Österreichs katholische Influencer:innen vernetzen sich

Am 28. Februar 2026 fand das erste bundesweite Vernetzungstreffen „Digitale Kirche in Österreich“ statt. Mit dabei waren auch einige Ordensleute, darunter P. Peter Rinderer (vorne, 1.v.r.), Sr. Ida Vorel (vorne, 2.v.r.) und P. Manuel Sandesh (hinten, r.). (c) Bengt Beier
Sr. Ida Vorel von den Franziskanerinnen von Vöcklabruck berichtete bei dem Treffen von ihren Erfahrungen als Ordensfrau auf Social-Media-Plattformen. Im vergangenen Jahr habe sie insbesondere auf TikTok einen deutlichen Anstieg ihrer Followerzahlen verzeichnet. Sie beobachte eine große Neugier auf Fragen zu Glauben, Kirche und Ordensleben. „Die Menschen sind interessiert, was wir glauben. Es geht um Glauben und Leben gleichzeitig“, sagte sie. Zugleich dürften grundlegende Begriffe des Glaubens nicht vorausgesetzt werden; viele Anfragen zielten auf einfache und verständliche Erklärungen.

Sr. Ida Vorel beobachtet bei ihren Follower:innen eine große Neugier auf Fragen zu Glauben, Kirche und Ordensleben. (c) Bengt Beier
Verantwortung steigt mit wachsender Reichweite
Mit wachsender Reichweite steige auch die Verantwortung für Themenwahl und Tonalität, betonte die Franziskanerin. Sr. Ida Vorel veröffentlicht neben geistlichen Inhalten auch regelmäßig Beiträge zu gesellschaftspolitischen Themen, darunter etwa zur Prävention von Gewalt gegen Frauen. Seelsorgliche Anfragen leite sie bei Bedarf an Ansprechpersonen in den Bundesländern weiter. Verkündigung beginne für sie mit einer „Mission des Zuhörens“; viele Menschen hätten große Sehnsucht nach Interaktion mit „echten“ Menschen.

P. Manuel Sandesh ist seit vielen Jahren im digitalen Raum präsent. (c) Bengt Beier
Der in Wien wirkende Franziskaner P. Manuel Sandesh verwies auf seine langjährige Tätigkeit im digitalen Raum. Der gebürtige Inder hat bislang mehr als 13.000 Videos veröffentlicht und erreiche über verschiedene Kanäle rund 1,1 Millionen Follower. Evangelisierung verstehe er als franziskanisches Glaubenszeugnis in verständlicher Sprache. „Für guten Content gehören Demut und innere Freiheit dazu“, sagte er. Authentizität entstehe, wenn die eigene Lebenshaltung im Mittelpunkt stehe. Zugleich ermutigte er dazu, kulturelle und gesellschaftliche Vielfalt wahrzunehmen und über bestehende Kommunikationsräume hinauszugehen.
Friedensgebet im Linzer Dom
Am Nachmittag gestaltete die Gruppe im Linzer Mariendom ein Friedensgebet. Der Fokus war dabei auf den oberösterreichischen Seligen Franz Jägerstätter gerichtet, als Beispiel für Gewissensentscheidung und Standhaftigkeit. Anschließend bestand die Möglichkeit, den Dom aus unterschiedlichen Perspektiven zu erkunden.

Am Nachmittag erkundete die Gruppe den Linzer Mariendom. (c) Bengt Beier
Initiiert wurde das Treffen vom Österreichischen Pastoralinstitut. Beteiligt waren zudem Vertreterinnen und Vertreter aus Pastoraltheologie und diözesanen Innovationsbereichen. Unter den Teilnehmenden befand sich auch Bischof Wilhelm Krautwaschl, der Vorsitzende des Medienreferats der Bischofskonferenz.
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Quelle: kathpress