Stift Altenburg: Amtsantritt des neuen Administrators P. Albert Groiß

Der neue Administrator P. Albert Groiß (re.) bekam am 12. März 2026 vom Abtpräses der Österreichischen Benediktinerkongregation Johannes Perkmann (li.) Schlüssel und Siegel des Stifts Altenburg überreicht. (c) Stift Altenburg
„Mit Gottes Hilf“, wie es in der ältesten Übersetzung der Stiftungsurkunde aus dem Jahr 1144 heißt, wolle sich P. Albert Groiß seelsorglich engagieren und mit Hilfe seiner Wirtschaftsfachleute im Stift den Bestand des Klosters sichern, hieß es in einer Aussendung des Stifts. Der neue Administrator dankte im Rahmen einer Feier in der Stiftskirche Altenburg seinen Mitbrüdern für ihr Vertrauen: Als der neue Leiter des Klosters wolle er die Gemeinschaft stärken und versuchen, neue Mitglieder zu gewinnen. Der Benediktiner bedankte sich zudem bei seinem Vorgänger Abt Thomas Renner für dessen Dienst und seinem Vor-Vorgänger Abt Christian Haidinger, der am 12. März seinen 82. Geburtstag beging.
In Anlehnung an ein Zitat des neuen Wiener Erzbischofs Josef Gründwidl „Gott will mich nicht perfekt, sondern verfügbar“, sagte P. Albert Groiß: „Ich bin wohl nicht der perfekte Leiter unseres fast 900 Jahre alten Stiftes, aber ich bin verfügbar.“ Zu seinen nächsten Aufgaben gehören die Bestellung eines Priors und die Bestellung der verantwortlichen Seelsorger für Altenburg, Maria Dreieichen und den vor sechs Jahren gegründeten „Pfarrverband im Horner Becken“. „Mit P. Michael Hüttl und P. Clemens Hainzl darf ich rechnen – wir bilden zu dritt den aktiven Teil unserer Gemeinschaft, während die älteren und alten Mitbrüder den kontemplativen Teil bilden und alle Entscheidungen und neuen Initiativen im Gebet tragen und begleiten werden“, erklärte der neue Administrator.
Zur Person
P. Albert Groiß trat 1985 in die Gemeinschaft der Benediktiner von Altenburg ein und empfing 2011 die Priesterweihe. Zuvor hatte er unter anderem die Aufgaben des Priors, Novizenmeisters, Gastpaters, Erziehers bei den Altenburger Sängerknaben und Leitung des Tourismus inne, während der Generalsanierung des Stiftes war er auch Baudirektor. In den vergangenen zwölf Jahren hatte er im Kloster die Aufgabe des Kantors bei der Stundenliturgie inne und war Bibliothekar und Archivar.
2014 übernahm P. Albert Groiß als Pfarrer die Seelsorge in Horn, kurz darauf auch in Mödring. Seit 2020 ist er Moderator des neugegründeten „Pfarrverbandes im Horner Becken“, der acht Pfarren umfasst, darunter die Altenburger Stiftspfarren Strögen-Frauenhofen, Röhrenbach, St. Marein, die Diözesanpfarre Dietmannsdorf und die Titularpfarren des Stiftes Klosterneuburg St. Bernhard und Neukirchen. Dabei unterstützen ihn P. Clemens Hainzl als Vikar, P. Shyne Kurian als Kaplan und Christian Zeitlberger als Pastoralassistent.
Stift Altenburg
Stift Altenburg wurde 1144 von Gräfin Hildburg von Poigen und ihrem Sohn Hermann von Benediktinern aus St. Lambrecht gegründet. In der Gotik entstand eine bedeutende Klosteranlage mit Basilika. Trotz Zerstörungen, etwa in den Hussitenkriegen, blieb das klösterliche Leben bestehen, wovon der mittelalterliche Kreuzgang zeugt. Im 18. Jahrhundert erhielt das Stift unter Abt Placidus Much seine barocke Prägung. Mit Baumeister Josef Munggenast und Maler Paul Troger entstand ein Gesamtkunstwerk aus Architektur, Fresken und Stuck. Nach der Aufhebung 1940 und Jahren der Nutzung durch die Besatzungsmacht begann 1947 der Wiederaufbau.
Heute ist das Stift ein beliebtes Ausflugsziel und verfügt über rund 400 Hektar Landwirtschaft und 2.800 Hektar Wald, die nachhaltig bewirtschaftet werden. Das traditionsreiche Stiftsweingut im Weinviertel besteht seit dem 18. Jahrhundert und kooperiert heute mit dem Bio-Weingut Gruber. Die Benediktinergemeinschaft umfasst derzeit neun Mönche.
Quellen: Stift Altenburg, kathpress