Vier Jahre Ukraine-Krieg: Salesianer Don Boscos in ständigem Hilfseinsatz

Die Salesianer Don Boscos legen in der Ukraine einen Schwerpunkt auf Bildungs- und Betreuungsangebote für Kinder und Jugendliche. (c) Don Bosco Mission Austria
Die Salesianer Don Boscos leisten seit Kriegsbeginn umfassende Unterstützung vor Ort. Provinzial P. Mykhaylo Chaban betont: „Wir Salesianer unterstützen seit Kriegsbeginn die leidende Bevölkerung in der Ukraine. Wir teilen mit ihnen das Schicksal, vor allem die uns anvertrauten jungen Menschen.“
Kinder und Jugendliche seien besonders stark von den Auswirkungen des Krieges betroffen. Ein normales Alltagsleben sei für viele Familien nicht mehr möglich. Zahlreiche Kinder hätten Elternteile verloren oder seien durch Flucht und Verletzungen von ihren Familien getrennt worden. „Fast jede Familie hat einen Verwandten oder Elternteil verloren. Viele Kinder wachsen nur noch bei einem Elternteil auf. Diese Lebensbedingungen sind eine enorme Belastung“, erklärt der Salesianer Don Boscos.
Psychologische Belastungen nehmen zu
Bombardierungen sowie unterbrochene Strom- und Wasserversorgung erschwerten einen geregelten Alltag zusätzlich, sowie auch wiederholte Schulschließungen, die langfristige Planung unmöglich machten. Mit zunehmender Dauer des Krieges nähmen auch psychologische Belastungen deutlich zu.
Neben Lebensmitteln, warmer Kleidung, Decken, Öfen, Gaskochern und Generatoren setzen die Ordensleute einen Schwerpunkt auf Bildungs- und Betreuungsangebote. In Einrichtungen wie etwa in Zhytomyr erhielten junge Menschen Zugang zu Unterricht und psychosozialer Begleitung. Ziel sei es, trotz der Ausnahmesituation Stabilität und Hoffnung zu vermitteln. „Das Leben von früher gibt es nicht mehr, aber es wird zurückkommen. Diese Zuversicht wollen wir den Kindern vermitteln“, erklärte P. Mykhaylo Chaban.

Seit vier Jahren helfen die Salesianer Don Boscos in der Ukraine. (c) ANS
„Vier Jahre Angst“
Auch Jugend Eine Welt verweist anlässlich des Jahrestages am 24. Februar auf die anhaltend prekäre humanitäre Lage. Geschäftsführer Reinhard Heiserer spricht von „vier Jahren Angst, Verlust und Unsicherheit“ für Millionen Familien. Besonders Kinder und ältere Menschen litten unter ständigen Angriffen, Stromausfällen und der Zerstörung lebenswichtiger Infrastruktur. Der Konflikt habe die größte humanitäre Krise in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg ausgelöst.
Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR sind weiterhin rund 5,7 Millionen ukrainische Flüchtlinge außerhalb des Landes registriert, hinzu kommen Millionen Binnenvertriebene. Auch 2026 seien laut Vereinten Nationen mehr als zehn Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen.
Nothilfe seit vier Jahren
Seit Februar 2022 organisiert Jugend Eine Welt akute Nothilfe in der Ukraine sowie in den angrenzenden Ländern Republik Moldau, Rumänien, Polen und Slowakei. In Kooperation mit lokalen und kirchlichen Partnerorganisationen – darunter die Salesianer Don Boscos und die Don-Bosco-Schwestern – wurden Lebensmittel, Medikamente, Hygieneartikel und Notunterkünfte bereitgestellt. In den vergangenen vier Jahren konnten Hilfsgelder in der Höhe von 4,3 Millionen Euro mobilisiert und an Projektpartner weitergeleitet werden.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Winterhilfe. In Regionen mit zerstörter Energieinfrastruktur wurden Stromgeneratoren, Heizmaterialien und Feuerholz organisiert, um die Versorgung in den kalten Monaten zu sichern. Zudem unterstützt Jugend Eine Welt medizinische Einrichtungen wie ein Kinderspital in Odessa mit dringend benötigten Geräten, darunter Inkubatoren für Säuglinge, sowie Medikamenten und Verbrauchsmaterialien.

Wolfgang Wedan, Globaler Nothilfe-Koordinator von Jugend Eine Welt, beim Besuch des UNBROKEN National Rehabilitationszentrum in Lviv. Jugend Eine Welt unterstützt das Projekt bei der Anpassung bzw. Herstellung von Prothesen für Kriegsversehrte. (c) Jugend Eine Welt
Zeitweise Stabilität ermöglichen
Neben der materiellen Hilfe gewinnt die psychosoziale Unterstützung zunehmend an Bedeutung. Betreuungsangebote, Lernprogramme und geschützte Räume sollen Kindern und Jugendlichen zumindest zeitweise Stabilität im Kriegsalltag ermöglichen. Darüber hinaus fördert Jugend Eine Welt das nationale Rehabilitationszentrum in Lwiw, in dem Prothesen für Kriegsversehrte hergestellt und angepasst werden. Das Zentrum bietet zudem physische, psychologische und psychosoziale Rehabilitation für verletzte Militärangehörige und Zivilpersonen an.
Beide Organisationen appellieren angesichts des vierten Jahrestages des Kriegsbeginns an die anhaltende Spendenbereitschaft. Die Menschen in der Ukraine seien weiterhin auf konkrete Hilfe und internationale Solidarität angewiesen, betonen die Hilfswerke.
Quellen: kathpress, Don Bosco Mission Austria, Jugend Eine Welt