörte Satz, in Österreich sei alles nicht so schlimm wie anderswo, greift laut Hoffmann zu kurz. Denn auch hier im Land gibt es Ungleichheit, erkennbar etwa an der Lebenserwartung: Menschen in ärmeren Haushalten leben im Durchschnitt fünf bis sechs Jahre kürzer.

 

Der Mythos vom sozialen Aufstieg

Besonders kritisch sieht Hoffmann die weit verbreitete Vorstellung, dass jede und jeder durch genügend Leistung gesellschaftlich aufsteigen kann. Empirische Daten würden eine andere Geschichte erzählen.

„Der Mythos vom sozialen Aufstieg hält sich hartnäckig, bleibt aber für viele ein Traum“, betont sie.

 

Tatsächlich war die soziale Durchlässigkeit vor allem in den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg hoch. Zwischen den 1950er- und 1980er-Jahren schafften viele Familien einen gesellschaftlichen Aufstieg: Immobilien wurden erworben, das Geld am Sparbuch wurde mehr – und das oft durch eigene Leistung. „Die Kinder sollen es einmal besser haben als wir“, war ein beliebtes Motto.

 

Was sich viele Familien in den Nachkriegsjahrzehnten erarbeitet haben, kommt heute vor allem ihren Kindern und Enkelkindern zugute. „Erben ist 2026 das größte Privileg – und wird noch zunehmen“, ist Hoffmann überzeugt.

 

Sie veranschaulicht das mit einem einfachen Beispiel: Zwei BWL-Studentinnen beginnen dasselbe Studium. Eine lebt in einer Eigentumswohnung, die ihre Eltern gekauft haben, die andere muss eine Wohnung mieten. Obwohl beide dieselbe Ausbildung absolvieren, startet die erste mit einem Vorsprung ins Leben, den die zweite kaum mehr aufholen kann. „Der Startpunkt ist ungleich.“

 

Hoffmann ist überzeugt, dass ein zu erwartendes Erbe künftig „die Mitte zerreißen wird“ und die gesellschaftliche Ungleichheit weiter zunimmt. Und das hat negative Auswirkungen auf die gesamte Gesellschaft.

 

Warum Ungleichheit alle betrifft

Je ungleicher ein Land, desto höher ist etwa die Kriminalitätsrate und desto geringer das Vertrauen in demokratische Institutionen. Auch gesellschaftliche Polarisierung nimmt zu.

Selbst die Klimakrise ist eine Frage der Ungleichheit: Die reichsten zehn Prozent der Weltbevölkerung verursachen rund die Hälfte aller privaten Emissionen.

 

Weltweit betrachtet nimmt die Einkommensungleichheit zwar ab – vor allem durch den wirtschaftlichen Aufstieg großer Länder wie China und Indien. Von diesem globalen Aufschwung habe die westliche Mittelschicht allerdings kaum profitiert. Die zunehmende Unzufriedenheit vieler Gesellschaften sei auch vor diesem Hintergrund zu verstehen.

 

„Der Mythos vom sozialen Aufstieg hält sich hartnäckig, bleibt aber für viele ein Traum“, betont die AK-Expertin. (c) ÖOK/emw

 

Drei Hebel – und einer reicht nicht

Wie kann ein Land Ungleichheit bekämpfen? Hoffmann verweist auf drei zentrale Ansatzpunkte, die sie als die „drei R“ bezeichnet:

  • Redistribution (Umverteilung): etwa durch gerechte Besteuerung oder Sozialschutz
  • Recognition (Anerkennung): etwa durch die Bekämpfung von Diskriminierung
  • Representation (Repräsentation): fairer Zugang zu Bildung und gesellschaftlichen Chancen

Aber: „Alle drei müssen behandelt werden. Einer allein reicht nicht“, betont die Expertin. So gesehen ist auch die derzeit oft diskutierte Erbschaftssteuer „nicht die Lösung all unserer Probleme“. Sie würde jedoch mehr Transparenz schaffen. Vor allem über die Vermögen von Superreichen fehlen Daten und Zahlen, ganz im Gegenteil zu den Mindestbeihilfenbeziehern, die jedes Detail angeben müssen, so Hoffmann.

