Symposium: Religionssensibilität und Extremismusprävention im Schulalltag

Auf dem Programm stand auch ein Besuch der Privaten Mittelschule Mary Ward Krems. (c) ÖOK
Im Mittelpunkt der Tagung stand die Frage, wie Schulen mit gewalttätigen Verhalten, extremistischen Denk- und Handlungsweisen umgehen können und welche Rolle katholische Schulen in einer zunehmend von Unsicherheit geprägten Gesellschaft einnehmen. Diskutiert wurden pädagogische, strukturelle und persönliche Herausforderungen ebenso wie konkrete Ansätze zur Prävention und zur Förderung eines respektvollen Miteinanders.
Brigitte Gartner-Denk, Professorin an der KPH Wien/Krems, Supervisorin und psychosoziale Beraterin, verband in ihrem Vortrag das Konzept der „Neuen Autorität“ nach Haim Omer mit aktuellen Herausforderungen im schulischen Alltag. Sie zeigte auf, dass Prävention nicht nur Abgrenzung gegenüber extremistischen Tendenzen bedeutet, sondern vor allem Beziehungsarbeit, Dialogfähigkeit und eine Schulkultur, die durch klare Strukturen Orientierung und Halt bietet. Entscheidend sei die Rolle der Erwachsenen im Umgang mit Konflikten und Radikalisierungstendenzen und ein Konzept der „wachsamen Sorge“, das auf Präsenz und Beziehung statt auf Kontrolle und Sanktion setzt.

Mevlida Mešanović, Professorin für islamische Religionspädagogik an der PPH Augustinum, und Eva Wenig, Projektkoordinatorin von CommunitySpirit, hielten einen Workshop rund um die sensible Gestaltung des Schullebens an katholischen Mittelschulen im Zeichen wachsender religiöser und weltanschaulicher Pluralität. (c) ÖOK
Expertinnen zum Thema Extremismusprävention
Mevlida Mešanović, Professorin für islamische Religionspädagogik an der PPH Augustinum, sowie Eva Wenig, Projektkoordinatorin von CommunitySpirit, zwei ausgewiesene Expertinnen zum Thema, eröffneten in ihrem Workshop Raum für Fragen rund um die sensible Gestaltung des Schullebens an katholischen Mittelschulen im Zeichen wachsender religiöser und weltanschaulicher Pluralität.
Intensiv diskutiert wurde die anspruchsvolle Aufgabe katholischer Schulen, ihre katholische Konfessionalität in Zeiten schwindender religiöser Sprachfähigkeit sichtbar und erlebbar zu machen und gleichzeitig anderen Religionen und deren Praxis offen und respektvoll zu begegnen und Ausdrucksmöglichkeiten zu bieten. Die Teilnehmenden betonten die Notwendigkeit, in der Schule Räume der Begegnung zu schaffen, die gesellschaftlich oft fehlen.

Buchtipps zum Thema des Symposiums „Gewalt-, Extremismusprävention und Religionssensibilität an katholischen Schulen“. (c) ÖOK
Praxis- und dialogorientiert wurde vermittelt, wie kulturelle und religiöse Vielfalt besser verstanden, Vorurteile und Stereotype reflektiert und interreligiöse Fragen konstruktiv angesprochen werden können, um ein Schulklima zu fördern, in dem gegenseitiges Verständnis und respektvolles Zusammenleben wachsen können.
Die Tagungsleiterinnen Anna Davogg, interdiözesane Referentin für katholische Privatschulen, und Marie-Theres Igrec, Bildungsbereichsleiterin der Österreichischen Ordenskonferenz, freuten sich über die gute Annahme des Vernetzungs- und Fortbildungsangebots, den intensiven Austausch unter den Teilnehmenden und ihre Bereitschaft, sich herausfordernden Themen zu stellen.