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26. Mai 2026

VfFB setzt auf Dialogfähigkeit und Solidarität

Am 21. Mai ruft die UNESCO alljährlich den Welttag für kulturelle Vielfalt, Dialog und Entwicklung aus. Für den Verein für Franziskanische Bildung (VfFB) bot der Tag 2026 eine Gelegenheit, sichtbar zu machen, wie Dialog auf Augenhöhe in seinen Bildungseinrichtungen in der Praxis funktioniert.

In den Einrichtungen des Vereins für Franziskanische Bildung hat kulturelle Vielfalt eine große Bedeutung. Am Schulstandort Graz Eggenberg findet beispielsweise jedes Jahr ein Benefizkonzert statt.

In den Einrichtungen des Vereins für Franziskanische Bildung hat kulturelle Vielfalt eine große Bedeutung. Am Schulstandort Graz Eggenberg findet beispielsweise jedes Jahr ein Benefizkonzert statt. (c) Stefan Leitner

 

„Dialogfähigkeit und Solidarität, auch mit anderen Religionen und Kulturen, sind in unserer Zeit gefragt und dringend notwendig. Dies zu vermitteln, sehen wir als unseren Auftrag“, sagt Sr. Sonja Dolesch, Vorstandsvorsitzende des VfFB. Im Leitbild des VfFB seien Solidarität, Geschwisterlichkeit und der Dialog auf Augenhöhe fest verankert. „Unser Ziel ist es, Kinder und Jugendliche darin zu begleiten, eine tiefe Verwurzelung im eigenen Glauben zu entwickeln“, erklärt Sr. Vera Ronai, Referentin für Pastoral und franziskanische Prägung im VfFB. „Nur aus dieser inneren Standfestigkeit heraus erwachsen die Freiheit sowie die Kraft für die Herausforderungen gelebter Vielfalt, anderen Religionen mit echter Offenheit und Wertschätzung zu begegnen.“

 

Wie das konkret aussieht, zeige sich im Alltag vieler Einrichtungen. Im Hort des VfFB in Attnang-Puchheim werden christliche Traditionen gepflegt, gleichzeitig aber auch andere kulturelle Hintergründe bewusst eingebunden. „Heuer hat eine muslimische Kollegin die Osterfeier organisiert, während sie selbst den Ramadan einhielt“, erklärte Hortleiterin Lisa Reitböck. Entscheidend sei die Bereitschaft, gemeinsam etwas zu gestalten.

 

„Ich sehe mich als Brückenbauerin“

Auch für Lehrerin Njomëza Shala ist gelebte Vielfalt mehr als ein Schlagwort. Die Muslima mit familiären Wurzeln im ehemaligen Jugoslawien unterrichtet an der Privaten Volksschule des VfFB in Vöcklabruck. „Wenn muslimische Kinder merken, dass auch ihr Fest anerkannt wird, sieht man das Strahlen in ihren Gesichtern“, sagt sie. Dass sie sich als Muslima an einer katholischen Schule so angenommen fühlen würde, habe sie anfangs selbst nicht erwartet.

 

Der VfFB versteht Vielfalt dabei bewusst umfassend. An der Privaten Mittelschule in Amstetten steht unter dem Motto „Keine Trennung, sondern Begegnung“ das individuelle Potenzial der Schülerinnen und Schüler im Mittelpunkt. Im Projekt „FOKUS – Lernen für die Welt von morgen“ arbeiten Jugendliche eigenverantwortlich an Projekten – von Podcast-Produktionen bis zu Sozial- und Nachhaltigkeitsinitiativen. Lehrkräfte begleiten sie dabei als Coaches.

 

Sr. Sonja Dolesch und Elisabeth Binder (v.l.) legen Wert auf die Vermittlung von Dialogfähigkeit und Solidaridät als Voraussetzung für ein respektvolles Miteinander.

Sr. Sonja Dolesch und Elisabeth Binder (v.l.) legen Wert auf die Vermittlung von Dialogfähigkeit und Solidaridät als Voraussetzung für ein respektvolles Miteinander. (c) Pullirsch

 

Vielfalt als gelebter Alltag

Auch in Graz wird kulturelle Vielfalt aktiv sichtbar gemacht. Im Kindergarten Sr. Klara Fietz und in den ersten beiden Volksschulklassen beschäftigten sich Kinder heuer im Rahmen des interkulturellen Projekts „IKU – Spielend erleben“ (ISOP) mit unterschiedlichen Ländern und Kulturen – vom Zubereiten exotischer Früchte bis zum Gestalten von T-Shirts mit afrikanischen Symbolen. Den Abschluss bildete ein großes Fest mit Musik, Tanz und internationalen Spezialitäten.

 

Am Standort Graz-Eggenberg gehört zudem ein jährliches Benefizkonzert zur Tradition. Schülerinnen und Schüler verschiedener Altersgruppen präsentieren gemeinsam Musik aus unterschiedlichen Kulturen und Weltregionen. Für Direktorin Sr. Hanna Neißl ist klar: „Diese Vielfalt passt gut zu unserer franziskanischen Ausrichtung: Toleranz, Gemeinsamkeit und Begegnung auf Augenhöhe.“

 

Der VfFB

Der Verein für Franziskanische Bildung (VfFB) ist mit mehr als 50 Bildungseinrichtungen in Oberösterreich, Niederösterreich und der Steiermark und rund 7.000 Kindern und Jugendlichen aller Altersstufen der zweitgrößte Träger von Ordensbildungseinrichtungen in Österreich. Die 2019 von franziskanischen Frauenorden gegründete Non-Profit-Organisation trägt einen kirchlichen und gesellschaftlichen Bildungsauftrag, der bis zu den Ordensgründerinnen und -gründern zurückreicht. Heute führen drei Orden die Geschicke des VfFB: die Franziskanerinnen von Vöcklabruck, die Franziskanerinnen von der Unbefleckten Empfängnis – Grazer Schulschwestern und die Franziskanerinnen Amstetten.

 

„Es ist uns im VfFB wichtig, den Kindern und Jugendlichen kulturelle, geschichtliche und religiöse Zusammenhänge zu vermitteln. Wir sind davon überzeugt, dass Dialog und Voneinander-Lernen die Voraussetzung für ein respektvolles Miteinander sind", betont Elisabeth Binder, Geschäftsführerin des VfFB.

 

Quelle: VfFB

Weiterlesen:

Website des Vereins für Franziskanische Bildung

 

[teresa bruckner]


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