Stift Melk: Fünfte Etappe der Bibliotheks-Restaurierung gestartet

Im Stift Melk ist die fünfte Etappe der Bibliotheksrestaurierung gestartet. (c) Franz Gleiß
Innerhalb von zwei Jahren werden konservatorische und sicherheitstechnische Maßnahmen ergriffen sowie zentrale Elemente der historischen Ausstattung „behutsam“ restauriert, wie das Benediktinerstift mitteilte. „Unser Ziel ist es, dieses kulturelle Erbe in seiner gewachsenen Substanz zu sichern – so, dass seine Einzigartigkeit auch für kommende Generationen unverfälscht erlebbar bleibt“, erklärte Abt Ludwig Wenzl bei einem anschließenden Pressetermin.
Die Stiftsbibliothek bewahre seit über 300 Jahren „Wissen, Geschichte und Kultur“; seien Bibliotheken wie jene in Melk doch „immer mehr als Aufbewahrungsorte für Bücher“ gewesen, fuhr der Abt des Benediktinerstiftes fort. 450.000 Besucher:innen aus aller Welt zieht es jährlich in die Bibliothek, die auch während der Restaurierung begehbar bleibt, während im Hintergrund spezialisierte Fachkräfte an der Sicherung des kulturellen Erbes arbeiten. Damit wolle man die Restaurierung als „kontinuierlichen Prozess der Bewahrung“ unmittelbar erfahrbar machen, erklärte Abt Ludwig Wenzl: „Restaurierung soll nicht im Verborgenen geschehen, denn dieser Einblick schafft ein unmittelbares Verständnis dafür, was Denkmalpflege konkret bedeutet.“
Für elf Jahre anberaumtes Großprojekt
Saniert werden die Wand- und Deckengemälde, in denen sich etwa der Freskenmaler Paul Troger verewigt hat, ebenso wie die kunstvoll gearbeiteten Holzregale, vergoldete Zierelemente und nicht zuletzt der wertvolle Buchbestand. Die 2022 gestartete Restaurierung der Stiftsbibliothek ist ein Großprojekt, das für insgesamt elf Jahre anberaumt ist. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund zwölf Millionen Euro. Neben den vom Stift Melk erbrachten Eigenmitteln (47 Prozent) steuern das Land Niederösterreich (25 Prozent), der Bund (15 Prozent), der 2022 eigens gegründete Förderverein „Ex Litteris Immortalitas“ (10 Prozent) sowie die Stadtgemeinde Melk (3 Prozent) zur Finanzierung bei.

Mit einer Kuratoriumssitzung ist am 22. April 2026 die fünfte Etappe der Restaurierung der Bibliothek im Stift Melk offiziell gestartet. (c) Franz Gleiß
Helmut Dikowitsch, der in Vertretung von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner den Vorsitz der Kuratoriumssitzung am Mittwoch innehatte, unterstrich die umfassende Bedeutung des Projekts: Denkmalpflege gehe weit über die Erhaltung eines Bauwerks hinaus und bedeute Verantwortung für die Geschichte des Landes sowie deren Weitergabe an kommende Generationen. Gleichzeitig setze das Projekt wichtige Impulse für den Tourismusstandort Melk und die Region Wachau, in der das Stift Melk eine zentrale Rolle mit internationaler Strahlkraft einnehme.
Spendenziel erreicht
Das gesetzte Spendenziel von 100.000 Euro sei erreicht, informierte Erwin Hameseder, Präsident des Fördervereins. „Die letzten Jahre mit ihren Veränderungen, Umbrüchen und wirtschaftlichen Verwerfungen waren – und sind – alles andere als einfach. Also keine leichte Zeit, als Förderverein um Spenden zu bitten“, erklärte Hameseder. Trotz der schwierigen Zeiten blicke der Verein darum „zuversichtlich, optimistisch und mit viel Freude“ dem Vorhaben der kommenden Jahre entgegen.
Begleitend zum Restaurierungsprojekt wurde unter dem Vorsitz von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner ein Kuratorium eingerichtet, das dem Stift Melk beratend und unterstützend zur Seite steht. In diesem Gremium werden von Vertretern des Stiftes, des Landes Niederösterreich, des Bundes, des Fördervereins sowie anderer Partner wie etwa der Stadtgemeinde Melk die jeweiligen Bauetappen und deren Finanzierung erörtert und beschlossen.

Erwin Hameseder (Präsident des Fördervereins Ex Litteris Immortalitas), Abt Ludwig Wenzl, Hermann Dikowitsch (Leiter der Abteilung Kunst und Kultur des Landes NÖ) und Bürgermeister Patrick Strobl (v.l.) informierten über den Start der fünften Etappe der Bibliotheksrestaurierung im Stift Melk. (c) Franz Gleiß
Getragen werde der Erfolg des Fördervereins von einem breit angelegten und kontinuierlich weiterentwickelten Fundraising-Konzept, hieß es. Für die Spender:innen sei der Erhalt des Ortes, der Geschichte und Kultur ein „Herzensanliegen“. Das zeige sich etwa in den Buchpatenschaften, von denen bereits 150 abgeschlossen wurden. So bleiben die Unterstützerinnen und Unterstützer mit einem konkreten Werk verbunden und erhalten einen namentlichen Eintrag. Auch ein angebotenes barockes Fundraising-Dinner erfreue sich großer Beliebtheit.
Quelle: kathpress