 

 

Was macht die Bekämpfung schwierig?

Ein gewisses Maß an Ungleichheit wird von der Gesellschaft akzeptiert, sagt Hoffmann. Dazu kommt, dass sich viele Menschen die Dimension großer Vermögen kaum vorstellen können. Hier helfen Zahlen: Ein Millionär kann täglich 1.000 Euro ausgeben, bevor ihm nach drei Jahren das Geld ausgeht. Ein Milliardär kann dagegen 2.700 Jahre lang täglich 1.000 Euro ausgeben.

 

Unsere Gesellschaft ist stark vom Leistungsgedanken geprägt. Trotz vieler Gegenbeweise glauben nach wie vor viele Menschen, dass sozialer Aufstieg vor allem durch harte Arbeit möglich ist. Damit wird auch die bestehende Leistungsgesellschaft legitimiert.

 

Außerdem herrscht oft der Grundsatz, „ja nicht neidisch zu sein“, wie Hoffmann festhält. Mehr zu verlangen wird schnell negativ gesehen – schließlich geht es den meisten Menschen „eh ganz gut“. Auch das erschwert eine ehrliche Diskussion über Ungleichheit, die es in Zukunft brauchen wird.

 

Matthias Jordan

Matthias Jordan spricht über seine Arbeit bei der Straßenzeitung Augustin. (c) ÖOK/emw

 

Matthias Jordan: Der Augustin als Spiegel der Ungleichheit

Anschließend richtete Matthias Jordan vom Straßenmagazin Augustin den Blick auf jene Menschen, die soziale Ungleichheit tagtäglich erleben.

 

„Bevor ich beim Augustin gearbeitet habe, war mir nicht bewusst, wie viele Menschen unversichert in Österreich leben“, sagt Jordan.

 

Wenn Arbeit allein nicht reicht

Viele seiner Verkäuferinnen und Verkäufer leben in prekären Wohn- und Arbeitssituationen. Sie wohnen in genau den heruntergekommenen Wohnungen, von denen man oft in den Medien hört, und arbeiten in schlecht bezahlten Jobs – etwa als Reinigungskräfte, Heimhilfen oder Geschirrwäscher. Das Einkommen reicht oft nicht aus. Der Verkauf des Augustin schafft ein zusätzliches Einkommen.

 

Besonders beschäftigt Jordan die Situation jener Menschen, die knapp oberhalb der Obdachlosigkeit leben. „Wien macht schon sehr viel, wenn man obdachlos ist. Aber an der Grenze zur Obdachlosigkeit wird meiner Meinung nach oft zu spät reagiert“, sagt er.

 

Wie man Verkäufer wird

Der Augustin steht grundsätzlich allen offen, die ihn verkaufen möchten. Eine Bedürftigkeitsprüfung gibt es nicht, was den Augustin von Straßenzeitungen der anderen Bundesländer unterscheidet. „Wir gehen davon aus, dass jede Person, die den Augustin verkaufen will, auch bedürftig ist“, erklärt Jordan.

 

Die einzige Voraussetzung ist eine kurze Verkaufsschulung. Aktuell warten allerdings rund 250 Menschen auf einen solchen Kurs, was einer Wartezeit von etwa drei Monaten entspricht. „Nicht ideal“, bekennt Jordan.  Derzeit fehlen aber einfach die Ressourcen. Menschen in besonders schwierigen Situationen werden, wenn möglich, vorgereiht.

 

Nach der Schulung erhalten Verkäuferinnen und Verkäufer einen Ausweis mit Nummer. Dieser bleibt tatsächlich ein Leben lang gültig. Selbst wer jahrelang pausiert, kann jederzeit wieder mit dem Verkauf beginnen.

