Sr. Friederika Kühnel – mit 80 noch lange nicht fertig

Kinder sind eine stete Quelle der Freude für Sr. Friederika. (c) Centre DREAM
Seit mehr als fünfzig Jahren wirkt Sr. Friederika Kühnel als Missionsschwester im Krankendienst in der Demokratischen Republik Kongo. Was sie als junges Mädchen einmal als inneren Ruf verspürte – in der Mission „Gottes Güte sichtbar zu machen" –, hat im Laufe der Jahrzehnte viele konkrete Formen angenommen. Eine davon trägt einen programmatischen Namen: DREAM. So heißt die HIV-Tagesklinik in Mbandaka, die seit 2009 besteht und von Beginn an von Sr. Friederika geleitet wird. Die Abkürzung steht für Drug Resource Enhancement against Aids and Malnutrition – aber der Name meint im Grunde auch das: von einem besseren Leben träumen.
Heute werden im DREAM-Programm rund 1.700 Menschen dauerhaft betreut. Sie erhalten medizinische Versorgung, regelmäßige Kontrollen der Viruslast sowie – vor allem zu Beginn – auch Unterstützung bei Ernährung und im sozialen Bereich. „Früher sind die Menschen an Aids gestorben", sagt Sr. Friederika. „Heute haben sie mit den neuen Medikamenten eine große Überlebenschance und können ein gutes Leben führen."
Wenn der Staat nicht reicht
Ein eigenes Labor führt regelmäßig HIV-Tests durch und überwacht bei Infizierten die Viruslast. Alle Leistungen sind so weit wie möglich kostenlos – die Armut der Menschen ist groß, und ohne diese Hilfe wäre die Sterberate dramatisch hoch. Zwar stellt der Staat die Medikamente zur Verfügung, doch für Diagnostik, Begleitung und Infrastruktur müssen die Schwestern selbst aufkommen. Mehr als die Hälfte der Infizierten sind Kinder zwischen null und fünfzehn Jahren, denen das Virus bei der Geburt weitergegeben wurde. Auch Alltagspraktiken wie das Rasieren mit gemeinsam verwendeten Klingen können zur Übertragung beitragen. Aufklärung in Schulen und Informationsarbeit über das Radio gehören deshalb ebenso zum Alltag des Zentrums.
Fünfzig Jahre, viele Stationen
Sr. Friederika Kühnel wusste schon mit zwölf Jahren, dass sie in die Mission gehen wollte. Ihrem Vater zuliebe machte sie zunächst eine Ausbildung zur Verkäuferin, wechselte dann aber in den Pflegebereich und erwarb das Krankenpflegediplom. 1967 trat sie bei den Barmherzige Schwestern ein, sieben Jahre später ging ihr großer Wunsch in Erfüllung: der Start in die Mission. Es ging zunächst ins Mutterhaus nach Paris, um Französisch zu lernen, danach nach Antwerpen, wo sie sich in Tropenmedizin ausbildete. Am 19. März 1975 landete sie in Kinshasa – damals noch Zaire.
Seit ihrer Ankunft war sie in unterschiedlichen Regionen im Einsatz – zunächst in der Diözese Wamba, später in der Erzdiözese Mbandaka. Sie arbeitete in Krankenhäusern, in einfachen Buschstationen und Gesundheitszonen, neben der Pflege immer wieder auch in organisatorischer Verantwortung, unter anderem als Leiterin des Koordinierungsdienstes der medizinischen Werke der Erzdiözese.
Eine Nachricht aus Itipo
Zurzeit ist Sr. Friederika gerade auf Heimaturlaub in Österreich. Vor kurzem erreichte sie eine Nachricht aus dem Kongo: In Itipo, rund 120 Kilometer südlich von Mbandaka, wird dringend eine Krankenschwester gebraucht. Dass sie diese Aufgabe übernehmen soll, mit beinahe 80 Jahren, überraschte sie kurz. Doch lange zögerte sie nicht. „Wir gehen immer dorthin, wo die Menschen am ärmsten sind", sagt sie.
Ihre Spende zählt:
Seit vielen Jahren wird Sr. Friederika von der Missionsstelle der Diözese Linz unterstützt.
Wer helfen möchte, kann dies tun über:
Missionsstelle der Diözese Linz
Kennwort: Sr. Friederika
IBAN: AT71 5400 0000 0038 3117
Quelle: Missionsstelle der Diözese Linz