Sr. Karina Beneder: Rückkehr nach vier Jahren in Peru

Am Sonntag vor Sr. Karina Beneders Rückkehr nach Österreich wurde dieses Haus, das von einer Zwettler Familie finanziert wurde, gesegnet. (c) privat
Bereits vor ihrer Zeit in Peru war Sr. Karina Beneder an der Privaten Volks- und Mittelschule des Vereins für Franziskanische Bildung in Zwettl tätig. Dorthin kehrte sie nun zurück: „Ich bin in der Schwestern-Gemeinschaft in Zwettl wunderbar aufgenommen worden. Ebenso in der Schule, in der ich gleich nach meiner Rückkehr wieder zu unterrichten begonnen habe.“
Die Kirche in Peru bezeichnete die gebürtige Niederösterreicherin im Interview als „unglaublich offen, lebendig, fröhlich und synodal“. So seien auch ihr wichtige Aufgaben übertragen worden, große Begeisterung sei außerdem durch die Wahl von Papst Leo XIV. zu spüren gewesen.
Viele Projekte als Umweltpädagogin
In Peru setzte Sr. Karina Beneder als Umweltpädagogin viele Projekte um, gründete beispielsweise drei Baumschulen. „Ein Konzept sieht vor, dass um die Bäume das Gras ‚Vetiver‘ angebaut wird, so brauchen die Pflanzen 80 Prozent weniger Wasser. Einige Armenviertel haben das schon umgesetzt und profitieren davon“, erklärte sie. In einer Recycling-Anlage in Chorillos werden Plastikverschlüsse und Shampoodosen zerkleinert und in Formen gepresst – daraus werden dann etwa Blumentöpfe, Sitzbänke und Seifenschalen. In den Dörfern von San Pedro stellte sie Computer für Schüler:innen zur Verfügung.
„Wichtig ist mir auch das ‚Haus der Talente‘ in Pachacutec, es gehört der Diözese Callao“, sagte die Franziskanerin. Dem dortigen Bischof sei es ein Anliegen, dass die Räume für die Kinder und Jugendlichen aus der Umgebung geöffnet und ihre Talente gefördert werden, da dort tausende Familien auf engstem und ärmlichem Raum leben. „Jeden Samstag habe ich Schülerinnen und Schüler umweltpädagogisch geschult. Wir haben gemeinsam Pflanzen gesät, Gegenstände gebaut, die Bestand haben, etwa Sitzbänke, und ökologische Kreuzwege gestaltet. Auch die Themen Umwelt- und Wasserschutz haben wir ins Bewusstsein gerufen. Dazu haben wir gesungen und gebetet“, erzählte sie.

Für die Umsetzung von Sr. Karina Beneders Projekten in Peru war teilweise auch das Entfernen großer Müllmengen nötig. (c) privat
Wichtiges Bildungszentrum
Auch das Zentrum „Laudato Si“ – ein weiteres Herzensprojekt der Franziskanerin – befindet sich in Pachacutec und wurde am 20. Dezember 2025 gesegnet. Es sei eine große Herausforderung gewesen, die großen Müllmengen in und rund um das Gebäude wegzuräumen. „Es ist jetzt ein wunderschöner Ort mit vielen Bäumen und Sträuchern. Außerdem habe mich die Schöpfungsbilder und das Umweltlied ‚Alles ist miteinander verbunden‘ für die Gestaltung einer Wand inspiriert. Dort ist der Kreuzweg aufgestellt, er wirkt einladend. ‚Laudato Si‘ ist mittlerweile ein wichtiges Bildungszentrum, auch Pfarren nutzen es gerne für Klausuren“, freut sich Sr. Karina Beneder.
Auch eine Schule baute sie in Peru auf: die Schule Santa Bernadita im Norden des Landes. Sie wurde auf einer ehemaligen Müllhalde in einer bitterarmen Gegend errichtet. „Jetzt ist sie fast fertig, die letzten Klassen und der Sportplatz wurden errichtet. Darin werden 700 Schülerinnen und Schüler unterrichtet. Sie leben vielfach in ärmlichen Verhältnissen, die wir uns gar nicht vorstellen können“, erklärt Sr. Karina Beneder.
Projekte auch nach Rückkehr gesichert
Auch nach der Rückkehr der Franziskanerin nach Österreich seien die Projekte gesichert. Trotzdem meint sie: „Ich werde wieder hinreisen und mich vergewissern. Die Unterstützung aus Österreich läuft weiter. Der Verein ‚Wir wollen helfen Zwettl‘ unterstützt die Projekte großartig. Ich freue mich, dass immer wieder geschickte Handwerker aus dem Waldviertel kommen und mitarbeiten. Auch die MIVA und die diözesane Fastenaktion sind wichtige Partner. Eben erst konnte durch die Fastenaktion eine Photovoltaikanlage auf dem ‚Laudato Si‘-Zentrum errichtet werden.“ Ihr letzter Sonntag in Peru sei bewegend gewesen: „Da wurde ein Haus gesegnet, das von einer Waldviertler Familie in der Höhe von 2.500 Euro finanziert wurde. Ich habe das Gefühl: Alles, was wir machen, ist wichtig. Vor allem, dass Schritte in Richtung Umweltbewusstsein gesetzt wurden!“
Im Interview mit „Kirche bunt“ äußerte sie außerdem einen Wunsch: „230 Patenschaften für Schüler von Santa Bernardita mit Unterstützern aus Österreich gibt es. Von den Kindern und Jugendlichen habe ich Briefe mit, die ich jetzt an die jeweiligen Paten verteile. Es ist mir ein großes Anliegen, weitere Patinnen und Paten zu finden.“ Sie ruft dazu auf, sie bei Interesse an einer solchen Patenschaft (50 Euro pro Monat) telefonisch oder per WhatsApp unter +43 676 826 688 233 zu kontaktieren.
Quelle: Kirche bunt