Sonderausstellung „LebensKunst“: 800 Jahre Franz von Assisi

P. Benedikt Mertens (wiss. Mitarbeiter der Franziskanischen Forschung), Br. Florian Mair (Provinzsekretär der Franziskaner Österreich/Südtirol) und P. Moritz Windegger (Mediensekretariat Franziskaner Österreich) führen durch die Ausstellung. (c) ÖOK/rm
Bereits vor der offiziellen Eröffnung konnten Pressevertreter:innen einen exklusiven Einblick in die Ausstellung gewinnen. Begleitet wurde der Rundgang von Andrea Stockhammer, Direktorin des DomQuartiers, Reinhart Gratz, Direktor des Dommuseums, Bernd Schmies, Geschäftsführer der Franziskanischen Forschung e.V. in Münster, sowie den beiden Franziskanern Br. Florian Mair, Provinzsekretär der Franziskanerprovinz Austria, und P. Benedikt Mertens, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Franziskanischen Forschung in Münster.
Der Titel „LebensKunst“ greift jene großen Themen auf, die Franz von Assisi geprägt hat und die das Leben der franziskanischen Orden seit mittlerweile 800 Jahren auf vielfältige Weise beeinflussen: Armut, Gemeinschaft, Spiritualität, Frieden, Schöpfungsverantwortung und das Unterwegssein.

Die Sonderausstellung „LebensKunst. 800 Jahre Franz von Assisi“ ist vom 24. Mai bis zum 2. November 2026 im DomQuartier Salzburg zu sehen. (c) ÖOK/rm
Besondere Exponate aus 40 verschiedenen Häusern
Zu den Höhepunkten der Ausstellung zählen zahlreiche kostbare Exponate aus Klöstern, Museen und Privatbesitz im gesamten deutschsprachigen Raum. Zu sehen sind unter anderem mittelalterliche Handschriften wie der drittälteste Kodex des Sonnengesangs aus dem Stift St. Florian (1342–1348), die Stiftungsurkunde des Franziskanerklosters Schwaz in Tirol aus dem Jahr 1507, die älteste Urkunde aus dem Minoritenkloster Wien von 1230 sowie das Brevier des heiligen Bernhardin von Siena aus den Jahren 1369/1370. Ein besonders Wertvolles Ausstellungstück ist die Fingerreliquie von Elisabeth von Thüringen aus dem Kloster Maria Stern in Augsburg.
Slideshow Exponate
(c) DomQuartier Salzburg
Soweit die Füße tragen
Auch das für die Franziskaner typische „Unterwegssein“ ist Thema der Ausstellung. In Deutschland waren die Brüder anfänglich gemeinhin als „Barfüßer“ bekannt. Seit dem späten Mittelalter zogen sie zu ihren langen und häufigen Wanderungen doch Schuhe an, zumal im nordalpinen Raum das Klima rauer und die Straßen schlechter als in Franziskus' umbrischer Heimat war. Barfuß oder mit Schuhen: Das In-der-Welt-Unterwegssein ist zur Signatur der Brüder geworden. Verschiedene Schuhe erzählen davon – von einfachen Holz-Leder-Sandalen aus 1451 bis hin zu den Wanderschuhen von Erzbischof Franz Lackner, mit denen er 2025 den Franziskusweg bis nach Rom gegangen ist.
Die Sonderausstellung möchte jedoch nicht nur historische Objekte zeigen, sondern vor allem Geschichten erzählen. „Die Geschichte von Franz von Assisi ist noch nicht zu Ende erzählt“, betont Bernd Schmies von der Franziskanischen Forschung.

Br. Florian Mair, Provinzsekretär der Franziskaner Österreich - Südtirol, beim Rundgang mit den Journalist:innen. (c) ÖOK/rm
Ordensfrauen und -männer erzählen
Eine Besonderheit der Ausstellung ist die starke Präsenz der franziskanischen Gemeinschaften selbst. Rund 100 Brüder und Schwestern aus Österreich, Deutschland und der Schweiz teilen sich während der fünfmonatigen Ausstellungsdauer die Dienste vor Ort. Sie stehen Besucher:innen für Gespräche zur Verfügung, beantworten Fragen und schlagen mit ihrer eigenen Lebensgeschichte die Brücke zwischen den historischen Exponaten und der Gegenwart. Unter dem Motto „Noch Fragen…?“ geben sie der Ausstellung „Resonanz“ und ermöglichen authentische Begegnungen mit franziskanischem Leben heute.

Ein kleiner Ausschnitt der verschiedenen Ordenskleider der franziskanischen Gemeinschaften. v.l.: Franziskaner-Minoriten, Olper Franziskanerinnen, Kapuziner, Mauritzer Franziskanerinnen, Franziskaner, Klarissen. (c) ÖOK/rm
Die ausgestellten Objekte – darunter Kunstwerke, Handschriften, Druckwerke und Alltagsgegenstände – stammen aus rund 40 verschiedenen Häusern im deutschsprachigen Raum. Viele Klöster, Kongregationen und Gemeinschaften öffneten ihre Archive und Sammlungen für die Ausstellung. Zahlreiche Exponate sind Schenkungen oder Stiftungen von Gläubigen an franziskanische Gemeinschaften und zeugen von der engen Verbundenheit zwischen Ordensleuten und Bevölkerung.
Zu sehen sind außerdem sechs typische Ordenskleider verschiedener franziskanischer Gemeinschaften, darunter jene der Franziskaner, Kapuziner, Minoriten, Klarissen und Franziskanerinnen. Sie geben einen kleinen Einblick in die große Vielfalt franziskanischer Traditionen und Lebensformen.
v.l.: Reinhard Gratz, Direktor Dommuseum, Bernd Schmies, Geschäftsführer Franziskanische Forschung e. V., Münster und Andrea Stockhammer, Direktorin DomQuartier bei der Pressekonferenz zur Eröffnung der Sonderausstellung im DomQuartier. (c) DQS/Neumayr
Alle Informationen zur Sonderausstellung
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Öffnungszeiten
Täglich, außer Dienstag, 10–17 Uhr
Juli und August täglich 10–18 Uhr
Schulklassen
Auch für Schulklassen wird ein eigenes Vermittlungsprogramm angeboten: Unter dem Titel „Grüß dich Franz! – Den heiligen Franz von Assisi kennenlernen“ werden junge Besucher:innen an Leben und Spiritualität des Heiligen herangeführt.
Gesprächsreihe
Begleitet wird die Ausstellung zudem von einer Gesprächsreihe mit Führungen, Vorträgen und anschließendem Umtrunk (Anmeldung erforderlich: shop.domquartier.at).
Jeweils um 17 Uhr beginnt die Führung mit anschließendem Gespräch.
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