Dominikaner Wien: Vorfreude auf das 800-Jahr-Festwochenende

Ordensmänner in Feierlaune: Von 12. bis 14. Juni öffnen die Predigerbrüder die Türen ihres „Zuhauses“ und ermöglichen es allen, in die klösterliche Atmosphäre ihres Konvents einzutauchen. © Dominikanerkonvent Wien
Gleich zu Beginn der zentralen Jubiläums-Feierlichkeiten am Freitag, 12. Juni, starten die Dominikaner „typisch wienerisch“ mit abendlichem Kreuzgang-Heurigen und „Wienerlied“, österreichischen Weinen und Heurigen-Schmankerln. Wie es zu der Idee dieser Form der „leiblichen Einstimmung“ kam, erklärt P. Markus Langer, seit April 2024 Prior der Wiener Kommunität, so: „Bei 800 Jahren durchgängiger Präsenz in Wien dürfen wir wohl sagen, dass wir die Wiener Geschichte mitgestaltet haben – und dass natürlich die Wiener Kultur auch den Stil unseres Klosterlebens mitgeprägt hat. So ein Heurigen-Abend bringt zum Ausdruck, dass wir Dominikaner sehr gerne in Wien sind.“ Der schlichte, barocke Kreuzgang des 17. Jahrhunderts und der stimmungsvolle Innenhof-Garten – beides sonst nicht öffentlich zugänglich – laden zum Verweilen sowie Aufnehmen klösterlicher Atmosphäre ein.
Historie, Kunst und Musik
Der zweite Festtag (SA, 13. Juni) steht ganz im Zeichen von Historie, Kunst und Musik. So öffnen die Predigerbrüder zunächst die Türen ihres „Zuhauses“: Pater Christoph Wekenborg OP führt alle Interessierten gut 90 Minuten durchs Kloster. Neben Refektorium, Kapitel-Saal und Sommer-Chor gibt es dabei etwa auch das historische Totenbuch aus nächster Nähe zu sehen. „Für viele Menschen ist das Leben hinter Klostermauern ja etwas Geheimnisvolles, wo sie sich nicht so recht vorstellen können, wie das funktioniert“, sagt P. Markus Langer. „Da laden wir ein, sich einen eigenen ersten Eindruck bei realen Ordensleuten zu machen. Eine Besonderheit des klösterlichen Lebens ist es ja, dass man den Tagesablauf durch gemeinsame Gebetszeiten strukturiert. Vielleicht mag das ein Impuls sein, den manche Gäste auch für ihr eigenes Leben mitnehmen können.“

800 Jahre durchgängige Präsenz in Wien: Ein unübersehbarer Banner auf der Außenfassade des Dominikanerkonvents weist schon von Weitem auf das Jubiläumsjahr hin. © Dominikanerkonvent Wien
Das Jubiläums-Festkonzert am Abend in der Dominikanerkirche S. Maria Rotunda mit verschiedenen Ensembles (Chor- & Solo-Sänger, Instrumentalisten) setzt schließlich auch musikalisch einen Höhepunkt im Jubiläumsjahr. Auf dem Programm stehen Werke u.a. von Mozart, Telemann, Dvorak und Mendelssohn-Bartholdy.
Pontifikalamt mit Kardinal Schönborn
Tags darauf (SO, 14. Juni) leitet das Pontifikalamt um 10 Uhr den dritten Jubiläums-Festtag ein. Zelebrant und Prediger ist Mitbruder Kardinal Christoph Schönborn OP, Alt-Erzbischof von Wien. Musikalisch gestaltet wird die Messe von Chor und Orchester am Institut für Orgel, Orgelforschung und Kirchenmusik der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien unter der Leitung von Johannes Ebenbauer; an der Orgel ist Basilika-Organist Bertalan Ablonczy. „Auf die Heilige Messe mit unserem Mitbruder Kardinal Christoph Schönborn freue ich mich besonders“, erklärt Prior P. Markus Langer. „Zum einen ist es immer wieder eine Freude, diesem zugewandten und frohen Menschen zu begegnen. Und andererseits kommt mit ihm ein Stück Klostergeschichte ins Haus, denn immerhin wurde er 1970 in unserer Kirche zum Priester geweiht.“
Sondermarke, Würsteln, Wein & Co.
Das Klosterfest in Basteigarten und Kreuzgang bietet anschließend allen Besuchern die Möglichkeit – neben Würsteln, Wein & Co. – mit Dominikanerpatres über Gott und die Welt ins Gespräch zu kommen. Obendrein öffnet im Petrus-Hutner-Saal des Klosters um 13 Uhr das Sonder-Postamt und präsentiert zum Jubiläum eine Sonder-Briefmarke. „Die Sache mit der Sonder-Briefmarke kam auf Anregung des Österreichischen Philatelistenvereins St. Gabriel ins Rollen, der sich dafür engagiert, dass die Post immer wieder auch Briefmarken zu Themen und Anlässen des katholischen Lebens in Österreich herausbringt“, erklärt P. Markus Langer und freut sich: „Wir dürfen dieses Mal das Thema zur jährlichen Briefmarke der Serie ,Sakrale Kunst in Österreich‘ beisteuern.“ Ab Mitte Juni gibt es die Marke in den Postämtern. Die Auflage beträgt 160.000 Stück.

