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08. Mai 2026

Zwischen Spiritualität und Schriftgut: Ordensarchive im Wandel der Zeit

Vom 4. bis 6. Mai 2026 war das Benediktinerstift Göttweig Gastgeber der Jahrestagung der ARGE Ordensarchive. Archivarinnen und Archivare aus Ordensgemeinschaften kamen zusammen, um sich drei Tage lang einer Frage zu widmen, die so alt ist wie das Mönchtum selbst und dennoch drängender denn je klingt: Was bedeutet es, das Gedächtnis einer Gemeinschaft zu hüten?

Jahrestagung ARGE Ordensarchive 4.-6. Mai 2026

Vom 4. bis 6. Mai 2026 war das Benediktinerstift Göttweig Gastgeber der Jahrestagung der ARGE Ordensarchive. (c) ÖOK/rs

 

Das Motto „Zwischen Spiritualität und Schriftgut. Arbeiten im Ordensarchiv“ gab die Richtung vor. Denn Ordensarchive sind besondere Archive. Sie bewahren nicht nur historische Quellen und rechtliche Dokumente, sondern auch Zeugnisse gelebten Glaubens: Gebete, Chroniken, Briefe, Tagebücher. Schriftgut, das zwischen Verwaltungsakt und Seelendokument kaum zu trennen ist.

 

Vorträge, Workshops und Gesprächsrunden bildeten den Rahmen, in dem diese Fragen behandelt wurden. Digitalisierung, der Umgang mit sensiblen Quellen, das sich wandelnde Berufsbild der Ordensarchivarin und des Ordensarchivars, die Möglichkeiten der Kulturvermittlung: ein Programm, das die Breite des Themas erahnnen ließ. Veranstaltet wurde die Tagung vom Bereich Kultur und Dokumentation der Österreichischen Ordenskonferenz gemeinsam mit der ARGE Ordensarchive.

 

Der folgende Beitrag fasst die Inhalte der drei Tage zusammen.

 

Tag 1: „Dienst an Kontinuität und Wahrheit“: Auftakt der Tagung

 

Jahrestagung ARGE Ordensarchive 4.-6. Mai 2026

Abt Patrick Schöder OSB: „Archive schaffen die Grundlagen für das Verständnis von Geschichte.“ (c) ÖOK/rs

 

Abt Patrick Schöder OSB eröffnete die Tagung mit einer Begrüßung, die den Ton für die folgenden Tage setzte. Archive, so sein Gedanke, bewahren nicht einfach alte Papiere. Sie schaffen Grundlagen: für das Verständnis von Geschichte, für das Bewusstsein von Identität, für all jene, die noch kommen werden. Zugleich stehen Archive heute vor einem tiefgreifenden Wandel. Die Digitalisierung eröffne neue Wege der Bewahrung und Zugänglichkeit, werfe aber auch Fragen auf, auf die noch nicht alle Antworten feststehen. Die Arbeit im Archiv sei deshalb, so Schöder, ein Dienst an Kontinuität, Wahrheit und verantwortungsvoller Weitergabe.

 

Jahrestagung ARGE Ordensarchive 4.-6. Mai 2026

Bernhard Rameder: „Begegnung und Zusammenarbeit sind wichtig für Forschung und kulturelles Erbe.“ (c) ÖOK/rs

 

Bernhard Rameder, Kustos der Sammlungen des Stifts Göttweig, knüpfte daran an und sprach über etwas, das man in Zeiten digitaler Vernetzung leicht unterschätzt: den persönlichen Austausch. Gerade die vergangenen Jahre hätten gezeigt, wie wichtig Begegnung und Zusammenarbeit für Forschung und kulturelles Erbe sind. Für das Stift selbst, so Rameder, seien die Archivbestände unverzichtbar, etwa wenn es um Restaurierungen oder die Erhaltung historischer Gebäude geht. Ohne die sorgfältige Arbeit früherer Generationen von Archivarinnen und Archivaren wäre vieles schlicht nicht mehr möglich. Ein stilles Dankeschön an Menschen, die ihre Arbeit getan haben, ohne zu wissen, wie sehr sie eines Tages gebraucht werden würde.