 

Matthias Jordan hat täglich mit Ungleichheit zu tun. „Bevor ich beim Augustin gearbeitet habe, war mir nicht bewusst, wie viele Menschen unversichert in Österreich leben“, sagt er. 

 

„Reich wird man davon nicht“

Zum Einstieg erhalten neue Verkäuferinnen und Verkäufer zehn Exemplare des Augustin. Danach müssen sie die Hefte um zwei Euro pro Stück selbst ankaufen. Der Verkaufspreis liegt bei vier Euro, die Differenz bleibt den Verkäuferinnen und Verkäufern. Oft kommt noch etwas Trinkgeld dazu.

 

„Reich wird man davon nicht – sonst würden es mehr machen“, sagt Jordan. Doch gerade in dieser Einkommensliga zählt halt jeder Euro, der reinkommt.

 

Aktuell verkaufen zwischen 500 und 800 Menschen den Augustin in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland. Die Zahl schwankt stark. Manche verkaufen nur saisonal – vor allem rund um Weihnachten ist viel los – andere müssen aufgrund ihrer aufenthaltsrechtlichen Situation zeitweise ausreisen.

 

Sein abschließender Appell an alle, den Augustin zu kaufen, wurde mit lautem Beifall begrüßt. (c) ÖOK/emw

 

„Wir sind Feuerwehr“

Seine Arbeit beim Augustin geht weit über den Verkauf der Zeitung hinaus. Jordan beschreibt sein Team als soziale Feuerwehr. „Wir versuchen zu retten, was zu retten ist – mit wenig Personal und wenig Budget.“

Das bedeutet: Unterstützung bei Anträgen, Begleitung zu Behörden oder Verhandlungen mit Stromanbietern. „Ihr glaubt gar nicht, wie schnell manchmal Dinge möglich sind, wenn Leute wie ich mit einem Verkäufer mitgehen“, erzählt Jordan.

 

Finanziell trägt sich der Verein längst nicht mehr allein über den Verkauf der Zeitung. Förderungen, Spenden und sogenannte Liebhaberabos sind unverzichtbar geworden.

 

Menschen wie du und ich

Was Jordan an seiner Arbeit besonders schätzt, ist der Kontakt mit den Menschen. Die Unterschiede zwischen ihm und vielen Verkäuferinnen und Verkäufern seien oft kleiner, als Außenstehende vermuten. „Es unterscheidet sie oft viel weniger von einem selbst, als man glaubt“, sagt er. „Man selber hat einfach Glück gehabt – sie nicht.“

 

Damit schloss sich an diesem Sommerabend im Arkadenhof ein Kreis. Sowohl die empirischen Befunde von Julia Hoffmann als auch die Erfahrungen aus dem Alltag des Augustin machten deutlich: Ungleichheit ist keine abstrakte Größe. Sie prägt Lebenswege, Chancen und Möglichkeiten – oft weit stärker, als auf den ersten Blick sichtbar wird. Und es würde uns als Gesellschaft gut tun, unsere Lebensrealität immer wieder mal zu erweitern, nach unten und nach oben hin. 

 

Steyler Missionarinnen
zurück
weiter

zurück
Weiterlesen:

Internationale Freiwilligeneinsätze

Jesuiten weltweit

Straßenzeitung Augustin

Website der Arbeiterkammer 

 

[elisabeth mayr-wimmer]


nach oben springen
Footermenü:
  • News
  • Über uns
  • Ordensgemeinschaften
  • Ordens-Wiki
  • Wirkungsfelder
  • Mitmachen

  • Personalia
  • Termine
  • Presse
  • Mediathek
  • Kontakt
  • Intranet

MEDIENBÜRO DER

ORDENSGEMEINSCHAFTEN ÖSTERREICH

 

Freyung 6/1/2/3
1010 Wien
Tel: +43 (0)1 535 12 87
Fax: +43 (0)1 535 12 87 - 30
sekretariat@ordensgemeinschaften.at
  • Datenschutz
  • Impressum
nach oben springen