Sonderpostamt und Briefmarkenschau: Von 11.00 bis 15.00 Uhr amtiert im Dominikanerkonvent ein Sonderpostamt, wo der von Kirsten Lubach gestaltete Sonderstempel zum Einsatz kommt. © Österreichische Post AG / unsplash (Alena Ganzhela)
Die Sondermarke – die im Rahmen der Serie „Sakrale Kunst“ erscheint – zeigt den hl. Dominikus gemäß dem Motiv der Initiale aus dem sogenannten Heuner-Missale (angefertigt 1476/77) aus den Beständen des Wiener Dominikanerkonvents. Zu erkennen ist der Gründer des Dominikanerordens (Hl. Dominikus), im Hintergrund ist sehr wahrscheinlich die mittelalterliche gotische Wiener Dominikanerkirche und die davorliegende Stadtmauer dargestellt.
Das Programm der zentralen Jubiläums-Feier im Überblick:
Freitag, 12. Juni 2026
- 19.30 Uhr: Kreuzgang-Heuriger
„Wienerlied“ im Innenhof, österreichische Weine und Heurigen-Schmankerln im Kreuzgang.
Samstag, 13. Juni 2026
- 16.00 Uhr: Kloster-Führung
(Kreuzgang, Refektorium, Kapitelsaal, Sommerchor etc.) mit P. Christoph Wekenborg OP, Dauer ca. 1½ Std., Eintritt frei – Spende erbeten. - 20.00 Uhr: Jubiläums-Festkonzert
Vokalensemble des „Chorus ALEA“, Bertalan Ablonczy (Orgel), Johanna Krokovay (Alt), Marchfeld Flute-Quartett, Rie Suzuki-Capek (Klavier/Orgel), Elias Kim (Violine).
Moderation: P. Pfr. Christoph Wekenborg OP.
Angemessene Spende erbeten (ca. 15 €).
Sonntag, 14. Juni 2026
- 10.00 Uhr: Pontifikalamt „800 Jahre Dominikaner in Wien“
Zelebrant und Prediger: Kardinal Christoph Schönborn OP, Alt-Erzbischof von Wien.
Musikalische Gestaltung: Orchestermesse. Chor und Orchester am Institut für Orgel, Orgelforschung und Kirchenmusik der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. Leitung: Johannes Ebenbauer. Orgel: Bertalan Ablonczy
Musik: Wolfgang Amadeus Mozart (1756 – 1791) „Krönungsmesse“ KV 317 - Anschließend: Kloster-Fest
im Basteigarten & im Kreuzgang u.a. mit Speis und Trank, Führungen und Musik, Begegnung und Gespräch. - Sonder-Briefmarken-Präsentation und Sonder-Postamt
im Petrus-Hutner-Saal mit dem Österreichischen Philatelisten-Verband „St. Gabriel“ und der Österreichischen Post AG.
Quelle: Dominikaner Wien