 

Jahrestagung ARGE Ordensarchive 4.-6. Mai 2026

Karin Mayer: „Das Amt der Archivarin ist mit Verantwortung, Gewissenhaftigkeit und Pflichttreue verbunden.“ (c) ÖOK/rs

 

 

Karin Mayer, Leiterin des Bereichs Kultur und Dokumentation der Österreichischen Ordenskonferenz, griff in ihrer Begrüßung weit zurück. Aus einem Schriftstück der Benediktinerinnen von Stift Nonnberg zitierte sie eine Passage, die das Archiv als einen der wichtigsten Bestandteile eines Klosters beschreibt, als Ort, an dem die Quellen geistlicher und weltlicher Geschichte bewahrt werden. Eine Aussage, die über hundert Jahre alt ist und dennoch nichts von seiner Gültigkeit verloren hat. Das Amt der Archivarin sei demnach von jeher mit Verantwortung, Gewissenhaftigkeit und Pflichttreue verbunden.

 

Zwischen Archiv, Museum und Seelsorge

Was macht ein Ordensarchivar eigentlich? Die Antwort, die P. Prior Maximilian Schiefermüller OSB vom Benediktinerstift Admont gab, war überraschender als man erwarten würde. Denn sie begann in der Vergangenheit und endete in der Gegenwart eines Arbeitsalltags, der kaum noch an das alte Bild des stillen Gelehrten im Archiv erinnert.

 

Jahrestagung ARGE Ordensarchive 4.-6. Mai 2026

P. Prior Maximilian Schiefermüller OSB: „Ein Archivar ist Vermittler zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen Forschung und Öffentlichkeit, zwischen Klosterleben und digitalem Zeitalter.“ (c) ÖOK/rs

 

Schiefermüller, seit zwölf Jahren Archivar seines Stifts, zeichnete zunächst die lange Geschichte benediktinischer Schriftkultur nach. Die Benediktsregel erwähnt das Amt des Archivars zwar nicht ausdrücklich, doch die Sorge um Bücher, Urkunden und historische Quellen war von Anfang an Teil klösterlicher Kultur. Bildung und Bewahrung gehörten zusammen. An markanten Persönlichkeiten aus dem Stift Admont des 19. und 20. Jahrhunderts machte er das greifbar: hochgelehrte, oft eigenwillige Archivare, die ihre Arbeit mit großer Hingabe betrieben.

 

Schiefermüller selbst ist nicht nur für Archiv und Bibliothek verantwortlich. Er ist auch wissenschaftlicher Leiter des Stiftsmuseums und in der Seelsorge tätig. Das Bild des einsamen Gelehrten hat ausgedient. An seine Stelle ist ein Vermittler getreten, der zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen Forschung und Öffentlichkeit, zwischen Klosterleben und digitalem Zeitalter agiert.

 

Gemeinsam mit einem kleinen Team arbeitet das Stiftsarchiv an der wissenschaftlichen Erschließung seiner Bestände. Digitale Datenbanken und Onlinezugänge machen Quellen heute international nutzbar, die früher nur vor Ort eingesehen werden konnten. Teamarbeit und Vernetzung sind dabei keine Begleiterscheinungen, sondern Voraussetzungen.

 

Jahrestagung ARGE Ordensarchive 4.-6. Mai 2026

P. Prior Maximilian Schiefermüller im Gespräch mit Karin Mayer: „Archive sind lebendige Räume der Forschung, der Identität, der Wissensvermittlung.“ (c) ÖOK/rs

 

Und doch, so Schiefermüller, bleibt die Kernaufgabe dieselbe. Archive sind keine bloßen Lager alter Akten. Sie sind lebendige Räume: der Forschung, der Identität, der Wissensvermittlung. Räume, in denen ein Kloster sich selbst erinnert und sich der Welt zeigt.

 

Ordensarchive zwischen historischem Erbe und neuen Herausforderungen

Was bewahren Archive eigentlich? Einzigartige Dokumente, Urkunden, Akten – Schriftgut, das auch wertvolle Erfahrungen, Erinnerungen, Spuren von Menschen enthält, die längst nicht mehr da sind.

 

Jahrestagung ARGE Ordensarchive 4.-6. Mai 2026

P. Subprior Franz Schuster OSB: „Archive, die einst für den internen Gebrauch angelegt wurden, sind zu Orten geworden, an denen ganz unterschiedliche Disziplinen nach Antworten suchen.“ (c) ÖOK/rs

 

P. Subprior Franz Schuster OSB vom Stiftsarchiv Göttweig beleuchtete in einem Vortrag Aufgaben, Grenzen und Chancen von Ordensarchiven im 21. Jahrhundert. Ein weites Feld, das er mit ruhiger Sachkenntnis und dem Blick eines Menschen absteckte, der täglich mit historischen Quellen arbeitet.

