Papst an Deutschen Orden: „Geistliche Dimension“ im Blick bewahren

Von 16. bis 25. Februar 2026 tagte das Generalkapitel des Deutschen Ordens. (c) Erzdiözese Wien/Schönlaub
In dem durch Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin übermittelten Schreiben zitiere Leo XIV. den heiligen Augustinus aus dessen Schrift „De vera religione“ mit den Worten: „Geh nicht nach außen, kehre in dich selbst zurück: Die Wahrheit wohnt im inneren Menschen“. Das alle sechs Jahre stattfindende Generalkapitel als oberstes Entscheidungsorgan des Deutschen Ordens war am 25. Februar 2026 mit einem festlichen Gottesdienst und zwei Tage früher als ursprünglich geplant zu Ende gegangen. In einer „Atmosphäre gegenseitigen Vertrauens und Achtsamkeit“ hätten die vorgesehenen Tagesordnungspunkte von den Brüdern, Schwestern und Familiaren „sorgfältig, intensiv und zugleich effizient“ behandelt werden können, teilte die Ordensleitung mit. Das Generalkapitel habe die Arbeiten „geschlossen und in guter Übereinstimmung beenden“ können.
Hochmeister Frank Bayard bestätigt
Bereits am 17. Februar 2026 war Hochmeister Frank Bayard (54) von den in Wien versammelten Kapitularinnen und Kapitularen für weitere sechs Jahre im Amt als Ordensoberer bestätigt worden. Im Zentrum der Beratungen stand vor allem eine umfassende Reform der Regeln und Statuten des Deutschen Ordens. Aufgrund der demografischen Entwicklung hatte der Deutsche Orden zuletzt mehrere Provinzen zusammengeführt, um durch eine gemeinsame Verwaltung Entlastung zu schaffen. Die bestehenden Regeltexte sollen nun an diese in den vergangenen zwei Jahren umgesetzten Strukturveränderungen angepasst werden, hatte es im Vorfeld des Kapitels geheißen.
Der Deutsche Orden
In der Gemeinschaft des Deutschen Ordens wirken rund 300 Priester und Ordensschwestern sowie rund 950 „Familiaren“ – Laienmitglieder, die sich den Ordensidealen durch ein Versprechen gegenüber dem Hochmeister verpflichten – an. Sie widmen sich neben der Seelsorge vor allem der Sorge um Kranke, Behinderte und alte Menschen. Im Zuge der jüngsten Reform wurden aus ursprünglich fünf Brüderprovinzen (Deutschland, Österreich, Südtirol, Tschechien-Slowakei, Slowenien) drei Provinzen: Deutschland, Österreich/Italien sowie Tschechien/Slowakei/Slowenien. Aus ehemals fünf Schwesternprovinzen (Deutschland, Italien, Tschechien-Slowakei, Österreich, Slowenien) wurden zwei selbstständige Häuser in Lana (Südtirol) und Passau (Bayern).
Seit 1809 ist der Sitz des Hochmeisters und damit das Zentrum des Deutschen Ordens in der Singerstraße in der Wiener Innenstadt. Damit gehört der „Ordo Teutonico“ zu den wenigen kirchlichen Institutionen, deren Generaloberer seine Residenz nicht in Rom hat.
Quelle: kathpress