P. Karl Wallner: Sorge um Kirche in Afrika muss „maximales Anliegen“ sein

Missio-Nationaldirektor P. Karl Wallner fordert mehr Augenmerk für die Kirchenentwicklung in Afrika. (c) Missio/Georg Wilke
Afrikas Bedeutung wachse einerseits aufgrund des erwarteten Bevölkerungsanstiegs um eine Milliarde bis 2090, sagte P. Karl Wallner. „Während die Katholikenzahl bei uns unweigerlich runtergeht, haben wir dort einen Aufbruch. Unser Ziel ist es, Afrika zu unterstützen, damit es dort eine gute Entwicklung gibt. Ich bin sicher, dass Afrika uns eines Tages Christus zurückbringen muss.“ Andererseits hoffe er auch, „dass ich noch einen schwarzen Papst erlebe“, erklärt der Nationaldirektor. Auf Projektreisen in afrikanische Länder habe er „viele hochintelligente Bischöfe“ kennengelernt, die das Potenzial dazu hätten.
Große religiöse Dynamik
Afrika sei zugleich ein Kontinent großer religiöser Dynamik, erklärte der Zisterzienser. In vielen Ländern südlich der Sahara hätten traditionelle Vorstellungen von Geistern und Ahnenkult lange eine starke Rolle gespielt. Der christliche Glaube werde dort als „Erlösung aus dem Dämonenglauben“ erlebt. Gleichzeitig wachse der Wettbewerb mit anderen Religionen, insbesondere mit dem Islam, der in manchen Ländern intensiv missioniere. Die katholische Kirche punkte durch eine große Glaubensfreude und eine starke Ausrichtung auf Gott, „die uns hier in Europa abhanden gekommen ist“, wie P. Karl Wallner befand.
Besonders sichtbar werde diese Entwicklung an den zahlreichen Priesterberufungen. Bei Besuchen in Afrika habe er Seminare mit mehreren hundert Priesteramtskandidaten erlebt, etwa in Kampala in Uganda. Diese lebendige und junge Kirche wolle missio gezielt unterstützen, etwa durch Patenschaft-Projekte.
Videoreihe widmet sich verschiedenen Ländern Afrikas
Wie es in einer Ankündigung hieß, widmet sich die achtteilige Videoreihe mit P. Karl Wallner verschiedenen Ländern bzw. kirchlichen Realitäten Afrikas. Südsudan wird als ein vom Bürgerkrieg traumatisiertes Land gezeigt, in dem besonders Kinder an Hunger, Gewalt und Perspektivlosigkeit leiden. Zu Nigeria wird die Situation in einem Krankenhaus geschildert, dessen Möglichkeiten aufgrund fehlender medizinischer Geräte ungenutzt bleiben. Über Mosambik wird P. Karl Wallner von dem von missio Österreich initiierten Projekt des Sankt-Karl-Borromäus-Krankenhauses berichten, zudem gibt es einen Bericht zu Kinderarbeit in Madagaskars Mica-Minen.
Quelle: kathpress