 

Die klassischen Aufgaben sind geblieben: Bewahrung des kulturellen und religiösen Erbes, Sicherung historischer Quellen und Bereitstellung rechtlicher Grundlagen. Doch die Perspektiven der Forschung haben sich verschoben. Neben kirchen- und ordensgeschichtlichen Themen interessieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler heute zunehmend Fragen der Spiritualitätsgeschichte, der Alltagskultur, der medizinischen Versorgung oder der Geschlechterrollen. Archive, die einst vor allem für den internen Gebrauch angelegt wurden, sind zu Orten geworden, an denen ganz unterschiedliche Disziplinen nach Antworten suchen.

 

Besondere Sensibilität verlangt dabei ein Thema, das nicht länger ausgeblendet werden kann: die Aufarbeitung kirchlicher Missbrauchsfälle. Archive verfügen hier oft über relevante Quellen. Deren Nutzung erfordert jedoch mehr als das Einhalten gesetzlicher Sperrfristen. Es brauche, so Schuster, auch ethische Verantwortung: ein sorgfältiges Abwägen zwischen historischem Erkenntnisinteresse, Datenschutz und dem Schutz betroffener Personen.

 

Zu den drängendsten Herausforderungen zählt der rasante Wandel der Kommunikationsformen. Jahrhundertelang bewahrten Archive vor allem Papier und Pergament. Heute entstehen riesige Mengen digitaler Quellen: E-Mails, Messenger-Nachrichten, Beiträge in sozialen Medien. Was davon bleibt, wie es gesichert und in gewachsene Ordnungssysteme eingegliedert werden kann, das sind Fragen, auf die es noch keine befriedigenden Antworten gibt. Knappe personelle und finanzielle Ressourcen machen die Lage nicht einfacher.

 

Und doch, Schuster betonte es mit Nachdruck, steckt in all dem auch eine Chance. Die zunehmende Professionalisierung des Archivwesens, moderne Erschließungsmethoden und die Digitalisierung erweitern die Möglichkeiten der Forschung und senken die Hürden für alle, die Zugang zu historischen Quellen suchen. Ordensarchive, so sein Argument, besitzen dabei eine Bedeutung, die über das rein Praktische hinausgeht. Das Christentum sei wesentlich von Erinnerung und Geschichtsbewusstsein geprägt. Archive seien Räume kultureller Orientierung.

 

Gerade in Zeiten gesellschaftlicher Unsicherheit können sie etwas Wichtiges zeigen: dass Krisen, Wandel und Umbrüche nicht Ausnahmen sind, sondern Teil jeder Epoche. Dass Geschichte immer auch Geschichten bewahrt. Von Resilienz, von Scheitern, von Menschen, die sich zurechtgefunden haben in unsicheren Zeiten.

 

Der erste Tag klang mit Gesprächsrunden aus, in denen das Gehörte noch einmal nachhallen durfte. Nach der Vesper in der Stiftskirche folgte ein gemeinsamer Abendspaziergang rund um das Stift, mit interessanten Hinweisen zur Verortung des Stiftes durch Angelika Kölbl.

 

Tag 2: Spiritualität, Erinnerungskultur und moderne Vermittlungsarbeit

 

Zwischen Glauben, Geschichte und Archivarbeit

 

Der zweite Tag begann mit einer Frage: Was tut man eigentlich mit Texten, die nicht nur historische Dokumente sind, sondern Zeugnisse gelebten Glaubens?

 

P. Peter van Meijl SDS, Ordenshistoriker und Leiter des Internationalen Forschungsinstituts für salvatorianische Geschichte und Spiritualität, widmete seinen Vortrag genau diesem Spannungsfeld. Sein Titel sagte es bereits: „Zwischen Ehrfurcht und Distanz. Vom Umgang mit religiösen Texten in unseren Archiven." Denn wer spirituelles Schriftgut erschließt und bewertet, steht vor einer doppelten Herausforderung: dem respektvollen Umgang mit dem religiösen Gehalt auf der einen Seite, dem nüchternen, wissenschaftlich-kritischen Blick auf der anderen. Beides zugleich, ohne eines dem anderen zu opfern.

