Papst Leo ermutigt Ordensleute zu Engagement für die Armen

Hin zu den „Unerreichten“: Bei einer Audienz rief Papst Leo XIV. die anwesenden Ordensleute auf, sich den Ärmsten zuzuwenden und stets Zeugnis für „Geschwisterlichkeit und Frieden“ abzulegen. © Mazur/cbcew.org.uk, Catholic Church England and Wales
Ihre gemeinsame „missionarische Berufung“ und ihr Mut zu einem bedingungslosen „Ja“, der das Leben kosten kann, sei das verbindende Element der beiden Ordensgemeinschaften, konstatierte Papst Leo. Er rückte dabei die Ordensgründer in den Fokus und würdigte ihr visionäres Handeln, das bis heute Früchte trägt. Gleichzeitig forderte er die anwesenden Ordensleute auf, deren Hinwendung zu den Armen mutig weiterzutragen und an die Nöte der Gegenwart anzupassen.
Ein Erbe der Leidenschaft
Im Zentrum der Audienz stand zunächst das Wirken des heiligen Eugen von Mazenod, der vor zwei Jahrhunderten die Gemeinschaft der Oblaten der Unbefleckten Jungfrau Maria gründete. Der Papst würdigte Mazenod als einen Visionär, dessen Herz für jene schlug, die von der Gesellschaft und der Kirche vergessen wurden. Sein Leitmotiv „Er hat mich gesandt, die Armen zu evangelisieren“ – ein Zitat aus dem Buch des Propheten Jesaja – bezeichnete Papst Leo als ein mutiges Bekenntnis, das bis heute der Grundstein für das weltweite Wirken der über dreitausend Oblatenmissionare sei.

Papst Leo über den hl. Eugen von Mazenod: „Seine Worte und Taten zur Verteidigung der Würde der Armen, Arbeiter und Bauern, die als Produktionsmittel ausgebeutet und in ihren tiefsten menschlichen Bedürfnissen ignoriert wurden, sind eindrucksvoll.“ © Canva / Joachim Schäfer - Ökumenisches Heiligenlexikon
Ein „Ja“ mit Folgen
Auch Pater Augustinus Planque, der Gründer der Schwestern Unserer Lieben Frau von den Aposteln, sei ein Visionär gewesen und habe die „unverzichtbare weibliche Präsenz“ in der Arbeit der Gesellschaft für Afrikamissionen sichergestellt, fügte Papst Leo an. Für die Schwestern der von ihm gegründeten Kongregation sei ihr engagiertes apostolisches Wirken fernab der Heimat von Anfang an ein klares Zeugnis für die Liebe zu Christus gewesen: „Für viele von ihnen hat dieses ‚Ja‘ das Leben gekostet, aufgrund der Strapazen der Missionsarbeit, der Ansteckung mit Krankheiten und in jüngster Zeit des Martyriums.“
Zum Schluss seiner Ansprache kam Leo XIV. nochmals auf die „Vertrautheit“ der beiden Ordensgemeinschaften zu sprechen. Die gegenseitige Verbundenheit und Zuneigung der Ordensleute habe ihre Wurzel in der Begegnung mit Gott und ermögliche es ihnen, zu einem Spiegelbild der Liebe Gottes in der Welt zu werden.
Quelle: Vatican News