Erzdiözese Wien startet Seligsprechungsverfahren für P. Titus Helde

Die Erzdiözese Wien hat erste Schritte zum Seligsprechungsverfahren für den Salvatorianer P. Titus Helde eingeleitet. (c) Canva, Salvatorianer
Als Postulator des Seligsprechungsverfahrens wurde Martin Kolozs bestimmt. Seine Aufgabe sei es, alle relevanten Informationen zu Leben, Wirken und Sterben von P. Titus Helde zu sammeln und noch lebende Zeugen zu befragen, berichtet die Erzdiözese Wien in einem Bericht auf ihrer Website. Auch die Erzdiözese Freiburg, aus der P. Titus Helde stammte, unterstütze das Ansinnen, hieß es vonseiten des Erzbischofs Stephan Burger.
In einer Stellungnahme (11. März 2026) zeigte sich Burger erfreut, „dass das Interesse am Leben und Wirken von P. Titus Helde SDS in der Erzdiözese Wien nach wie vor lebendig ist und nun in Überlegungen seitens der Ordensgemeinschaft der Salvatorianer hineinmündet, ob nicht ein Seligsprechungsverfahren in dieser Causa angezeigt sein könnte“.
Grünwidl gab Ansuchen Anfang Februar statt
Der Salvatorianer-Pater Titus Helde starb 1945 in Mistelbach/Niederösterreich, als er sich vor eine Gruppe Frauen stellte, um diese vor sexuellen Übergriffen durch Soldaten zu beschützen. Seitdem wird an den 1905 in Radolfszell am Bodensee geborenen Ordenspriester als Märtyrer erinnert. Ende 2025 bat der österreichische Provinzial der Salvatorianer, P. Márton Gál, bei der Erzdiözese Wien um Eröffnung eines Seligsprechungsverfahrens. Diesem Ansuchen wurde von Erzbischof Josef Grünwidl – nach einstimmigem Votum des Bischofsrats – am 9. Februar 2026 stattgegeben.
P. Titus Helde
P. Titus (Josef) Helde wurde am 5. Mai 1905 in Radolfzell am Bodensee geboren und arbeitete zunächst als Bankangestellter, bevor er 1926 in Steinfeld in die salvatorianische Gemeinschaft eintrat. Seine Weihe empfing er am 29. Juni 1938. Seine Ausbildungszeit führte ihn u.a. nach Lochau, Heinzendorf, Passau, Hamberg, Graz, Wien sowie Mistelbach.
Im Zuge der NS-Diktatur (1938-1945) sowie Gewalt in der Nachkriegszeit, u.a. durch russische Soldaten, die teils „äußerst brutal und rücksichtslos“ agiert hätten, habe sich „das politische Klima vollkommen verändert“, hieß es. „So kam es, dass Pater Titus sich am 21. April 1945 vor eine Gruppe Frauen stellte, um sie vor Übergriffen zu schützen, und deswegen von einem Rotarmisten erschossen wurde“, meinte die Erzdiözese Wien. Bald nach seiner Beerdigung hörte man bereits die Worte: „Mit gutem Recht nennen ihn die Gläubigen einen Märtyrer. Es wurde viel um ihn getrauert, viel für ihn gebetet, vielleicht noch mehr zu ihm gebetet.“
Quelle: kathpress