 

Jahrestagung ARGE Ordensarchive

P. Peter van Meijl SDS: „Gerade solche Dokumente, die niemand eigens für die Nachwelt schrieb, erweisen sich oft als die aufschlussreichsten.“ (c) ÖOK/km

 

Anschaulich wurde das an konkreten Beispielen aus dem Archivalltag. Eines davon ist das Kriegstagebuch des Salvatorianers Pater Waldemar Posch. Unmittelbar nach seiner Priesterweihe 1938 eingezogen, hielt er seine Erfahrungen zunächst in kleinen Notizbüchern fest, die er Jahrzehnte später zu einem reflektierten Tagebuch formte. Van Meijl zeigte, wie Glaube, Schreiben und künstlerisches Arbeiten Posch halfen, das Erlebte zu verarbeiten. Zugleich dokumentieren seine Aufzeichnungen die tiefe Verunsicherung einer ganzen Priestergeneration, die der Nationalsozialismus und der Krieg aus ihrer gewohnten Lebenswelt gerissen hatten.

 

Ein weiterer Schwerpunkt galt den Chroniken der Salvatorianerinnen, die in Kriegslazaretten des Zweiten Weltkriegs Dienst taten. Ihre Berichte schildern Bombenangriffe, Verwundete, den harten Alltag hinter der Front. Und doch durchzieht sie eine bemerkenswerte Haltung: Gebete, Prozessionen, die Deutung des Geschehens aus dem Glauben heraus. Spiritualität nicht als Rückzug, sondern als Halt inmitten des Chaos. Archive überliefern mehr als Fakten. Sie überliefern Erfahrungen.

 

Besondere Aufmerksamkeit schenkte van Meijl den Tagebuchheften des Salvatorianers Pater Germanus Heberer aus den Jahren 1891 bis 1895. Unscheinbare Hefte auf den ersten Blick, doch ihr Inhalt ist außergewöhnlich: detaillierte Einblicke in den Alltag der frühen Salvatorianer in Rom, in das Wirken des Gründers Pater Franziskus Maria vom Kreuze Jordan, in geistliche Übungen, persönliche Krisen, Konflikte und ganz gewöhnliche Ordenstage. Gerade solche Dokumente, die niemand eigens für die Nachwelt schrieb, erweisen sich oft als die aufschlussreichsten.

 

Am Ende stand ein Plädoyer: Spirituelle Quellen verdienen mehr Aufmerksamkeit. Archive sollen spirituelle und kommunikative Räume öffnen, die neue Zugänge zur Glaubens- und Ordensgeschichte schaffen.

 

Archive zum Leben erwecken

Der späte Vormittag und der Nachmittag widmete sich Workshops und der Frage: Wie setzt man Archivalien in der Kulturvermittlung ein?

 

Den Ausgangspunkt lieferten Christine Kögler und Barbara Linke vom Museumsmanagement Niederösterreich. Ihr Verständnis von Kulturvermittlung ist weit gefasst: kein Nischenthema, sondern ein dynamisches Arbeitsfeld, das Kunst, Kultur und Geschichte für möglichst viele Menschen zugänglich macht. Museen und Archive sind Lern-, Bildungs- und Erfahrungsräume. Orte, an denen der direkte Kontakt mit einem Originaldokument, einer verblassten Handschrift etwas auslösen kann, das kein Lehrbuch ersetzen kann. Kulturvermittlung, so wurde deutlich, ist auch ein demokratisches Anliegen. Kulturgüter als Informationsträger zu verstehen bedeutet, ihre Inhalte nicht nur für Fachleute zugänglich zu machen, sondern allen Menschen.

 

Jahrestagung ARGE Ordensarchive

Der späte Vormittag und der Nachmittag stand ganz im Zeichen von Workshops und (Fach-)Diskussionen. (c) ÖOK/km

 

Besondere Aufmerksamkeit galt der Methodik der Kulturvermittlung. Neben Fachwissen sind Empathie, rhetorisches Gespür, wertschätzende Kommunikation und die Fähigkeit, unterschiedliche Zielgruppen wahrzunehmen, gefragt. Dazu kommt die Bereitschaft, auch unbequeme gesellschaftliche Fragen offen und kritisch zu reflektieren. Gute Vermittlung belehrt nicht. Sie lädt ein, selbst zu beobachten, zu denken und eigene Schlüsse zu ziehen.

 

Jahrestagung ARGE Ordensarchive

Der Besuch im Stiftsarchiv von Göttweig sorgte für viele Aha-Momente. (c) ÖOK/km

 

Der weitere Nachmittag führte dorthin, wo die Geschichte greifbar wird: im Stiftsarchiv Göttweig. Angelika Kölbl und P. Subprior Franz Schuster führten durch die Archivräume und gewährten spannende Einblicke.

