Startschuss für Vortragsreihe zu Franz von Assisi mit P. Thomas Hrastnik
P. Thomas Hrastnik machte am 10. März 2026 den Auftakt zur Salzburger Vortragsreihe „Theologie im Zeichen der Zeit. 800 Jahre Franz von Assisi“. (c) Erzdiözese Salzburg (eds)/Michaela Greil
P. Thomas Hrastnik wies darauf hin, dass Franziskus in manchen Kirchen Salzburgs mehr Raum einnehme als jeder andere Heilige. Franziskus habe eine „radikale Gegenposition“ zu gesellschaftlichen Positionen eingenommen, erklärte der Franziskaner. „Er fand sein Leben inspiriert vom Du Gottes.“
Franziskanisches Leben sei ein schlichtes und kraftvolles Leben nach dem Evangelium, sagte der Ordensmann, der der Frage nachging, was heute zu einem franziskanischen Leben motiviere – als Gegentrend zu einer immer komplexer werdenden Welt mit vielen Krisen. Franziskus steht dabei laut P. Thomas Hrastnik außer für Schöpfungsverantwortung auch für den Dialog der Religionen, für Gewaltfreiheit und Gastfreundschaft. Dass diese Haltungen Menschen im 21. Jahrhundert ansprechen, habe etwa die Zustimmung zur Namenswahl des verstorbenen Papstes Franziskus gezeigt.
„Alltagstaugliche“ Spiritualität ist nötig
Zugleich würden die unterschiedlichen franziskanischen Ordensgemeinschaften zeigen, „dass es ‚das‘ franziskanische Leben nicht gibt“. Es gelte, Wege zu finden und Lösungen für die Probleme der gegenwärtigen Zeit – und das etwa durch Zuhören und Verstehen wollen. Es brauche zudem eine „alltagstaugliche“ Spiritualität. Nichts Menschliches dürfe dabei fremd sein. Als Trends der gegenwärtigen Zeit machte der Franziskaner die Selbstoptimierung und ein wirtschaftliches Wertedenken aus. Vor diesem Hintergrund sei eine Sehnsucht nach Beziehungen zu Menschen und zu Gott das, was Menschen heute antreibe, franziskanisch zu leben.
Der Dekan der Katholisch-theologischen Fakultät, Prof. Dietmar Winkler, sprach einführende Worte. (c) Erzdiözese Salzburg (eds)/Michaela Greil
Die Veranstaltung am 10. März an der Uni Salzburg war die erste einer achtteiligen internationalen Reihe der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Salzburg in Zusammenarbeit mit dem Franziskanerkloster, unterstützt von „Pro Oriente“-Salzburg. Der Abend stand unter dem Titel „Leben gegen den Trend – franziskanische Christus-Nachfolge in Geschwisterlichkeit und Verkündigung“. Einführende Worte sprach der Dekan der Katholisch-theologischen Fakultät, Prof. Dietmar Winkler, der auch Vorsitzender der Salzburger „Pro Oriente“-Sektion ist.
Franziskaner und die Salzburger Festspiele
Fortgesetzt wird die Vortragsreihe am 24. März 2026 mit dem Franziskaner P. Willibald Hopfgartner. Er wird in seinen Reflexionen „Armut und die Schönheit“ Betrachtung auf die Festspielidee von Salzburg einfließen lassen: Hugo von Hofmannsthal verfügte, in einem Franziskaner-Habit aufgebahrt zu werden und Max Reinhardt wollte, dass man den Festspielen auch einen „humanitären Charakter“ geben solle.
Am 14. April spricht Erzbischof Franz Lackner, ebenfalls Franziskaner, zum Thema „Franziskanisches Sein – bischöfliches Tun“. Abgeschlossen wird die Vortragsreihe am 23. Juni 2026 mit Ausführungen des Münchner orthodoxen Theologen Prof. Stefanos Athanasiou zum Thema „Ökologie als geistliche Herausforderung: Schöpfungsverantwortung und -spiritualität in orthodoxer Perspektive“. Die öffentlichen Vorträge finden jeweils um 18 Uhr an wechselnden Orten (Katholische Fakultät bzw. Franziskanerkloster) statt.
Quellen: Erzdiözese Salzburg, kathpress