Steyler Missionare trauern um P. Jakob Mitterhöfer

P. Jakob Mitterhöfer verstarb am 9. Mai 2026 im Alter von 89 Jahren. (c) SVD/Canva
P. Jakob Mitterhöfer wurde 1936 in Neustift an der Rosalia im Burgenland geboren. Nach der Matura am Missionsgymnasium St. Rupert in Bischofshofen trat er 1956 in das Noviziat der Steyler Missionare ein. 1961 legte er die ewigen Gelübde ab, 1963 empfing er in Nemi bei Rom die Priesterweihe. Sein Doktoratsstudium in Dogmatik schloss er 1968 an der Päpstlichen Universität Gregoriana ab.
Langjähriger Missio-Generalsekretär
Besonders geprägt hat der Steyler Missionar über Jahrzehnte die österreichische Missio-Arbeit. Von 1966 an war er 28 Jahre lang Generalsekretär der Päpstlichen Missionswerke in Österreich. In dieser Funktion bereiste er Asien, Westafrika sowie Süd- und Mittelamerika und setzte sich für die Verbindung österreichischer Pfarren mit der Weltkirche ein. Ein Schwerpunkt seines Wirkens lag auf der Förderung von Priesterpatenschaften zur Ausbildung einheimischer Geistlicher. Zudem beschäftigte er sich intensiv mit Fragen der Befreiungstheologie.
Parallel dazu wirkte P. Jakob Mitterhöfer ab 1969 als Professor für Dogmatik und Missiologie an der Hochschule St. Gabriel. Er lehrte auch an der Universität Wien sowie an der Hochschule Heiligenkreuz und war häufig Ansprechpartner für Medien. 1992 überlebte der Ordensmann einen schweren Autounfall während einer Reise nach Santo Domingo nur knapp. Nach seiner Zeit bei Missio absolvierte er einen einjährigen Studienaufenthalt im Libanon, dem er sich zeitlebens verbunden fühlte.
Theologe und Seelsorger
Von 1995 bis 2001 stand P. Jakob Mitterhöfer der Philosophisch-Theologischen Hochschule St. Gabriel als Dekan vor. Neun Jahre lang war er zudem Vizeprovinzial der österreichischen Ordensprovinz. Ab 2002 übernahm er, 66-jährig, die Pfarren Hinterbrühl und Südstadt als Moderator. Dort galt er als lebensfroher und humorvoller Seelsorger, der den Laien viel Verantwortung zutraute und auch den Mut hatte „anzuecken“, heißt es in dem Nachruf.
Nach seiner Entpflichtung 2013 blieb der Steyler Missionar weiterhin in der Seelsorge tätig, leitete Bibelgruppen und veröffentlichte mehrere Schriften zu Auswirkungen der Naturwissenschaften auf den christlichen Glauben, zuletzt mit den Titeln „Das Große Geheimnis“ (2024), „Der Mensch in der Evolution“ (2025) und „Gott in der Evolution“ (2026). In der letzten Veröffentlichung hielt er fest, dass „gerade der Weg Jesu bis heute eine überaus sinnerfüllende Antwort“ sei.
Bis zuletzt aktiv
Nur zehn Tage vor seinem Tod hatte sich P. Jakob Mitterhöfer noch mit einem Schreiben an die Kathpress-Redaktion gewandt und darin Grundzüge einer „post-theistischen Theologie“ dargelegt, die sich „von traditionellen menschengemachten Gottesbildern“ verabschiede, verstärkt den Dialog mit Naturwissenschaften, Archäologie und Evolutionslehre suche und sich am „Weg Jesu“ orientiere. Zugleich kritisierte er, die traditionellen Kirchen würden vielfach „im antiken Paradigma verharren“ und dadurch notwendige Neuorientierungen erschweren.
Quelle: kathpress