 

Jahrestagung ARGE Ordensarchive

Wo die Geschichte greifbar wird: im Stiftsarchiv Göttweig. (c) ÖOK/es

 

Im Anschluss stellte Karin Mayer, Leiterin des Bereichs Kultur und Dokumentation der Österreichischen Ordenskonferenz, den „Lehrgang Ordensarchive“ vor, der vom Vorstand der ARGE Ordensarchive neu konzipiert wurde. Ziele des Lehrgangs sind fachliche Kompetenzen zu erwerben, Vernetzung zu stärken und die Vielfalt der Ordenswelt kennenzulernen. Die Ausbildung wird für alle Personen angeboten, die in Ordensarchiven tätig sind. Strukturiert ist diese in sechs Grundmodulen und einer Praxiswoche sowie optionalen Zusatzmodulen. Der Lehrgang kann innerhalb von zwei Jahren mit einem Zertifikat abgeschlossen werden. Die Tagungsteilnehmenden hatten die Möglichkeit ihre Wünsche und Anregungen zum neuen Ausbildungsprogramm partizipativ einzubringen. Diese werden bis zur Finalisierung einfließen und im Herbst 2026 präsentiert.

 

Den Tagesabschluss bildete die Vesper in der Stiftskirche und der Besuch der Ehrentrudiskapelle. In dem besonderen Raum, der um 1200 entstanden ist, gab es einen besonderen Moment der Stille und einen würdigen Ausklang für den Tag.

 

Tag 3: Heilsökonomie auf Papier: Frühneuzeitliche Wallfahrt

 

Wallfahrt im Spiegel von Bildern, Drucken und Archivalien

Der dritte Tag gehörte der Frage: Wie haben Menschen früherer Jahrhunderte den Gang zu einem heiligen Ort erlebt, und welche Dinge haben dieses Erleben geformt? Bilder, Drucke, kleine mitgebrachte Objekte. Gegenstände, die man anfassen, tragen, weitergeben konnte.

 

Der dritte Tag gehörte der Frage: Wie haben Menschen früherer Jahrhunderte den Gang zu einem heiligen Ort erlebt, und welche Dinge haben dieses Erleben geformt? Bilder, Drucke, kleine mitgebrachte Objekte. Gegenstände, die man anfassen, tragen, weitergeben konnte.

 

Dieser Frage widmet sich das interdisziplinäre Forschungsprojekt „Salvation Economics and Media. Constituting Social Spaces via Early Modern Pilgrimage in Lower Austria" (SALVEMED), das vom Österreichischen Wissenschaftsfonds FWF gefördert wird. Unter der Leitung von Werner Telesko von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften nähert sich das Projektteam dem Thema aus den Blickwinkeln der Kunstgeschichte, Sozialwissenschaft, Kommunikationswissenschaft und Tourismusgeschichte.

 

Was dabei sichtbar wird: Wallfahrt war weit mehr als ein frommer Gang über Land. Sie war ein dichtes Geflecht aus Medien und Botschaften. Mirakelbücher und Wallfahrtslieder, Andachtsgrafiken, Medaillen, Rosenkränze und sogenannte Breverl. All diese Objekte begleiteten die Gläubigen, bevor sie aufbrachen, unterwegs und noch lange nach ihrer Rückkehr. Zusammen mit der Architektur der Gnadenorte, ihrer Topografie und künstlerischen Ausstattung formten sie ein religiöses Erleben, das sich kaum von seinem medialen Kontext trennen lässt. Wallfahrt, so ließe sich sagen, war auch ein Kommunikationssystem.

 

Besonders greifbar wird das an den Beständen des Stiftsarchivs Göttweig. Dort lässt sich die Wallfahrt nach Pyrha in bemerkenswert konkreter Weise rekonstruieren. Die dem Stift unterstellte Pfarrkirche hatte sich im 18. Jahrhundert zu einem bedeutenden Gnadenort entwickelt.

 

Die Vorstandsvorsitzende der ARGE Ordensarchive, Miriam Trojer von Stift Wilten, zog am Ende der Veranstaltung ein bereicherndes Resümee und freute sich über den lebendigen Austausch unter den Teilnehmenden.

 

Die nächste Jahrestagung der Ordensarchive wird gemeinsam mit der deutschen Arbeitsgemeinschaft (AGOA) von 5. bis 7. April 2027 in Matrei am Brenner (Tirol) stattfinden.

 

 

 

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[robert sonnleitner]


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