Visitation im Stift Heiligenkreuz abgeschlossen

Die Apostolische Visitation im Stift Heiligenkreuz ist abgeschlossen. (c) Elisabeth Fürst/Stift Heiligenkreuz
Beauftragt mit der Visitation waren der Benediktiner-Abtprimas Jeremias Schröder sowie Sr. Christine Rod. Diese hatten seither „eingehende Gespräche mit 90 Mönchen und zahlreichen externen Personen“ geführt, wie es hieß. Sr. Christine Rod war als Visitatorin für Anfragen der Mönche im Stift Heiligenkreuz und um die Erkenntnisse der Visitation zu erklären. Sie werde gemeinsam mit Abtprimas Jeremias Schröder „zu einem späteren Zeitpunkt noch eingehender über die Ergebnisse der Visitation mit dem Konvent sprechen“, hieß es weiter.
Vatikanische Anweisungen
Die Anweisungen des Dikasteriums umfassen eine „optimierte Kommunikationsfähigkeit der Gemeinschaft nach innen und außen, die allein aufgrund der Größe des Konvents (über 100 Mönche) erforderlich ist“. Auch brauche es „strategische Überlegungen zur Zukunft des Stiftes und Priorisierung der Aufgaben“ sowie eine „Reflexion der theologischen und spirituellen Ausrichtung“. Weiters schlägt Rom eine „Vertiefung der Heranführung junger Menschen an das monastische Leben und das Priestertum“ vor, sowie „eine Schärfung von Identität und Selbstbild des Stiftes Heiligenkreuz“.
Weiters heißt es in der Pressemitteilung des Stifts: „Das Dikasterium dankt ausdrücklich Abt Maximilian Heim für seinen herausragenden persönlichen Einsatz zugunsten der Abtei Heiligenkreuz, der mit zu einer bemerkenswerten Blüte der Gemeinschaft geführt hat.“ Festgehalten wird, dass sich die Mönche des Stifts in den nächsten Monaten und Jahren mit den Anweisungen des Dikasteriums intensiv beschäftigen werden, „und damit an einer Vertiefung des Glaubenslebens und der Zukunftsfähigkeit der Gemeinschaft arbeiten“. Der Abtei seien „durch ihr rasches Wachstum große innere strukturelle Herausforderungen entstanden, bei denen der Heilige Stuhl die Abtei Heiligenkreuz durch seine Anweisungen unterstützen will“.
Lob für Kooperationsbereitschaft
„Ich habe in den Monaten der Visitation Heiligenkreuz als spirituellen Ort kennengelernt und eine große Kooperationsbereitschaft erleben können“, wird die Visitatorin Sr. Christine Rod in der Aussendung zitiert. „Die Anweisungen des Dikasteriums stellen einen wichtigen Handlungsrahmen für die Zukunft des Stiftes dar“, hielt sie fest.
Das Stift Heiligenkreuz habe viele gute Mönche, die dafür sorgen werden, dass seine Gemeinschaft weiterhin dynamisch und monastisch bleibt, sagte Abtpräses Pius Maurer. „Wenn es Vorwürfe gegen einzelne Mitglieder der Gemeinschaft gibt, wird in Heiligenkreuz entsprechend der kirchlichen wie staatlichen Vorgaben gehandelt. Die Apostolische Visitation war für die Gemeinschaft von Heiligenkreuz ein wertvoller Impuls zu einer langfristig positiven Entwicklung.“
Der Abt von Stift Heiligenkreuz, Maximilian Heim, hielt fest: „Die Gemeinschaft von Heiligenkreuz bedankt sich beim Dikasterium und den beiden Visitatoren für die wertschätzenden Gespräche im Lauf der Visitation und die guten Weisungen für die Zukunft.“

Dem Stift Heiligenkreuz gehören derzeit rund 100 Ordensmänner an. (c) Elisabeth Fürst/Stift Heiligenkreuz
Auftrag zur Visitation im Juni 2025
Ausgangspunkt für die Visitation war ein Dekret des Ordensdikasteriums vom 5. Juni 2025. Darin hieß es: „Die Visitatoren sind beauftragt, den Leitungsstil der Abtei in ihrer Gesamtheit sowie das persönliche Führungsverhalten des Abtes eingehend zu prüfen.“ Ein weiterer Schwerpunkt liege „auf der Frage, wie mit Vorwürfen von Missbrauch und anderen schwerwiegenden Verfehlungen verfahren wird.“ Zudem sollen die Visitatoren etwa die Verfahren zur Unterscheidung von Berufungen, die Anfangsphase der Ausbildung sowie die kontinuierliche Weiterbildung innerhalb der Gemeinschaft in den Blick nehmen.
Im Begleitschreiben zu dem Dekret hieß es wörtlich: „Wir bitten Sie, diese Apostolische Visitation als einen Ausdruck wohlwollender Unterstützung zu verstehen, die darauf abzielt, die nachhaltige Entwicklung des blühenden Stifts zu fördern und es vor möglichen inneren wie äußeren Gefährdungen zu bewahren.“ Nach der Visitation und dem Bericht solle die Abtei darin unterstützt werden, „einen eigenen inneren Erneuerungsweg zu beginnen“.
Unterzeichnet war das Dekret zur Visitation nicht von der Präfektin der vatikanischen Ordens-Behörde, sondern vom Pro-Präfekten, Kardinal Ángel Fernández Artime, sowie dem Untersekretär der Behörde, Aitor Jiménez Echave.
Stift Heiligenkreuz
Stift Heiligenkreuz wurde 1133 von Markgraf Leopold III. und seiner Frau Agnes als Zisterzienserabtei gegründet und zählt damit zu den ältesten noch bestehenden Klöstern des Ordens. Es ist bekannt für seine ununterbrochene klösterliche Tradition, die Pflege des gregorianischen Chorals und seine Theologische Hochschule, die 2007 von Papst Benedikt XVI. (2005-2013) zur Hochschule päpstlichen Rechts erhoben wurde. Benedikt XVI. hatte im Rahmen seines Österreich-Besuchs 2007 auch in der Abtei Station gemacht.
Das Kloster ist für die Seelsorge in 21 Pfarren sowie im Südtiroler Kloster Säben verantwortlich und betreibt Priorate in Wiener Neustadt (Neukloster) sowie in den in Deutschland gelegenen Orten Neuzelle, Bochum-Stiepel und Maria Friedenshort. Aktuell zählt das Stift rund 100 Mönche im Konvent, was ein Höchststand in seiner fast 900-jährigen Geschichte ist, dazu gibt es rund 300 Studierende an der Hochschule Heiligenkreuz und rund 40 Seminaristen im Priesterseminar Leopoldinum.
Quelle: kathpress